Bildcollage des Technikpräsidiums der hessischen Polizei
 
23.03.2018 | Hilfe für Helfer

Gewalt nimmt zu - „Hilfe für Helfer e.V.“ übergibt 6.000 Euro an Ordnungspolizist der Stadt Herborn

Die 1. Vorsitzende des Vereins „Hilfe für Helfer e. V.“ Hildegard Becker-Toussaint übergibt im Rathaus Herborn im Beisein von Bürgermeister Hans Benner eine Zuwendung in Höhe von 6.000€ an den Ordnungspolizisten Christian Rinker-Stenger
Die 1. Vorsitzende des Vereins „Hilfe für Helfer e. V.“ Hildegard Becker-Toussaint übergibt im Rathaus Herborn im Beisein von Bürgermeister Hans Benner eine Zuwendung in Höhe von 6.000 Euro an den Ordnungspolizisten Christian Rinker-Stenger

 

Durch einen Hinweis von Holger Schmidt, Personalratsvorsitzender des PP Mittelhessen, wurde „Hilfe für Helfer e. V.“ auf das Schicksal des ehemaligen mittelhessischen Wachpolizisten Christian Rinker-Stenger aufmerksam. Der dreifache Familienvater hatte bereits im Jahr 2004 einen schweren Dienstunfall erlitten, als er zu einem Einsatz einer häuslichen Gewalt gerufen wurde. Bei einer Identitätsfeststellung des Beschuldigten erfolgte ein unvermittelter Angriff, welcher ihn zu Boden brachte und er dadurch einen Genickbruch erlitt. Im Jahr 2009 wechselte er zur Ordnungspolizei der Stadt Herborn.

Im Oktober 2017 führte Christian Rinker-Stenger eine Geschwindigkeitsmessung in der Ortschaft Sinn durch. Ein Fahrer, der geblitzt worden war, hielt in der Nähe der Messung an und geriet mit ihm in Konflikt. Nach Angaben von Herrn Rinker-Stenger wurde er von dem Fahrer angegriffen und fast überfahren. Er habe sich nur durch ein „Zur Seite Rollen“ aus dem Gefahrenbereich retten können; ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren ist anhängig.

Christian Rinker-Stenger hat in seinem Dienst sowohl als Wachpolizist als auch bei der Stadt Herborn einige traumatisierende Erlebnisse zu verarbeiten, die bis heute nachwirken und ihn schwer belasten.

Er befindet sich aktuell in therapeutischer Behandlung, da eindeutige Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) bestehen. Die Unfallkasse Hessen (UKH) sieht aktuell jedoch keinen kausalen Zusammenhang zum Unfall während der Geschwindigkeitskontrolle und hat somit kein PTBS diagnostiziert. Daraufhin stellte die UKH Anfang des Jahres die Zuständigkeit und damit die Zahlung des Verletztengeldes ein, was bei einem Alleinverdiener mit drei Kindern zu erheblichen Gehaltseinbußen führt. Aufgrund der Entscheidung der UKH muss er zudem die aktuell dringend notwendige Therapie zur PTBS derzeit selbst zahlen, bis die Anerkennung endgültig geklärt ist.

Karl-Heinz Reinstädt, Präsident des Technikpräsidiums und Vorstandsmitglied des Vereins „Hilfe für Helfer e. V.“, gegenüber Christian Stenger: „Ihnen gebührt unsere Anerkennung und Mitgefühl für Ihren Dienst an der Allgemeinheit zur Verkehrssicherheit. Es ist erschreckend, was Sie erleben mussten und wie die Gewalt und Respektlosigkeit  insgesamt gegenüber Ordnungshütern und Rettungshelfern zunimmt“.

Frau Becker-Toussaint machte in ihrer Ansprache deutlich, dass solche Fälle mehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen müssen, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was diese Menschen leisten und leider auch in manchen Fällen ertragen müssen. „Der Verein freut sich darüber, zumindest symbolisch einen Beitrag zur Wiedergutmachung leisten zu können“, so Frau Becker-Toussaint.

Der 2016 gegründete Verein „Hilfe für Helfer“ hat sich zum Ziel gesetzt, in Ausübung des Dienstes schwer verletzten Polizisten, Feuerwehrleuten, im weitesten Sinne BOS-Angehörigen und Soldaten sowie deren Hinterbliebenen zu helfen. Seit der Gründung konnten der Verein einer Vielzahl von Hinterbliebenen und schwerverletzten hessischen Polizeivollzugsbeamten finanzielle Unterstützung gewähren.

 

V.l.: BürgermeisterHans Benner, Personalrätin Ursula Totaro, Hildegard Becker-Toussaint, Christian Rinker-Stenger, Karl-Heinz Reinstädt
v.l.: BürgermeisterHans Benner, Personalrätin Ursula Totaro, Hildegard Becker-Toussaint, Christian Rinker-Stenger, Karl-Heinz Reinstädt