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Enkeltrick

Der Enkeltrick

Das Phänomen „Enkeltrick“ trat erstmals 1999 im Hamburger Raum auf und breitete sich nahezu flächendeckend über das gesamte Bundesgebiet aus. Mittlerweile handelt es sich dabei um ein europaweites Phänomen.

Zwar ist in Hessen die Fallzahlenentwicklung im Bereich des Enkeltricks in den Jahren 2014 und 2015 leicht rückläufig, dennoch bleibt festzustellen, dass sich das Fallaufkommen im Phänomenbereich Enkeltrick weiterhin auf einem hohen Niveau befindet, welches zeitlich und regional unterschiedlichen Entwicklungen unterliegt.

Der Enkeltrick ist eine Betrugsform, die sich gezielt gegen ältere Menschen richtet. Dabei gibt sich der Betrüger am Telefon im Rahmen einer rhetorisch geschickten, professionellen Gesprächsführung als Verwandter (z. B. Enkel, Neffe, Nichte) des Angerufenen aus. Mit den Worten „Rate mal wer dran ist“ oder ähnlichen Formulierungen werden die Gespräche in der Regel eröffnet.

Im weiteren Gesprächsverlauf täuschen die Täterinnen / Täter eine dringende, persönliche Notlage und einen finanziellen Engpass vor (z. B. Wohnungs- oder Autokauf).

Sie fordern von den Opfern (kurzfristige) Bargeldzahlungen als vermeintliche Hilfe aus der Notlage, wobei eine Rückzahlung stets zugesichert wird.

Sofern die Geschädigten das Bargeld nicht zuhause haben, werden diese gebeten, den entsprechenden Betrag bei ihrer Bank abzuheben.

Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt und die Opfer werden erfahrungsgemäß durch mehrmalige Anrufe massiv unter Druck gesetzt.

Es wird zudem um absolute Verschwiegenheit gegenüber den Angehörigen gebeten.

Sobald sich das potentielle Oper zur „Hilfe“ bereit erklärt hat und das Geld zur Verfügung steht, wird ein Bote (z.B. getarnt als Freund des Verwandten oder Mitarbeiter eines Notarbüros) zur Abholung des Geldes in der Regel an die Wohnanschrift des Opfers gesandt.

Nach der Geldübergabe verlieren die Geschädigten unwiederbringlich ihre nicht selten über Jahre angesammelten Ersparnisse.

Während der gesamten Tat werden die potentiellen Opfer sowohl durch die häufigen Telefonanrufe aber auch durch die „Abholer“ kontrolliert.

Bei geringsten Anzeichen für eine mögliche Einbeziehung der Polizei wird die Tat sofort abgebrochen.

Die Polizei rät:

  • Fragen Sie immer nach dem Namen des Anrufers.
  • Rufen Sie die oder den „Verwandten“ zurück. Verwenden Sie dazu die Ihnen bekannte Telefonnummer – nicht aber eine Nummer, die die Anruferin oder der Anrufer Ihnen möglicherweise gegeben hat.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht ausfragen. Geben Sie keine Details Ihrer familiären oder finanziellen Verhältnisse preis.
  • Bevor Sie jemandem (auch einer bzw. einem angeblichen „Verwandten“) mit Geld zu helfen versprechen: Besprechen Sie die Angelegenheit mit einer Person Ihres Vertrauens, z. B. mit einem Familienmitglied, einer Freundin, einem Freund oder auch einer Bankmitarbeiterin oder einem Bankmitarbeiter. Wenn Ihnen die Sache „nicht geheuer“ ist, informieren Sie bitte Ihre örtliche Polizeidienststelle.
  • Übergeben Sie kein Bargeld an Ihnen unbekannte Personen. Bei Forderungen von Bargeld am Telefon – legen Sie sofort auf!

Ein mit dem Titel „Enkeltrick“ bezeichnetes 2 rote Pfeile Themenfaltblatt PDF-Symbol (295 KB) enthält weitere Hinweise zur Erscheinungsform und beschreibt Möglichkeiten, diese Form des Trickbetruges zu erkennen. Es wendet sich gleichermaßen an mögliche Opfer und an Menschen, die sich berufsbedingt mit älteren Menschen beschäftigen oder privat mit lebensälteren Menschen zusammenleben.

In den Broschüren Sicher lebenPDF-Symbol (7,86MB)und  „Sicher ZuhausePDF-Symbol (5,41MB) sowie unter www.polizei-beratung.de erhalten Seniorinnen und Senioren darüber hinaus Sicherheitstipps zu weiteren Formen des Trickbetruges und Straftaten zum Nachteil älterer Menschen.

Weitere Infos zu der Thematik Trickdiebstahl/Haustürgeschäfte finden Sie unter: "Rate mal wer dran ist?" PDF-Symbol (2,7 Mb)(Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend).