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19.01.2018 | Präsidium für Technik, Logistik und Verwaltung

Orkantief „Friederike“ trennt 20 Basisstationen vom Stromnetz

Trotz Stromausfall blieb Funkversorgung gewährleistet

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Am 18. Januar 2018 ist das Orkantief „Friederike“ über große Teile Hessens hinweggezogen und hat dabei erhebliche Schäden angerichtet. Umgefallene Bäume blockierten etliche Straßen, verursachten Stromausfälle und brachten sogar den Bahnverkehr zum Erliegen. Die damit einhergehenden zahlreichen Einsatzlagen für Polizei, Feuerwehren, KatSchutz und Rettungsdienste wurden in diesen Fällen einwandfrei über das hessische Digitalfunknetz kommuniziert.

 

Orkantief trennt 20 Basisstationen vom Stromnetz

Um dies ebenfalls während des Orkantiefs Friederike zu gewährleisten, wurde gegen 13.00 Uhr die Betriebsleitung der Autorisierten Stelle der Abteilung 4, BOS-Funk Hessen, darüber informiert, dass sich im nordhessischen Bereich ca. 20 Digitalfunkbasisstationen im Notstrombetrieb über die Batteriepufferung befanden. Die Batteriepufferung ersetzt in solchen Fällen in allen Basisstationen die temporäre Versorgung unabhängig vom Stromnetz.

Auf Anordnung des Leiters Technik, Tobias Herr, rückten im Rahmen einer ersten Lagebeurteilung die Mitarbeiter der Außenstellen Kassel, Darmstadt und Hofheim/Langenhain des PTLV aus, um bei länger andauernden Stromausfällen mittels Notstromaggregaten den Betrieb von neuralgischen Basisstationen aufrecht zu erhalten.

 

Aufruf des Notfallstabes

NotstromgeneratorParallel dazu fand sich der Notfallstab der Autorisierten Stelle im Notfallraum der Abteilung 4 am Dienstsitz in der Wiesbadener Teutonenstraße zusammen, um den Regeldienst zu entlasten und die Aufgaben eines „Notfallstabes Digitalfunk“ wahrzunehmen. Dieser setzt sich aus Führungskräften und Fachleuten des hessischen Digitalfunks zusammen und wird durch den Abteilungsleiter, Ltd. PD Jürgen Fehler, geführt. Durch den Notfallstab werden Maßnahmen koordiniert und mit wichtigen Partnern, wie z. B. der Deutschen Telekom, die für Hessen das Netzwerk zwischen den Basisstation bereitstellt, kommuniziert. Da der Digitalfunk ein bundesweites Netz ist, gehört es weiter zu den Aufgaben des Notfallstabes, die Maßnahmen mit der Bundesanstalt für den Digitalfunk in Berlin (BDBOS) abzustimmen.

Gegen 17.00 Uhr entspannte sich die Situation, die im Notstrom befindlichen Basisstationen wurden wieder über das normale Stromnetz versorgt. Um 18.00 Uhr konnte die Lage durch den Leiter des Notfallstabes der Autorisierten Stelle Hessen an den 24/7-Schichtdienst der Betriebskoordination  zur weiteren Einsatzbegleitung übergeben werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte „Friederike“ Hessen wieder verlassen. Alle Tetra-Basisstationen waren wieder mit Strom versorgt.

Zusammenfassend konnte Friederike damit dem Digitalfunk nicht wirklich viel entgegen setzen. Lediglich drei von über 400 Basisstation waren kurzfristig von einem Ausfall betroffen, wovon zwei Basisstationen aufgrund fehlender Zufahrten durch umgestürzte Bäume erst nachträglich angefahren werden konnten. Die Funkversorgung für Fahrzeuge im regionalen Raum war aber auch in diesem Fall durchgehend gesichert.