Bildcollage des Technikpräsidiums der hessischen Polizei
 

Funknetz

Hessisches Polizeipräsidium für Technik (HPT)

Funknetz

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Infrastruktur Funk- und Festnetzplanung

Von den bundesweit über 4.650 Basisstationen des BOS-Digitalfunks standen im Mai 2019 über 440 in Hessen. Weitere Basisstationen sind bereits in Planung und werden sukzessive errichtet. Das Suchen und Finden des optimalen Standortes für eine Basisstation des Digitalfunks, zur bestmöglichen Funkversorgung einer Region, ist Aufgabe der Funknetzplaner. Sie sind Teil des Sachgebiets „Funk- und Festnetzplanung“ der Abteilung 4 – BOS-Funk Hessen.

Die Standorte der hessischen Basisstationen beruhen auf ihren Planungen und Erfahrungen. Ziel war es vor vielen Jahren, über 96 Prozent der Fläche Hessens mit Digitalfunk für den Fahrzeugbetrieb zu versorgen, in den Ballungsgebieten sollte eine Funkversorgung mit Handfunkgeräten möglich sein. Dass heute das Digitalfunknetz in Hessen, ohne die noch vorgesehenen weiteren Feinjustierungsmaßnahmen sowie aufgrund begrenzter Ressourcen, besser ist, als es damals beauftragt wurde, ist nicht zuletzt das Ergebnis einer intelligenten Funk- und Festnetzplanung.

 

Funknetzplanung

Die hessische Funknetzplanung legt die Anzahl, Position und technischen Dimensionen der Digital-funkstandorte im definierten Rahmen fest. Hierfür kommen spezielle softwaregestützte Verfahren für die Berechnung und Auswertung zur Anwendung, die eine Ausbreitung der Funksignale unter Berücksichtigung der örtlichen Begebenheiten (Wald, Wiesen, Bebauung, Höhenlage usw.) vorhersagen (sogenannte „Prädiktion“). Der Funkplaner erhält somit realitätsnahe Aussagen über das spätere Sendeverhalten eines Funkstandortes und legt mögliche „Kandidaten“ für den neuen Standort fest. Auch wenn die Berechnungen selten von den späteren Messwerten abweichen, wird auf den „Blick ins Feld“ an dieser Stelle nicht verzichtet. Der Funkplanung stehen deshalb geländetaugliche Fahrzeuge zur Anfahrt der Standortkandidaten zur Verfügung. Mit Fernglas, Kompass und Kamera werden die berechneten Ergebnisse mit dem persönlichen Eindruck des erfahrenen Funknetzplaners abgeglichen, um im Idealfall bereits die genauen Flurstücke mittels Koordinaten des Navigationsgerätes festzuhalten. Dabei wird bereits versucht, Hinweise auf die möglichen Realisierungskosten (z. B. Stromerschließung) mit einzubeziehen (Abstand zu Siedlungen, Höfen, Wasserbehältern usw.). Vermeintlich geeignete Standortkandidaten werden anschließend zur Kontaktaufnahme mit den Eigentümern und Ämtern an den Fachbereich Standortmanagement übergeben. Sofern eine Einigung mit allen Beteiligten erzielt werden kann, legt die Funknetzplanung die technischen Details (Antennencharakteristik, Kabelführung usw.) für eine bauliche Ausführung durch das Standortmanagement fest. Auch während der baulichen Realisierung bis hin zur Fertigstellung und Inbetriebnahme des Standortes arbeitet die Funknetzplanung „Hand in Hand“ mit dem Standortmanagement zusammen.

 

Festnetzplanung

Die Festnetzplanung ist für die kabelgebundene Verbindung der Digitalfunkstandorte untereinander zuständig. Während beim Analogfunk weitere Entfernungen nur mit aufwändig herzustellenden Relaisketten oder über die in Hessen (in den 80er Jahren) errichteten Gleichwellenfunkanlagen überbrückbar waren, sind im Digitalfunk alle Standorte bundesweit miteinander über ein eigenständiges Netzwerk verbunden. Hierfür stehen dem Land Hessen mehrere Digitalfunkvermittlungsstellen zur Anbindung der errichteten Funkmasten zur Verfügung. Die Festnetzplanung kümmert sich bereits während der Auswahl und funktechnischen Konzeption der Standorte durch die Funknetzplanung und deren bauliche Errichtung durch das Standortmanagement um die Herstellung dieser Kabelanbindung. Neue Standorte werden derzeit ausschließlich in Glasfaseranbindung realisiert. Die vormals, je nach Wirtschaftlichkeit mit Kupfer oder Richtfunk realisierten Übertragungsstrecken, werden aktuell in einem dreijährigen Großprojekt zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit auf Glasfaseranbindungen umgestellt, welche die umfangreichen Parametervorgaben für einen störungsfreien Betrieb deutlich übertreffen. Im Ergebnis stehen im Digitalfunk Gespräche bei Bedarf bundesweit zur Verfügung.

Für Hessen bedeutet dies, dass derzeit etwa 99 Prozent der hessischen Landesfläche für den Fahrzeugfunk abgedeckt und die Versorgung für Handfunksprechgeräte in 97 Prozent der Siedlungsflächen realisiert ist.

 

Standortmanagement

Mast mit TETRA-Antenne.jpg

Das Standortmanagement befasst sich mit der vertraglichen Sicherung, Ertüchtigung und Inbetriebnahme der Digitalfunkstandorte. Weiterhin mit der Eigentümerbetreuung, Mitnutzungskoordination, Mängelbeseitigung, Instandhaltung sowie der Standortvermarktung und -dokumentation für die hessischen Basisstationen.

Bei der Standortakquisition werden umfangreiche Liegenschaftsrecherchen durchgeführt, um die seitens der Funk- und Festnetzplanung definierten Standorte für das Land Hessen nutzbar zu machen. Darunter fällt auch die Recherche von Standorteigentürmern oder von Netzbetreibern. Mit dem Ziel, potentielle Standorte für hessische Basisstationen vertraglich zu sichern, werden im Zuge von juristisch anspruchsvollen sowie teilweise langwierigen und umfangreichen Vertragsverhandlungen Nutzungsvereinbarungen zwischen dem Land Hessen und Privatpersonen, Unternehmen, Kommunen, Städten, Kreisen oder anderen Behörden geschlossen. In diesem Organisationsbereich sind mehrere Bauingenieure beschäftigt, die sich um die Abstimmung der beteiligten Behörden und Organisationen zur Koordination der Baumaßnahmen und zur Überwachung des Baufortschritts im Zuge der baulichen Errichtung von Basisstationen kümmern. Neben der Planung und Prüfung der dazu notwendigen Investitionskosten gehören auch die Identifizierung und Dokumentation von Baumängeln, die Koordination der Mängelbeseitigung sowie die Instandhaltung von in Betrieb befindlichen Basisstationsstandorten zu diesem Aufgabenbereich.

Darüber hinaus erfolgt hier die Eigentümerbetreuung und Mitnutzungskoordination sowie die Bearbeitung der Anfragen von Vermietern fremder Masten und Liegenschaften oder von Mietern der landeseigenen Standorte. Das Standortmanagement ist folglich der „Single-Point-of-Contact“ zu unseren Vermietern und Mietern. Alle Kontakte zu Eigentümern und Netzbetreibern, im Zuge der Abstimmung und Koordination von Maßnahmen des Trouble-Managements, aber auch bei der Prüfung und Bearbeitung von Bauplanungs- und Vertragsunterlagen, bei der Erstellung von Zusatzvereinbarungen, Nachträgen oder von Verfügungen wegen Standortsperrungen, werden von diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach Außen und Innen gesteuert.

Ferner erfolgt hier die Dokumentation der Standorte in der bundesweiten Datenbank NETsite, die Erstellung und Archivierung von Fotodokumentationen sowie der Vertrags- und Planungsunterlagen.