Bildcollage des Technikpräsidiums der hessischen Polizei
 

IT-Anwendungen

Präsidium für Technik, Logistik und Verwaltung

Die hessische Polizei testet ein 3-D-Geodatensystem für das IT-Umfeld

 

3D Ansicht von Wiesbaden, Reisinger Anlagen    3D Ansicht von Frankfurt, Bahnhofsgebiet

 

Vom 9. bis 18. Juni 2017 fand der Hessentag in Rüsselsheim statt. Auf dem Stand der hessischen Polizei stellten das Sachgebiet 361 für das Technikpräsidium neben dem HLKA, der HPA, der Bereitschaftspolizei, der Wasserschutzpolizei, den Social-Media-Beauftragter der PPs seinen 3-D-Geoprototypen vor.

Pünktlich zum Hessentag konnten wir eine neue Ausbaustufe des für August in den Polizeipräsidien Frankfurt und Darmstadt geplanten Prototypen fertigstellen und demonstrieren. Neben der Darstellung von Rüsselsheim im Detailierungsgrad LoD2 konnten auch Kernbereiche der Städte Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden im Detailierungsgrad LoD3 für die 3-D-Planung präsentiert werden.

Die Präsentation fand großes Interesse. Zusätzlich zu der Darstellung eines eigen erstellten Videos zur Darstellung der Schwerpunkte des 3-D-Prototypen wurde bei tiefergehendem Interesse „am lebenden Objekt“ per Tastatur und Maus oder auch direkt am großen Multitouchmonitor modelliert und diskutiert.

Neben den zahlreichen Fachgesprächen Vertretern von Behörden und Firmen, den Kollegen und Kolleginnen aus dem Bereich der Polizei stand der Kontakt mit den Besuchern des Hessentages in besonderem Fokus. Dieser Bürgerkontakt gestaltete sich äußerst interessant. Es konnte der angestrebte Planungsverlauf über Prototyp, Benutzererfahrung in den Pilotstandorten, Evaluation und Unterrichtung der Entscheider positiv darstellen und so auch glaubhaft versichern, dass fundiert und kostenbewusst geplant wird. Inhaltlich konnte der Prototyp auf ganzer Linie überzeugen. Das regelmäßiges Feedback bei der Verabschiedung „So etwas braucht die Polizei“ und „Meine Zustimmung haben Sie.“ Belegt, dass der Prototyp zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle präsentiert wurde.

von links nach rechts: Michael Schaich, Pressesprecher des HMdIuS, Innenminister Peter Beuth, Martin Zahn (PTLV), Thomas Rieger (PTLV), Dr. Eva Klien (Abteilungsleiterin Geoinformationsmanagement Fraunhofer IGD)Besonders haben wir uns auch über das Interesse des Ministerpräsidenten Volker Bouffier und unseres Innenministers Peter Beuth gefreut. Nach einer kurzen Stippvisite zu Beginn des Hessentages, bei der unser Innenminister virtuell schon kurz per 3-D-Geo um sein Ministerium kreisen konnte, stattete er uns am Freitag, 16.Juni 2017, einen erneuten Besuch ab und nahm sich die Zeit für eine ausführliche Erläuterung des 3-D-Prototypen. Der Minister zeigte sich sehr interessiert und griff auch durch eigenen Szenenmanipulation am Monitor direkt in das Planungsgeschehen ein.

Nun heißt es für uns nach zehn Hessentagstagen in Sachen 3-D-Geo kurz durchschnaufen, die ausgetauschten Adressinformationen und Visitenkarten zu sortieren, begonnene interessante Kontakte noch einmal kurz zu bestätigen und sich in Sachen Prototypausbringung nach Darmstadt und Frankfurt für die finale Abstimmung mit dem Fraunhofer Institut zu rüsten.

Mit der Einführung dieser Software zur Darstellung einer dreidimensionalen Karte mit allen relevanten topographischen und bautechnischen Objekten stünde ein Werkzeug zur Verfügung, welches ein Mehr an Informationen darstellen kann. So ermöglicht eine 3-D-Ansicht u. a. folgende zusätzliche Informationen:

  • Höhenunterschiede von Bauwerken und Objekten
  • Sichtlinien zwischen Bauwerken und Objekten
  • Sichtfeld von einem spezifischen Punkt aus
  • bester Aussichtspunkt in einem Gebiet
  • Datum und uhrzeitabhängiger Schattenwurf von Bauwerken und Objekten
  • Schwerlich überwindbare Hindernisse, z. B. Gräben, Abhänge, hohe Mauern
  • Positionierung von Objekten im dreidimensionalen Raum (z. B. Einsatzkräfte oder Fahrzeuge, Passanten usw.)

Vor allem im Bereich der Einsatzplanung verspricht sich das hessische Technikpräsidium einen taktischen Mehrwert. Durch die Möglichkeit Sichtlinien zu beurteilen, Standpunkte von Beobachtern in der dritten Dimension darzustellen und vor allem nachzuvollziehen, ergeben sich Vorteile beispielsweise in der Planung von Aufzugsstrecken oder operativen Tätigkeiten im polizeilichen Umfeld. Durch die Möglichkeit, einer Szene zusätzliche Informationen hinzuzufügen, etwa Festzelte oder Fahrgeschäfte bei einem Volksfest, wird ein detaillierterer Überblick über Flucht- und Rettungswege bei polizeirelevanten Ereignissen erreicht.

Aber nicht nur für die Einsatzplanung scheint das 3-D-Geodatensystem hilfreich zu sein. Einer ersten Einschätzung nach könnten auch weitere Einsatzfelder, neben der Einsatzabwicklung und  Dokumentation, in Betracht kommen und das Tool somit auch für Spezialkräfte, Einsatzleitungen und für die Tatortrekonstruktion von Interesse sein.

 

Ansprechpartner im Technikpräsidium:

Als Ansprechpartner stehen Thomas Rieger und Martin Zahn vom HSG 361 - Client/ZBS
E-Mail Adresse: 3D-Geodaten.ptlv@polizei.hessen.de  oder die Pressestelle des Technikpräsidiums unter (0611) 8801-5101, E-Mail: pressestelle.ptlv@polizei.hessen.de zur Verfügung

(1,27 GB) Informationsvideo