Bildcollage des Technikpräsidiums der hessischen Polizei
 
16.07.2018 | Präsidium für Technik, Logsitik und Verwaltung

Strahlende Kinderaugen

Verein „Hilfe für Helfer e. V.“ übergibt 40.000 Euro an Hinterbliebene des ermordeten POK Christoph Rehm

Eigentlich ist es ein sehr trauriger Anlass. Wir alle erinnern uns an den Heiligen Abend 2015: In Herborn wird POK Christoph Rehm (46) mit einem Kollegen zum Bahnhof beordert, um die Identität eines Schwarzfahrers in einem Zug festzustellen. Während der Kontrolle wird Christoph Rehm ohne Vorwarnung durch Messerstiche des Täters (28) tödlich verletzt, sein Kollege schwer.

Auf den Fingern des Täters waren die Buchstaben ACAB eintätowiert: „All Cops Are Bastards“. Zum Zeitpunkt der Tat stand er wegen anderer Gewaltdelikte unter Bewährung. Er wurde ein Jahr nach der Tat zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht erkannte auf die besondere Schwere der Schuld. Die Auswertung des schweren Angriffs auf die eingesetzten Beamten mündete in der Beschaffung von stich- und schnittsicheren Schutzwesten und Schals für die hessische Polizei.

Die Tat brachte eine breite Spendenbereitschaft in der hessischen Polizei aber auch darüber hinaus zu Tage. In vielfältigen Spenden wurden die Lebensgefährtin Kristina Klein und die vier hinterbliebenen Kinder von Christoph Rehm unterstützt. Dazu zählte auch eine in 2017 übergebene Spende des Vereins „Hilfe für Helfer e. V.“. Der Verein unterstützt materiell wie ideell Angehörige von Polizisten, Feuerwehrleuten und Sanitätern, die im Dienst zu Schaden kamen. Insgesamt rund 110.000 Euro hat „Hilfe für Helfer“ in den zwei Jahren seines Bestehens an zwölf Personen vergeben.

Die Vereinsvorsitzende Hildegard Becker-Toussaint (Ltd. Oberstaatsanwältin a. D.) übergab nun gemeinsam mit dem Vorstandsmitglied Karl-Heinz Reinstädt (Präsident des Präsidiums für Technik, Logistik und Verwaltung der hessischen Polizei) bei einer kleinen Feier im Eingangsfoyer des Innenministeriums der Lebensgefährtin des getöteten Polizisten, Kristina Klein, und deren Sohn Henry einen weiteren Scheck über 40.000 Euro. Hildegard Becker-Toussaint sagte: „Wer sein Leben für die Allgemeinheit gelassen hat, wie Christoph Rehm, dem sind wir als Gesellschaft und insbesondere unser Verein schuldig, dass wir uns um die kümmern, um die er sich selber nicht mehr kümmern kann.“ Das Geld ist vor allem für die Sicherung der Ausbildung von Henry vorgesehen.

 

v. l.: Innenminister Peter Beuth, Kristina Klein, Vorstandsmitglied und Präsident des PTLV Karl-Heinz Reinstädt und die Vereinsvorsitzende Hildegard Becker-Toussaint
V. l.: Innenminister Peter Beuth, Kristina Klein, Vorstandsmitglied und Präsident des PTLV Karl-Heinz Reinstädt und die Vereinsvorsitzende Hildegard Becker-Toussaint

 

Der Rahmen des Eingangsfoyers wurde von Innenminister Peter Beuth bewusst gewählt. Hier ist seit dem 2. November 2017 die Gedenktafel für die Kolleginnen und Kollegen, die im Dienst ihr Leben verloren haben, angebracht. Innenminister Peter Beuth: „Die Tat von Herborn hat dazu geführt, Polizisten noch besser zu schützen, ohne dass sie den unbefangenen Kontakt zu den Bürgern verlieren sollen. Zugleich ist es eine politische Aufgabe, eine Erinnerungskultur für Beamte zu schaffen, die bei ihrer Arbeit körperliche oder seelische Verletzungen erlitten.“

 

Präsident Karl-Heinz Reinstädt führt Henry in die Technik des Unimogs ein
Präsident Karl-Heinz Reinstädt führt Henry in die Technik des Unimogs ein.

 

Für Henry wurde das Foyer dagegen erst zum Fußballplatz und anschließend zur Rennstrecke. „Den habe ich mir schon immer gewünscht“, klingt seine erfreute Kinderstimme durch die Eingangshalle im Innenministerium, als er von Innenminister Peter Beuth einen Fußball und von Hildegard Becker-Toussaint und Karl-Heinz Reinstädt einen Polizeiunimog mit Blaulicht geschenkt bekommt.

Karl-Heinz Reinstädt bedankte sich ausdrücklich bei dem anwesenden Behördenleiter des PP Mittelhessen, Polizeipräsident Bernd Paul, dem Personalratsvorsitzenden Holger Schmidt, der Personalberatungsstelle sowie dem Leiter der Polizeistation Herborn, EPHK Holger Geller, für die Unterstützung und Begleitung der Hinterbliebenen.

 

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