Polizeifahrzeuge vor dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main
 
13.12.2018 | Polizeipräsidium Frankfurt Main

Pilotprojekt "Gefahrensensiblisierung für Schülerinnen und Schüler"

Fortsetzung der Verkehrspräventionsarbeit an der Georg-August-Zinn-Schule

 Pilotprojekt: Gefahrensensibilisierung - Fortsetzung der Verkehrspräventionsarbeit an der Georg-August-Zinn-Schule

Teil 4: Das Folgemodul „Überschreiten von Bahnübergängen“

Gefahrensituation an einer U-Bahnhaltestelle mit Fußgängerunterführung

Ob Bus oder Bahn - öffentliche Verkehrsmittel gelten als sichere Verkehrsmittel. Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall tödlich zu verunglü­cken, ist mit Personenkraftwagen größer als mit öffentlichen Verkehrsmitteln[1]. Für Jugendliche in Frankfurt am Main ist die Nutzung des ÖPNV-Angebots selbstverständlicher Alltag. Busse, S- und U-Bahnen sind nicht nur Verkehrsmittel, sondern auch Anlauf- und Treffpunkt im Freizeitverhalten - auch deshalb verhalten sich gerade Jugendliche oft gedankenlos und risikobehaftet.

Knapp die Hälfte der 70 an dem Pilotprojekt teilnehmenden Schülerinnen und Schüler der Georg-August-Zinn-Schule erreicht die Schule mit öffentlichen Verkehrsmitteln, z.B. über den Bahnhof Griesheim oder die Straßenbahnen an der Mainzer Landstraße. Schon zu Beginn des Pilotprojektes war erkennbar, dass die Jugendlichen auf ihrem täglichen Schulweg regelmäßig mit gefährlichen Situationen konfrontiert werden. Viele der Schülerinnen und Schüler waren bereits Zeugen von kritischen Situationen, die sich im Zusammenhang mit öffentlichen Verkehrsmitteln ereignet haben. Bereits im Grundmodul der Gefahrensensibilisierung hatten die Schülerinnen und Schüler der Georg-August-Zinn-Schule in Ffm.-Griesheim gehört, dass der Faktor „Mensch“ die häufigste Unfallursache im Straßenverkehr darstellt und wie wichtig gerade deswegen ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht bei der Teilnahme am Straßenverkehr sind. Dennoch ist den meisten 8-Klässlern das besondere Gefahrenpotential von Zügen nicht präsent. Welche Gefahren von U-Bahnen und Straßenbahnen ausgehen können, wie man Verkehrssituationen richtig einschätzen kann und sich sicher im Straßenverkehr bewegt, veranschaulichte Schulkontaktpfleger Klaus Peter Düwel von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) im Folgemodul „Überschreiten von Bahnübergängen“.

„Wenn ihr da draußen unterwegs seid, seid ihr Verkehrsteilnehmer im öffentlichen Straßenverkehr - und im Zweifelsfall immer die Schwächeren!“, betonte Herr Düwel, selbst langjähriger Fahrer bei der VGF. Er erläuterte den Klassen mehrfach, wie wichtig der Faktor A-U-F-M-E-R-K-S-A-M-K-E-I-T im Umgang mit Straßenbahnen und U-Bahnen ist. Anhand seiner Erfahrung und konkreter Beispiele konnte der VGF-Experte den Schülerinnen und Schülern sehr authentisch darstellen, welche fatalen Folgen es haben kann, wenn sie sich zu dicht an der Bahnsteigkante drängeln, gebannt aufs Smartphone starrend Bahnübergänge überqueren, die „Abkürzung“ über die Gleise nehmen oder Mutproben an der Oberleitung durchführen.

„Eine U-Bahn (mit 40 Tonnen Gesamtgewicht) und eine Elefantenherde haben im Vergleich zu einem Pkw einen ungleich längeren Bremsweg“ – das zeigt auch ein Video zum für viele überraschend langen Bremsweg der U-Bahnen. Die Kräfte, die notwendig sind, einen solchen Koloss zum Stillstand zu bringen, wirken dabei auch innerhalb des Fahrzeugs. „Festhalten ist angesagt!“ – denn eine Notbremsung ist für die Fahrgäste in jedem Fall überraschend und nicht vorhersehbar.

Video Clip: Gefahrenbremsung einer Bahn mit Sand
 Bei einer Gefahrenbremsung erhöht Sand zusätzlich die Reibung zwischen Rad und Gleiskörper – der Bremsweg wird deutlich reduziert. Auf diese Weise können U-Bahn- und Straßenbahnfahrerinnen und -fahrer reaktionsschnell das Schlimmste verhindern. Doch wer sich im und am Gleis leichtsinnig verhält, riskiert seine Gesundheit oder gar sein Leben.

Quelle: Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH

 

 Hilfreiche und praktische Informationen, was zu tun ist, wenn man als Außenstehender einen Unfall im Bereich von Gleisanlagen beobachtet, rundeten das Folgemodul ab. Herr Düwel stellte die verschiedenen Sicherheitseinrichtungen in den Stationen der VGF vor, wie Notrufsäulen oder Notsignalschalter – und die Schülerinnen und Schüler erkannten, dass die Eigensicherung am Unfallort das A und O ist, um anderen wirksam helfen zu können.

 

Polizei Frankfurt a.M. - für Eure Sicherheit im Straßenverkehr.

 

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[1] Vorndran, Ingeborg: Unfallstatistik – Verkehrsmittel im Risikovergleich, Statistisches Bundesamt, Auszug aus Wirtschaft und Statistik 12/2010, S. 1088