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Betrugsmaschen am Geldautomaten

Betrugsmaschen am Geldautomaten

1.1 Skimming

Was ist Skimming?

Der englische Begriff "Skimming" bedeutet "Abschöpfen" oder "Absahnen" und steht für eine Methode, Daten von Kredit- und Debitkarte (früher auch als ec-Karte bezeichnet) "auszuspähen".

Beim „Skimming“ werden illegal die Magnetstreifendaten der Karten ausgelesen und auf Kartenrohlinge, sogenannte White Plastics, übertragen. Damit heben die Täter im Ausland – zusammen mit der PIN - Geld vom Konto der Opfer ab. Denn in außereuropäischen Staaten genügt es, den Magnetstreifen zu fälschen, um in Kombination mit der PIN an das Geld der Opfer zu kommen. In Deutschland werden nur Karten mit einem EMV Daten-Chip akzeptiert. Da die Karte im Besitz des Eigentümers verbleibt, bemerkt der Inhaber des Kontos diesen Angriff in der Regel erst mit der Abholung der Kontoauszüge oder wenn die Bank nach Überziehung des Dispositionskreditrahmens einschreitet.

Das Geld auf Ihrem Girokonto gehört Ihnen. Damit das so bleibt und sich kein Betrüger über Ihr Geld freut, sollten Sie am Geldautomaten aufmerksam sein: Wenn Sie beim Geldabheben einige Sicherheits-Tipps beachten, können Sie vielen Betrügern die Tour vermiesen.

Hand mit EC Karte am Geldautomate; Quelle: www.polizeiberatung.de
(Einstecken einer EC-Karte am Geldautomaten)

Vorgehensweise der Täter:

Um in den Besitz der Kartendaten zu kommen, installieren die Täter vor dem Karteneinschubschacht der Geldautomaten ein eigens hergestelltes Kartenlesegerät oder sogar eine vollständige Frontplatte. Diese von den Tätern benutzten Kartenleser sind optisch dem Modell des Geldausgabeautomaten angepasst (gleiche Farbe, gleiche Aufkleber) und so hergestellt, dass die eingeschobene Bankkarte durch das illegale Lesegerät zum originalen Kartenleser weitertransportiert wird. So werden die Magnetstreifendaten ausgelesen und gespeichert, ohne dass die Bedienung des Geldausgabeautomaten beeinträchtigt und der Kunde misstrauisch wird.

Die Eingabe der PIN wird mit einer Mini-Kamera gefilmt, die oft oberhalb der Tastatur in einer angeklebten Kameraleiste versteckt ist. Diese Kameraleiste ist in der Regel an Form und Farbe des Geldautomaten angepasst und selbst für argwöhnische Benutzer kaum erkennbar. Es kommen aber auch manipulierte Eingabefelder zum Einsatz, die über das eigentliche Tastenfeld geklebt werden. Damit können die Tastendrücke aufgezeichnet werden.

So schützen Sie sich vor Skimming:

  • Gehen Sie bitte sorgsam mit Ihren Zahlungskarten um und bewahren Sie die PIN stets getrennt von der Karte auf.
  • Haben Sie mehrere Zahlungskarten? Betätigen Sie den Türöffner eines Bankinstitutes nicht mit der gleichen Karte, mit der Sie anschließend Geld abheben möchten.
  • Geben Sie Ihre PIN niemals an einem Türöffner eines Bankinstitutes ein. Kein Geldinstitut verlangt für den Zugang zum Geldautomaten die Eingabe der PIN. Der Kartenleser hat immer nur die Funktion des Türöffners. Verständigen Sie in solchen Fällen die Polizei und das Geldinstitut.
  • Achten Sie darauf, dass die Eingabe Ihrer PIN nicht von anderen beobachtet werden kann. Sorgen Sie für einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum nächsten Kunden.
  • Decken Sie während der PIN-Eingabe das Tastaturfeld mit der anderen Hand oder einem Gegenstand (z. B. Geldbörse, Blatt Papier) als Sichtschutz vollständig ab. Das erschwert das "Ausspähen" per Kamera oder Foto-Handy erheblich.
  • Nutzen Sie keinen Geldausgabeautomaten, an dem Ihnen etwas ungewöhnlich erscheint, z. B. angebrachte Leisten oder Verblendungen, abstehende und lockere Teile, Spuren von Kleber rund um den Kartenschlitz.
  • Bei Verdacht auf Manipulation sollten Sie den Automaten nicht nutzen. Verständigen Sie die Polizei, um mögliche Spuren sichern zu können.

Weitere Maßnahmen:

  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge und wenden Sie sich bei Auffälligkeiten sofort an Ihre Bank.
  • Bei dem Verdacht der Ausspähung Ihrer Kartendaten lassen Sie bitte umgehend die Karte über Ihre Bank bzw. den bundesweiten 2 rote Pfeile Sperrnotruf unter 116116 sperren und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

2 rote Pfeile nach oben

2 rote Pfeile Tipps zum Betrug an Geldautomaten unter www.polizei-beratung.de

Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem Geldinstitut, bei den Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen und im Internet unter:

2 rote Pfeile www.polizei-beratung.de
2 rote Pfeile www.kartensicherheit.de
2 rote Pfeile www.sperr-notruf.de

1.2 Manipulationsgeräte am Geldausgabeautomaten

1.3 Versteckte Kamera

Um an fremdes Geld zu kommen, benötigen die Verbrecher lediglich die Daten auf dem Magnetstreifen der Karte und die PIN-Nummer. Die Banken kontrollieren ihre Geldautomaten zwar ständig und treffen Vorkehrungen, um Betrug zu vermeiden, eine 100 %-ige Sicherheit kann das aber leider nicht gewähren.

Die versteckte Kamera ist die wahrscheinlich häufigste Ausspähmethode und filmt die Eingabe der Geheimnummer. Sie ist oft winzig und auf den ersten Blick nicht zu sehen. Daher sollte man das Zahlenfeld möglichst mit den Händen oder anderweitig abdecken, wenn man Geld vom Girokonto abhebt.

1.4 Falsche Tastatur, angeklebter Kartenvorsatz

Auch Aufsätze am Kartenschlitz, die die Kartendaten ablesen, und aufgeklebte oder aufgesetzte Tastaturen häufen sich. Diese zu erkennen ist nicht leicht. Sollten Sie beim Umgang aber lockere Teile am Geldautomaten feststellen, oder wirken Teile tatsächlich aufgesetzt und nicht original zugehörig, brechen Sie den Vorgang ab und melden Sie den Verdacht der Bank.

Auch eventuelle von Betrügern inszenierte Defekte oder Fehlermeldungen sollten Sie sofort melden. Beim sogenannten „Cash-Trapping“ wird der Geldausgabeschaft mittels aufgeklebten Vorsatzgeräten so manipuliert, dass beim Abhebevorgang die Geldscheine im Ausgabeschacht zurückgehalten werden.

2. Zahlungskartenbetrug

Das bargeldlose Bezahlen mit  Kredit- und Debitkarte (früher auch als ec- karte bezeichnet), per Lastschrift oder auch online ist heute eine Selbstverständlichkeit.

Häufig gelangen Täter durch Diebstahl oder Einbruch in den besitz der Zahlungskarte. Das unrechtmäßige Auslesen kann zur späteren Herstellung von Kartendubletten genutzt werden. Darüber hinaus können die Täter durch Ausspähen der PIN (z. B. beim Geldabhaben am Geldautomat oder beim Bezahlen im Ladengeschäft) in deren Besitz kommen.

Täter können damit u. a.

  • mit der Debitkarte und PIN im Handel bezahlen
  • mit der Debitkarte und gefälschter Unterschrift im Handel an der Kasse bezahlen
  • mit der Geldkarten-Funktion der Debitkarte bezahlen
  • mit der Kreditkarte im Handel bezahlen
  • mit gefälschten Debitkarten an ausländischen Geldautomaten Geld abheben oder
  • mit Kreditkarten(-daten) im Mail-, Phone- bzw. Internet-Order-Verfahren bezahlen

Folgende Tipps sollten Sie zur Vorsorge beachten:

  • Behandeln Sie Ihre Debit-/Kreditkarten sorgfältig wie Bargeld und tragen Sie diese dicht am Körper verteilt in verschlossenen Innentaschen der Kleidung.
  • Lassen Sie Zahlungskarten niemals in Büro-/Arbeitsräumen, Schwimmbädern, Krankenhäusern, Hotelzimmern, Kraftfahrzeugen etc. weder offen noch versteckt liegen, auch nicht für kurze Zeit.
  • Rechnen Sie insbesondere in Restaurants, Kaufhäusern, Bahnhöfen sowie Messen oder Ausstellungen mit Taschendieben.
  • Überzeugen Sie sich regelmäßig, ob Sie Ihre Karte(n) noch besitzen.
  • Werfen Sie Ihre Debit-/Kreditkartenbelege nicht in den Papierkorb der Bank/des Geschäftes. Mit den Kontodaten aus dem Papierkorb ist ihr Geld vor Tätern nicht mehr sicher.
  • Vergleichen Sie zeitnah Ihre Rechnungen mit den Abbuchungen auf Ihrem Konto.
  • Behalten Sie Ihre Karten stets im Auge.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie nach dem Bezahlen stets Ihre eigene Zahlungskarte zurückerhalten. Bestehen Sie darauf, dass verschriebene Kartenbelege sofort ungültig gemacht werden.
  • Beachten Sie alle Auflagen, die vertraglich mit Ihnen vereinbart wurden. Lesen Sie auch das Kleingedruckte im Vertrag – vor allem die Abschnitte über die Haftung.

Sollte Ihnen Ihre Karte – durch Diebstahl oder sonstigen Verlust – abhanden gekommen sein, ist es unbedingt erforderlich, Folgendes zu beachten:

  • Lassen Sie Ihre Karte sofort sperren (Sperr-Notruf)!
  • Informieren Sie nach der Sperrung Ihrer Karte zudem Ihr kontoführendes Institut.
  • Bleiben Sie beim Geldautomaten, auch wenn kein Geld ausgegeben wird. Lassen Sie sich nicht von vermeintlich „hilfsbereiten Fremden vom Automaten weglocken.
  • Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Straftat sofort die Polizei!

2.1 Umgang mit der PIN am Geldautomaten, Kassen etc.

Eine wichtige Voraussetzung  für die Sicherheit im Umgang mit Zahlungskarten ist und bleibt die sorgfältige Handhabung der Kartendaten und der PIN. Geben Sie Ihre PIN NIE an Dritte weiter, nicht einmal Geldinstitute oder Kreditkartenunternehmen kennen die PIN. Weder Amtspersonen (z. B. Polizeibeamte) noch Mitarbeiter von Geldinstituten werden nach Ihrer PIN fragen.

Prägen Sie sich Ihre PIN am besten ein und vernichten Sie den PIN-Brief. Auf keinen Fall sollten Sie die PIN irgendwo notieren. Schon gar nicht auf der Zahlungskarte, im Adressbuch oder Handy.

Beobachten Sie bereits beim Geldabheben Ihr Umfeld genau. Achten Sie bei der Eingabe der PIN am Geldautomaten oder im Handel am Kassenautomaten stets darauf, dass niemand den Vorgang beobachten kann. Bitten Sie aufdringliche Personen oder angebliche Helfer höflich aber bestimmt auf Distanz zu bleiben.

Verdecken Sie die PIN-Eingabe, indem sie die Hand oder die Geldbörse als Sichtschutz dicht über die Tastatur halten. Das erschwert ein Ausspähen erheblich. Geben Sie die PIN niemals bei Türöffnern ein, auch nicht bei Geldinstituten. Eine Aufforderung mittels Hinweiszettel zur mehrmaligen Eingabe der PIN nicht befolgen. Geben Sie beim Bezahlen nicht die PIN bekannt und achten Sie auf die Rückgabe Ihrer Zahlungskarte.

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