Orkantief trennt 20 Basisstationen vom Stromnetz

Funkversorgung blieb gewährleistet

Am 18. Januar 2018 ist das Orkantief „Friederike“ über große Teile Hessens hinweggezogen und hat dabei erhebliche Schäden angerichtet. Umgefallene Bäume blockierten etliche Straßen, verursachten Stromausfälle und brachten sogar den Bahnverkehr zum Erliegen. Die damit einhergehenden zahlreichen Einsatzlagen für Polizei, Feuerwehren, KatSchutz und Rettungsdienste wurden in diesen Fällen einwandfrei über das hessische Digitalfunknetz kommuniziert.

 

Mobiles Notstromaggregat versorgt BasisstationMobiles Notstromaggregat versorgt Basisstation

 

Orkantief trennt 20 Basisstationen vom Stromnetz

Um dies ebenfalls während des Orkantiefs Friederike zu gewährleisten, wurde gegen 13.00 Uhr die Betriebsleitung der Autorisierten Stelle der Abteilung 4, BOS-Funk Hessen, darüber informiert, dass sich im nordhessischen Bereich ca. 20 Digitalfunkbasisstationen im Notstrombetrieb über die Batteriepufferung befanden. Die Batteriepufferung ersetzt in solchen Fällen in allen Basisstationen die temporäre Versorgung unabhängig vom Stromnetz.

Auf Anordnung des Leiters Technik, Tobias Herr, rückten im Rahmen einer ersten Lagebeurteilung Mitarbeiter der Außenstellen aus, um bei länger andauernden Stromausfällen mittels Notstromaggregaten den Betrieb von neuralgischen Basisstationen aufrecht zu erhalten.

 

Aufruf des Notfallstabes

NotstromgeneratorParallel dazu fand sich der Notfallstab der Autorisierten Stelle im Notfallraum der Abteilung 4 am Dienstsitz in Wiesbaden zusammen, um den Regeldienst zu entlasten und die Aufgaben eines „Notfallstabes Digitalfunk“ wahrzunehmen. Dieser setzt sich aus Führungskräften und Fachleuten des hessischen Digitalfunks zusammen und wird durch den Abteilungsleiter geführt. Durch den Notfallstab werden Maßnahmen koordiniert und mit wichtigen Partnern, wie z. B. der Deutschen Telekom, die für Hessen das Netzwerk zwischen den Basisstationen bereitstellt, kommuniziert. Da der Digitalfunk ein bundesweites Netz ist, gehört es weiter zu den Aufgaben des Notfallstabes, die Maßnahmen mit der Bundesanstalt für den Digitalfunk in Berlin (BDBOS) abzustimmen.

Gegen 17.00 Uhr entspannte sich die Situation, die im Notstrom befindlichen Basisstationen wurden wieder über das normale Stromnetz versorgt. Um 18.00 Uhr konnte die Lage durch den Leiter des Notfallstabes der Autorisierten Stelle Hessen an den 24/7-Schichtdienst der Betriebskoordination zur weiteren Einsatzbegleitung übergeben werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte „Friederike“ Hessen wieder verlassen. Alle TETRA-Basisstationen wurden wieder über das Stromnetz versorgt.

Zusammenfassend konnte „Friederike“ dem Digitalfunk letztlich nicht viel entgegensetzen. Lediglich drei Basisstation waren kurzfristig von einem Ausfall betroffen, wovon zwei Basisstationen aufgrund fehlender Zufahrten durch umgestürzte Bäume erst nachträglich angefahren werden konnten. Die Funkversorgung für Fahrzeuge im regionalen Raum war aber auch in diesem Fall durchgehend gesichert.

 

 

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