Polizeifahrzeuge vor dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main
 
12.01.2021 | Polizeipräsidium Frankfurt am Main

Radfahren bei winterlichen Verhältnissen

#MehrVorsichtMehrRücksicht#

 Radfahren bei winterlichen Verhältnissen

Immer mehr Menschen radeln auch in der nasskalten Jahreszeit mit ihrem Fahrrad zur Arbeit, zum Supermarkt, um ihren Hobbys nachzugehen oder einfach aus Überzeugung! Bei winterlichen Straßenverhältnissen ist jedoch Vorsicht angesagt!

Um gefährliche Konfliktsituationen und das Risiko eines Verkehrsunfalls zu vermeiden, gilt gerade im Winter das Gebot der Straßenverkehrsordnung zur ständigen Vorsicht und gegenseitigen Rücksichtnahme für alle VerkehrsteilnehmerInnen umso mehr.Radfahrende und KraftfahrzeugführerInnen müssen sich im Klaren sein, dass winterliche Straßenverhältnisse und schlechte Sichtverhältnisse durch Dunkelheit, Schneefall, Spritzwasser oder vereiste Scheiben die sichere Teilnahme am Straßenverkehr erschweren und gefährden. Während eine frische Schneedecke relativ gut befahren werden kann, bergen festgefahrene Schneedecken im Gegenzug wesentlich höhere Risiken.

Straßenverhältnisse

Grundsätzlich werden bei Schneefall oder Eisregen auch in Frankfurt/M. zuerst die Straßen freigeräumt, damit Not- / Rettungs- und Versorgungswege für die Allgemeinheit nutzbar bleiben.

Da ungeräumte Radwege für RadfahrerInnen nicht nur ärgerlich, sondern besonders gefährlich werden können, sind Städte und Gemeinden verpflichtet, verkehrswichtige innerörtliche Radwege zu räumen und zu streuen. Konnte eine Kommune dieser Verpflichtung noch nicht nachkommen, entfällt auch bei ausgewiesenen Radwegen die vorgeschriebene Benutzungspflicht.

RadfahrerInnen dürfen in diesen Fällen auf die Fahrbahn auszuweichen (Quelle: StVO-Erläuterungen, VDP-Verlag zu § 2 StVO: Unbenutzbare Radwege (z.B. tiefer Schnee, Eis, Löcher) müssen nicht benutzt werden (OLG Naumburg v. 8.12.2011 in NZV 2012, 180)).

Verhaltensregeln

RadfahrerInnen können auch ohne Fremdeinwirkung bei winterlichen Verhältnissen verunfallen, z. B. durch unangepasste Geschwindigkeit oder falsches Fahrverhalten. Die Verkehrserziehung und -aufklärung empfiehlt daher:

  •  Lieber etwas langsamer fahren und mehr Zeit für die Wegstrecke einplanen
  •  Helle und/oder reflektierende Kleidungsgegenstände erhöhen die passive Sicherheit deutlich
  •  Bitte besonders vorausschauend fahren und auf andere Verkehrsteilnehmer (z.B. Fußgänger, Kinder, SeniorInnen und Menschen mit Handicap) achten
  •  Mehr Abstand halten
  •  In Kurven besonders langsam fahren und weder treten noch bremsen und starke Lenkbewegungen vermeiden
  •  Das Rad besser Ausrollen lassen anstatt zu bremsen
  •  Im Bereich von Schienen- oder Gleisanlagen gilt doppelt Vorsicht

Bei extremen Witterungsbedingungen z.B. bei Glatteis, Schneeglätte oder überfrierender Nässe sollte jedoch auf das Radfahren verzichtet werden, denn Rad und Nutzer geraten leicht ins Rutschen und können stürzen - dies gilt auch für geübte RadfahrerInnen.

Fahrradcheck

Im Winter kommt der Ausstattung des Fahrrades eine besondere Rolle zu. Vor Fahrtantritt sollte daher die Wintertauglichkeit überprüft werden:

  •  Funktionstüchtigkeit von Bremsen und Beleuchtung kontrollieren
  •  Luftdruck im Reifen etwas absenken
  •  Evtl. Sattel und Lenker tiefer stellen
  •  Ggfls. spezielle Winterreifen mit und ohne Spikes aufziehen
  •  Kette sollte geölt sein und mit Zug sitzen

Wer sich hinsichtlich des sachgemäßen Zustandes unsicher ist, kontaktiert lieber einen Fachmann.

Auch das Fahrradschloss kann bereits vor Fahrtantritt in einen wintertauglichen Zustand versetzt werden. Die Behandlung mit einem Pflege- oder Enteisungsspray im Vorfeld garantiert, dass einfache Öffnen und Schließen.

Verschmutzte oder verdeckte und nicht vorhandene beziehungsweise nicht betriebsbereite Beleuchtungseinrichtungen können mit einem Verwarnungsgeld ab 20 Euro geahndet werden. Geschieht in Folge dessen ein Unfall, erhöht sich das Verwarnungsgeld entsprechend. Unabhängig von der Höhe des Verwarnungsgeldes können sich bei einer zivil- bzw. versicherungsrechtlichen Auseinandersetzung schnell deutlich höhere Kosten als Folge ergeben.

Winterdienst auf den Frankfurter Straßen

In Frankfurt am Main werden zunächst die Straßen und öffentlichen Plätze durch die FES geräumt. Vorrang haben hierbei Haupt- und Durchgangstraßen, sowie Straßen auf denen öffentlicher Personenverkehr fährt und Zufahrtsstraßen zu Krankenhäusern – aber auch um die Räumung der Radwege kümmert sich die FES.

Kontakt FES:

Tel.: 0800-2008007-0

E-Mail: services@fes-frankfurt.de

Quelle: www.fes-frankfurt.de

Tipp zu guter Letzt:

Im Gegensatz zu mehrspurigen Kraftfahrzeugen haben Fahrräder keine Knautschzone – sowohl bei Alleinunfällen, insbesondere aber bei Verkehrsunfällen mit anderen Verkehrsteilnehmern sind die Unfallfolgen für schwächere Verkehrsteilnehmer daher meist schwerwiegender.

Zum Schutz Ihrer Gesundheit empfehlen wir bei extremen Wetterbedingungen das Fahrrad ein Stück weit zu schieben oder alternativ auf Bus und Bahn umzusteigen, denn Ihre Gesundheit kann niemand ersetzen.