~Hilfe für Helfer

Für die innere Sicherheit Deutschlands in gefährlicher Umgebung

Hilfe für Helfer e. V. und Landespolizeipräsidium würdigen das Engagement hessischer Polizisten in Auslandsmissionen

Hilfe für Helfer e. V.

 

Mission Impossible?! Ob hinter dem Begriff am Ende ein Frage- oder ein Ausrufezeichen steht, entscheidet meist nicht derjenige, der an einer Mission teilnimmt, sondern in der Regel eine übergeordnete Instanz – Behördenleiter, Befehlshaber oder Politiker. Wer sich aber für eine Auslandsmission entscheidet, der kann ganz gewiss hinter diese Erkenntnis ein Ausrufezeichen setzen: Man erbringt Opfer! Ob große oder kleine – das ist eine Frage der Perspektive: lange Zeit fernab der Heimat, getrennt von seinen Liebsten, in einer fremden Umgebung, die nicht selten auch Gefahren für Leib und Leben mit sich bringen. Andererseits: Abenteuer, Blicke über den Tellerrand, Dienst für das Gemeinwohl und am Frieden dieser Welt. Gerade Letzteres ist für die meisten „Auslandsverwender“ die treibende Kraft für dieses hoch zu schätzende Engagement.

 

Videokonferenz bringt alle am Monitor zusammen

Deutsche Polizistinnen und Polizisten, auch aus Hessen, sind weltweit zur Stabilisierung von Krisenstaaten im Einsatz. Als Trainer, Mentoren und Beobachter unterstützen sie seit fast 30 Jahren in mandatierten Friedensmissionen und bilateralen Polizeiprojekten.

Kurz vor Weihnachten hat der Verein Hilfe für Helfer e. V. mit Sitz in Frankfurt am Main seine Wertschätzung für diese wichtige Arbeit zum Ausdruck gebracht. Dessen Vorsitzende, die frühere Leitende Oberstaatsanwältin bei der Generalstaatsanwaltschaft Hildegard Becker-Toussaint, und Karl-Heinz Reinstädt, Präsident des Hessischen Polizeipräsidiums für Technik und Vorstandsmitglied, trafen sich jüngst per Videokonferenz mit sechs Missionsteilnehmern aus Hessen und überbrachten einen Weihnachtsgruß und gute Wünsche für das neue Jahr.

 

Dank und Anerkennung: Multifunktionstool von Victorinox

Die Päckchen für den Gabentisch fern der Heimat waren zumindest schon virtuell geschnürt: Sie enthalten ein hochwertiges Multifunktionswerkzeug mit einer faltbaren Kombinationszange als zentralem Element. In der Polizei erfreut es sich üblicherweise großer Beliebtheit – und im oft unwegsamen Ausland vermutlich ein praktisches Helferlein.

 

 

 

 


Die professionelle Auswahl des Tools erfolgte durch den Leiter des HSG 24,
Waffen und Gerät des HPT, EPHK Olaf A..

 

 

 

 

 „Unser Verein unterstützt üblicherweise Polizistinnen und Polizisten, Feuerwehrleute, Angehörige der Bundeswehr sowie Sanitäter und Sanitäterinnen und ihre Familien finanziell, materiell und ideell, wenn sie im Dienst angegriffen, verletzt oder gar getötet werden. Oft sind die Opfer und die Angehörigen finanziell nicht ausreichend abgesichert – da springen wir in die Bresche“, erläuterte Hildegard Becker-Toussaint. „In diesem Jahr ist es uns allerdings ein besonderes Anliegen, auch an Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Auslandsmissionen zu denken, weil sie durch ihren Einsatz eine große Last auf sich und ihre Familien nehmen, um in oft gefährlicher Umgebung für das Allgemeinwohl einzutreten. Das verdient unsere Anerkennung.“ 

Hildegard Becker-Toussaint freute sich über das Zustandekommen der Online-Besprechung.
Die weiteren Teilnehmer sind in verkleinerter Darstellung am unteren Monitorrand zu erkennen. 

 

Weihnachten im Ausland - ohne Familie

Auch Vorstandsmitglied Karl-Heinz Reinstädt würdigte das Engagement der hessischen Polizisten im Ausland: „Im Rahmen von internationalen Friedensmissionen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union leisten Sie einen wertvollen Beitrag für Frieden, Sicherheit und Stabilität in der EU. Während ihrer Einsätze bleiben Familienfeste wie Weihnachten oder Silvester meist nur ein Datum im Kalender – für das Wohl der Gemeinschaft. Auch ich danke Ihnen für Ihre Leistung.“

Die Videoschalte zur Weihnachtszeit hatte der Inspekteur der Polizei (IdP) Hans Knapp stellvertretend für Landespolizeipräsident Roland Ullmann eröffnet und richtete ebenfalls anerkennende Worte an die eingesetzten Kräfte. Im Dialog erhielten anschließend alle die Gelegenheit, sich und ihre Arbeit vorzustellen – mit vielen interessanten Eindrücken und spannenden, auch rührenden Begebenheiten rund um den ganzen Erdball.

 

Sechs Polizisten aus Hessen

In der Runde zugeschaltet waren sechs hessische Polizisten in fünf verschiedenen Ländern:

  • EKHK Rolf B., PP Frankfurt, in Georgien (Gori), der als Leiter eines 18-köpfigen Teams die EU bei der Grenzüberwachung unterstützt.
  • KHK Armin K., HPT, der ebenfalls in Georgien (Zugdidi) im Einsatz ist und im Rahmen seiner Mission als erster Ansprechpartner in Sachen Technik fungiert, eine Art Service-Desk für die eigenen und ausländischen Kräfte.
  • KHK Frank M., PP Südosthessen, der in der Ukraine (Lviv) mit Community Policing beispielsweise auf Themen wie häusliche Gewalt aufmerksam macht und mit Vorträgen und Öffentlichkeitsarbeit für die Thematik im Land sensibilisiert.
  • Ein Kollege aus dem PP Frankfurt befindet sich erst seit ein paar Tagen in Mali (Bamako) und wird dort künftig als Trainer die dortigen Polizeikräfte schulen.
  • POK Andreas B., PP Nordhessen, verrichtet seinen Dienst im Dreiländereck Griechenland/Türkei/Bulgarien und unterstützt in Orestiada (Griechenland) hauptsächlich mit Grenzstreifendiensten die Europäische Agentur für Grenz- und Küstenwache FRONTEX.
  • PHK Andreas M., PP Südhessen, war über sechs Jahre in Ghana als Trainer und Kursdirektor für die Ausbildung von Sicherheitskräften zuständig und bereitete diese auf ihre Missionen vor.

 

Abschließend bedankte sich auch Thomas Kunz aus dem für die Auslandsmissionen verantwortlichen Referat Einsatz des Landespolizeipräsidiums bei den Protagonisten für die gute Zusammenarbeit und wünschte allen frohe Weihnachten und einen erfolgreichen Start ins Jahr 2022.

Mehr Infos unter ►www.hilfefuerhelfer-frankfurt.de