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Tricks an der Haustüre

Hessisches Landeskriminalamt

Tricks an der Haustüre

Bei Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, die sich an der Haustür abspielen, handelt es sich in den meisten Fällen um einen sogenannten Trickdiebstahl oder Trickbetrug.

Beim Trickdiebstahl an der Haustür geht es den Tätergruppierungen vornehmlich darum, unter einem Vorwand in die Wohnung der Opfer zu gelangen. Mittels gezielter Ablenkung und durch geschicktes Verhalten der Täterinnen und Täter sollen unbemerkt Bargeld und / oder Wertgegenstände (z.B. Schmuck) aus der Wohnung entwendet werden.

Meist bitten sie lediglich um eine Gefälligkeit (z. B. Glas Wasser, Zettel), täuschen eine Notlage vor oder sie geben vor, das Opfer zu kennen. In anderen Fällen versuchen sie sich durch Legendenbildung (Polizei, Mitarbeiter von Versorgungsbetrieben, Bankmitarbeiter, sonstige Handwerker, etc.) Zutritt in die Wohnung zu verschaffen. Die Legende soll in der Regel durch Vorzeigen gefälschter Ausweise unterstützt werden.

Die Tätergruppierungen agieren dabei in der Regel mindestens zu zweit und treffen auch vor der Tat meist umfangreiche Vorbereitungen, z. B. Ausbaldowern von möglichen Tatorten.

Während einer der Tatbeteiligten damit beschäftigt ist, das Opfer durch geschickte Gesprächsführung abzulenken, erfolgt das Durchsuchen der Wohnung bzw. die Entwendung der Wertgegenstände durch den zweiten Täter / die zweite Täterin. Um Seriosität vorzutäuschen, kündigen sich die Täterinnen und Täter nicht selten vorab telefonisch bei den Opfern an. So verschaffen sie sich einen ersten Eindruck von ihrem potentiellen Opfer, können eine „Voraufklärung“ der Situation vornehmen und fördern zusätzlich das Vertrauensverhältnis zu ihrem potentiellen Opfer.

Auch beim Trickbetrug an der Haustür geht es den Tätergruppierungen in den meisten Fällen darum, unter einem Vorwand in die Wohnung der in der Regel älteren Opfer zu gelangen. Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen werden die Opfer sodann im Gegensatz zum Trickdiebstahl zur Herausgabe von Bargeld, EC-Karten oder sonstigen Schmuck und / oder Wertgegenständen aufgefordert. Die Vermögensverfügung geht somit vom Opfer aus.

In vielen Fällen handelt es sich beim Betrug an der Haustür auch um sogenannte „Haustürgeschäfte“ i. S. d. § 312 BGB. Ziel solcher Geschäfte ist es, durch unseriöse Methoden, Verträge oder Abonnements abzuschließen. Die Tätergruppierungen treten auch hier in verschiedenen Rollen auf (z. B. Versicherungskaufmann, Staubsaugervertreter, Strom- oder Telefonanbieter) und versuchen ihre Opfer durch Versprechungen und / oder Täuschungen zu einer Vertragsunterschrift zu animieren.

Sehr oft unterschreiben gerade ältere Menschen aus Gutgläubigkeit, fehlender Rechtskenntnis, Angst oder um die aufdringlichen Verkäuferinnen oder Verkäufer möglichst schnell wieder loszuwerden, einen Vertrag oder kaufen ein völlig überteuertes Produkt.

Teilweise appellieren sie an ihr Mitgefühl, indem sie vorgeben, für eine soziale Einrichtung zu arbeiten, andere wiederum locken mit vermeintlichen Schnäppchen, Gratisangeboten oder Gewinnen.

Nach dem Gesetz kann ein Haustürgeschäft i. S. d. § 312 BGB jedoch auch vorliegen, wenn der Vertragsabschluss nicht innerhalb der Wohnung oder an der Haustür geschieht.  Immer erforderlich ist, dass ein Vertragsabschluss zwischen einem Opfer und einem Unternehmer / Täter vorliegt, welcher auf eine entgeltliche Leistung gerichtet ist.

Die Polizei rät:

  • Lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung. Wenn Sie die Besucherinnen oder Besucher nicht kennen, lassen Sie die Kette vorgelegt und sprechen mit ihnen nur durch die halb geöffnete Tür.
  • Nutzen Sie den Türspion und sprechen durch die geschlossene Tür / Sprechanlage mit der unbekannten Person.
  • Lassen Sie Handwerkerinnen und Handwerker nur dann in Ihre Wohnung, wenn Sie sie selbst bestellt haben oder wenn Sie von Vermieterseite bzw. der Hausverwaltung angekündigt wurden.
  • Ist eine Person an Ihrer Haustür zu aufdringlich und lässt sich von Ihnen überhaupt nicht abweisen: Benachrichtigen Sie die Polizei.
  • Seinen Sie misstrauisch und ziehen Sie ggfs. Nachbarn als Vertrauensperson hinzu.
  • Lassen Sie sich von keiner unbekannten Person ihre Einkaufstaschen in die Wohnung tragen.

In den Broschüren Sicher lebenPDF-Symbol (7,86MB) und„Sicher ZuhausePDF-Symbol (5,41MB) sowie unter www.polizei-beratung.de erhalten Seniorinnen und Senioren darüber hinaus Sicherheitstipps zu weiteren Formen des Trickbetruges und Straftaten zum Nachteil älterer Menschen.

Weitere Infos zu der Thematik Trickdiebstahl/Haustürgeschäfte finden Sie unter:

"Rate mal wer dran ist?" PDF-Symbol (2,7 Mb)(Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend).