Hessische Polizei - Polizeiautos
 
14.04.2016

Wertsachenkennzeichnung nach dem hesseneinheitlichen Codierverfahren – F.E.I.N.

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Täglich fallen Gegenstände im Besitz von Tatverdächtigen oder als Fundsachen an. Obwohl der Verdacht einer Herkunft aus Straftaten besteht, kann man sie ihrem rechtmäßigen Eigentümer oft nicht zuordnen, weil sie nicht individuell gekennzeichnet oder nicht in der Fahndung erfasst sind.

Eine möglichst unauslöschliche, individuelle Kennzeichnung von Gegenständen macht die Sachen bei einem Diebstahl für Hehler weniger interessant, ermöglicht die Sachfahndung oder - mit dem persönlichen Wertsachencode - sogar die Zuordnung zu einer Eigentümeranschrift und erleichtert die Versicherungsregulierung.

Herr Opfermann vom Hessichen Landeskriminalamt, Prävention, bei der Kennzeichnung von Fahrrädern!Für Fahrräder gibt es eigene "Pässe" zur Eintragung der herstellerseitigen und eigenen (Wertsachen-) Kennzeichnung mit Aufklebern, die zur Abschreckung potentieller Diebe am Fahrrad auf die Erfassung fahndungsgeeigneter Daten hinweisen.
Gerade im Frühling, wenn die Temperaturen steigen und die Räder aus Kellern und Garagen geholt werden, beginnt die Hochsaison der Fahrraddiebe. Und die sind sehr aktiv: In den vergangenen sechs Jahren registrierte die Polizei bundesweit immer mehr als 300.000 Fälle von Fahrrad-Diebstahl.

Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung "Keine Chance für Fahrrad-Diebe" des Hessischen Landeskriminalamtes vom 13.04.2016

Doch nicht nur Fahrräder lassen sich „codieren“!

Was kann alles codiert werden?
Bei einer Vielzahl von Wertgegenständen kann der persönliche Wertsachencode durch Gravieren, Ätzen, Lasern, Einbrennen oder auf manchen porösen bzw. saugfähigen Oberflächen, z.B. Teppiche, mittels Wäschetinte an-/aufgebracht werden.

Hier einige Beispiele, die für eine Wertsachenkennzeichnung geeignet sind:

Antiquitäten, Arbeits-/Baugeräte, Computer/Laptop, Fahrräder, Fernseher/Monitore, Gartengeräte, Gemälde, Kameras/Rekorder, Kinderwagen, Musikinstrumente, Reitsättel und Zubehör, Schmuck/Uhren, Skates, Skier/Snowboards, Tauchausrüstungen, Teppiche u.v.m..

Bild: ProPK Wertsachenkennzeichnung

Wie setzt sich Ihr persönlicher Wertsachencode zusammen?
Das System beruht auf einer einfachen Verschlüsselung Ihrer persönlichen Adressen-Daten auf Buchstaben- (B) und Ziffernbasis (Z). Hessen nutzt den Gemeinde- und den kommunalen Straßenschlüssel sowie Ihre Hausnummer, Ihre Initialen und das Jahr der Codierung.

 

Zusammensetzung des Wertsachencodes BBBB-ZZ-ZZZZZ-ZZZ-BB

BBBB |ein- bis vierstellig | Kraftfahrzeugkennzeichen, z.B. „F“ für Frankfurt/Main, „KS“ für Kassel, „MTK“ für Main-Taunus-Kreis

ZZ |zweistellig | Gemeindeschlüssel

ZZZZZ | fünfstellig Straßenschlüssel

ZZZ |drei- bis vierstellig |Hausnummer

BB |zweistellig |Initialen des Eigentümers

ZZ |zweistellig |Jahr der Codierung

 

Beispiel: FB 08 00045 003 RM 13

FB | Landkreis Wetterau

08 | Gemeindeschlüssel für „Stadt Friedberg“

00045 | Straßenschlüssel für „Albanusstraße“

003 | Hausnummer von...

RM | Ralf Mustermann

13 | Jahr der Codierung

 

Von wem erfahre ich meinen persönlichen Wertsachencode?
Jede (Kriminal-)Polizeiliche Beratungsstelle kann Ihnen Ihren Wertsachencode zusammenstellen.

Sie können aber auch Ihren persönlichen Wertsachencode per 2 rote Pfeile Code-Generator des ADFC in Erfahrung bringen.

Eine Anfrage per Email - unter Nennung von Name, Vorname, Straße, Wohnort/Kreis - an "sg131.HLKA(at)polizei.hessen.de" ist ebenfalls möglich.

Eine Registrierung Ihres persönlichen Wertsachencodes bei der Polizei ist bei diesem Codiersystem nicht erforderlich.

Wer führt Wertsachencodierungen durch?
Fahrradhändler, Reitzubehörgeschäfte, Vereine, Opferhilfseinrichtungen, pp.. In Einzelfällen und auf besondere Anfrage auch die Polizei selbst.

Auch hierüber können Ihnen die 2 rote Pfeile (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen weitergehende Auskünfte erteilen.

Der Allgemeine-Deutsche-Fahrrad-Club (ADFC) bietet regelmäßig Termine für eine Fahrrädercodierung an.

Anfragen bitte an den 2 rote Pfeile ADFC-Hessen.

Was sollte außerdem bei Wertsachen beachtet werden?

  • Wertsachen mit Kennzeichnung, Hersteller, Marke, Typ, individueller Gerätenummer (nicht Seriennummer), Kaufdatum und Preis in einer Wertsachenliste erfassen.
  • Von hochwertigen Sachen (Schmuck, Pelze, Teppiche, Kunstgegenstände, Antiquitäten) zusätzlich Farbfotos mit Maßstab und Farbskala machen, Expertise (Sachverständigengutachten) beifügen.
  • Wertsachen zu Hause nicht offen herumliegen lassen - Sparbücher, Scheckformulare, Schmuck und Bargeld nicht in einer Kassette, sondern in einem versteckt eingebauten und fest verankerten oder eingemauerten Wertbehältnis aufbewahren.
  • Wichtige Dokumente (auch Wertsachenliste, Fotos und Versicherungsunterlagen), wertvolle Sammlungen, Gold und nur selten gebrauchten Schmuck am sichersten im Bankschließfach deponieren.
  • Nach einem Diebstahl sofort die Polizei benachrichtigen, fahndungsgeeignete Daten bekannt geben.
  • Unter www.polizei-beratung.de erhalten Sie ein 2 rote Pfeile Wertgegenstandsverzeichnis zum Herunterladen. Das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) ist ein von den Ländern und dem Bund gemeinsam getragenes Programm, das die Bevölkerung, Multiplikatoren, Medien und andere Präventionsträger über Erscheinungsformen der Kriminalität und Möglichkeiten zu deren Verhinderung aufklärt.
  • Über Sicherung und Kennzeichnung von Wertsachen informiert die 2 rote Pfeile (Kriminal-)Polizeiliche Beratungsstelle.