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02.04.2019 | Hessisches Polizeipräsidium für Technik (HPT)

Erster Einsatz der Satellitentechnik zur Funkverbindung einer mobilen Basisstation im TETRA-Digitalfunknetz in Hessen

Nachdem die leitungsgebundene Funkzellenerweiterung mittels einer mobilen Basisstation bereits bei diversen Einsatzlagen, z. B. beim Skispringen in Willingen, erfolgreich praktiziert wurde, kam nun auch die satellitengestützte Anbindungsvariante erstmalig in Hessen zum Einsatz.

Grund hierfür war ein Sturmschaden an einer Freifeldbasisstation im Main-Kinzig-Kreis, welche infolge eines umgestürzten Baumes beschädigt wurde. Durch den Ausfall der Station kam es in dem betroffenen Bereich unweigerlich zu Einschränkungen der Funkversorgung und somit auch zu Einbußen der TETRA-Alarmierung der nichtpolizeilichen BOS. Letztgenannte Funktionalität stellt bei Ausfall ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, da eine Alarmierung der Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten und weiteren Katastrophenschutzeinheiten im ungünstigsten Fall nicht mehr gewährleistet ist.

 

Sturmschaden an einer Freifeldbasisstation im Main-Kinzig-Kreis, welche infolge eines umgestürzten Baumes beschädigt wurde
Sturmschaden an einer Freifeldbasisstation im Main-Kinzig-Kreis, welche infolge eines umgestürzten Baumes beschädigt wurde

 

Mobile Basisstation in Form eines AnhängeraufbausNach Begutachtung des Schadens durch Mitarbeiter der Autorisierten Stelle Hessen (AS-Hessen) des HPT und der Feststellung, dass eine Reparatur der Basisstation zeitnah nicht durchgeführt werden kann, wurde als Ausfallredundanz unverzüglich der Einsatz einer mobilen Basisstation vorbereitet.

Dem Land Hessen steht hierfür seit Beginn des Jahres eine vom Bund bereitgestellte mobile Basisstation in Form eines Anhängeraufbaus inkl. Zugfahrzeug zur Verfügung. Die Technik des Bundes ist dafür ausgelegt, eine Verbindung via Satellit an das TETRA-Netz herzustellen und kann somit ortsunabhängig eingesetzt werden. Hierbei bildet die Satellitenkopfstation des Bundes in Neustrelitz das Gegenstück zur mobilen Basisstation, welche sich bei Inbetriebnahme automatisch hierauf ausrichtet.

Da der vom Ausfall betroffene Standort in Waldlage aufgrund der fehlenden Aufstellfläche und den schwierigen Anfahrtsbedingungen nicht für die mobile Basisstation in Frage kam, wurde ein sicherer Alternativstandort gesucht und letztendlich unter Einbeziehung der örtlichen Feuerwehr auch auf dem Gelände des Feuerwehrhauses gefunden.

Nach ca. anderthalbstündigem Aufbau und Inbetriebnahme der Technik vor Ort, wurde auf Antrag der Autorisierten Stelle Hessen vonseiten des Technischen Betriebs der BDBOS in Berlin die Parametrisierung und Frequenzplanung für den Einsatz der mobilen Basisstation vorgenommen. Parallel erfolgte von der Betriebsabteilung der AS-Hessen die Einspielung der notwendigen Rufgruppen.

Darüber hinaus musste der grenznahe Aufstellort zu Bayern berücksichtigt werden, da ein Einbuchen bayerischer Einsatzkräfte in die mobile Basisstation nicht ausgeschlossen werden konnte. Eine entsprechende Abstimmung fand folglich zwischen der AS-Hessen und der AS-Bayern statt.

Nachdem alle Maßnahmen auf Landes- und Bundesseite abgeschlossen waren, stand die per Satellitentechnik angebundene mobile Basisstation den BOS-Einsatzkräften zeitnah zum Ausfall der Freifeldstation uneingeschränkt zur Verfügung. Hierbei bleibt es jedoch für den Endanwender unbemerkt über welche Funkzelle der Gesprächsaufbau oder die Alarmierung erfolgt. Es sind vom Nutzer am Funkgerät oder am Pager keinerlei Einstellungsänderungen erforderlich.

Nachdem die Funkverfügbarkeit und somit die Alarmierung sichergestellt war, konnte die Reparatur der beschädigten Basisstation in Angriff genommen werden. Die erfolgreiche Inbetriebnahme der mobilen Basisstation in dem geschilderten Fall zeigt deutlich, dass die Entscheidung zur Beschaffung dieser Technik, welche in den kommenden Monaten um zwei landeseigene Einheiten ergänzt wird, aus einsatztaktischen und strategischen Gesichtspunkten richtig war.

Die Erfahrungen dieses ersten Einsatzes einer satellitenangebunden Basisstation in Hessen fließen sicherlich in die künftige Ablaufplanung ein und werden dazu beitragen, bei ähnlichen Szenarien in Zukunft die Reaktionszeiten weiterhin zu optimieren.

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