Hessische Polizei - Polizeiautos
 
29.05.2019 | Fahrraddiebstahl

Das Fahrrad gut sichern, Dieben die Chancen nehmen

„Fahrradsicherung am Strand"

Das teure Mountainbike ist weg. Gestohlen. Der Baum an dem es angekettet war, ist ebenfalls weg. Abgesägt. Nur ein Stumpf ragt noch in den Himmel. „Fälle wie dieser sind zwar nicht die Regel, aber auch kein Einzelfall“, sagt Claus Opfermann, Fachmann in Sachen Prävention. Er weiß: Diebe sind mit allen Wassern gewaschen und werden, um an ein Rad zu gelangen, erfinderisch.

2018 wurden in Hessen 13.177 Fahrräder gestohlen. Davon waren 2452 nicht gesichert, 10.725 waren es. „Dabei ist es eigentlich nicht schwer, Räder effektiv gegen Diebstahl zu schützen“, sagt Claus Opfermann.

Auf das richtige Schloss kommt es an

Er rät Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern, in ein gutes Schloss zu investieren. „Man sollte zu stabilen Ketten-, Bügel- oder Faltschlössern mit massiven Schließsystem greifen. Im Idealfall aus hochwertigem Material", empfiehlt Claus Opfermann. Die Finger lassen sollte man hingegen von Seil- und Kabelschlössern, die bereits für wenige Euro im Baumarkt und im Internet zu haben sind. „Sie halten nur den unorganisierten Gelegenheitstäter ab. Für den Profi sind sie leicht und sekundenschnell zu überwinden.“

Eher Marktplatz als dunkle Anliegerstraße

Anschließen oder -ketten sollte man das Fahrrad mit dem Rahmen an einen fest verankerten Gegenstand, etwa eine Laterne oder einen Fahrradständer. „Auch, wenn man ein Fahrrad in einem Gebäude – beispielsweise im Keller oder in einer Garage – abstellt, sollte man es sichern“, rät Claus Opfermann. „Schlecht einzusehende Straßen und dunkle Ecken sind weniger ratsame Abstellorte, als ein belebter Marktplatz. Auf einem hochfrequentierten öffentlichen Platz fällt eher auf, wenn sich ein Fahrraddieb an einem Schloss zu schaffen macht.“ Teure Ersatzteile, etwa Akkus von Elektrofahrrädern, sollten mitgenommen oder mit einem zusätzlichen Schloss versehen werden. Der Experte vom Hessischen Landeskriminalamt empfiehlt zudem, Fahrräder nicht über eine längere Zeit im öffentlichen Raum abzustellen.

Auf Kenntlichmachung setzen

Rahmen- oder Codiernummer, Marke und Typ eines Fahrrades sollten Radbesitzer in einem Fahrradpass festhalten. „Ohne diese Daten ist es für die Polizei sehr schwierig, aufgefundene Räder wieder zurückzugeben. Den Fahrradpass gibt es als App, im Internet und in jeder Polizeidienststelle“, sagt Claus Opfermann.

Zudem bietet die hessische Polizei in ihren Präsidien und Direktionen regelmäßig kostenfreie Codieraktionen an. Die Termine finden sich im Kalender auf der Homepage www.polizei.hessen.de. Auch Institutionen und Vereine, etwa der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), bieten immer wieder Radcodierungen an. Claus Opfermann: „Gestohlene Räder lassen sich durch die Kenntlichmachung nicht nur leicht zuordnen, sondern die Codierungen sind auch schlecht zu entfernen, gekennzeichnete Fahrräder damit ein weniger attraktives Ziel für Diebe.“