Bildcollage des Technikpräsidiums der hessischen Polizei
 

Funknetz

Funknetz

Antennenmast.jpgDerzeit verfügt Hessen über eine Netzabdeckung von rund 99 Prozent der hessischen Landesflächen für den Fahrzeugfunk sowie für Handfunksprechgeräte von rund 97 Prozent im Bereich der Siedlungsflächen. Hinsichtlich der Netzgüte hat Hessen von Beginn an auf einen höheren Standard (GAN 2/4 zu GAN0/2) im Vergleich zu anderen Bundesländern gesetzt. Und der Ausbau ist noch nicht abgeschlossen. Doch schon jetzt verfügt Hessen im bundesweiten Vergleich aktuell über die beste Netzabdeckung.

 

Infrastruktur Funk- und Festnetzplanung

Von den bundesweit ca. 4.500 Basisstationen des Digitalfunks BOS stehen über 400 in Hessen. Das Suchen und Finden des optimalen Standortes für eine Basisstation des Digitalfunks zur bestmöglichen Funkversorgung einer Region ist Aufgabe der Funknetzplaner. Sie sind Teil des Sachgebiets „Funk- und Festnetzplanung“ der Landesstelle BOS-Funk Hessen. Die Standorte der derzeit 401 hessischen Basisstationen beruhen auf ihren Planungen und Erfahrungen. Ziel war es vor vielen Jahren, 96 Prozent der Fläche Hessens mit Digitalfunk für den Fahrzeugbetrieb zu versorgen, in den Ballungsgebieten  sollte eine Funkversorgung mit Handfunkgeräten möglich sein. Dass heute das Digitalfunknetz in Hessen ohne die noch vorgesehenen weiteren Feinjustierungsmaßnahmen trotz begrenzter Ressourcen besser ist als es damals beauftragt wurde, ist nicht zuletzt das Ergebnis einer intelligenten Funk- und Festnetzplanung.

 

Funknetzplanung

Die hessische Funknetzplanung legt die Anzahl, Position und technische Dimensionen der Digitalfunkstandorte in definiertem Rahmen fest. Hierfür kommen spezielle softwaregestützte Verfahren für die Berechnung und Auswertungen zur Anwendung, die eine Ausbreitung der Funksignale unter Berücksichtigung der örtlichen Begebenheiten (Wald, Wiesen, Bebauung, Höhenlage usw.) vorhersagen (sog. Prädiktion). Der Funkplaner erhält somit realitätsnahe Aussagen über das spätere Sendeverhalten eines Funkstandortes und legt mögliche Kandidaten für den neuen Standort fest. Auch wenn die Berechnungen selten von den späteren Messwerten abweichen, wird auf den „Blick ins Feld“ an dieser Stelle nicht verzichtet. Der Funkplanung steht hierfür ein geländetaugliches Fahrzeug zur Anfahrt der Standortkandidaten bereit. Bestückt mit Fernglas, Kompass und Kamera werden die berechneten Ergebnisse mit dem persönlichen Eindruck des erfahren Funknetzplaners abgeglichen, um im Idealfall bereits die genauen Flurstücke mittels Koordinaten des Navigationsgerätes festzuhalten. Dabei wird bereits versucht, Hinweise auf die möglichen Realisierungskosten (z. B. Stromerschließung) mit einzubeziehen (Abstand zu Siedlungen, Höfen, Wasserbehältern usw.). Vermeintlich geeignete Standortkandidaten werden anschließend zur Kontaktaufnahme mit den Eigentümern und Ämtern dem Standortmanagement übergeben. Sofern eine Einigung mit allen Beteiligten erzielt werden konnte, legt die Funknetzplanung die technischen Details (Antennencharakteristik, Kabelführung usw.) für eine bauliche Ausführung durch das Standortmanagement fest. Auch während der baulichen Realisierung arbeitet die Funknetzplanung „Hand in Hand“ mit dem Standortmanagement bis zur Fertigstellung und Inbetriebnahme des Standortes zusammen.

 

Festnetzplanung

Die Festnetzplanung ist für die Verbindung der Digitalfunkstandorte untereinander zuständig. Während beim Analogfunk weitere Entfernungen nur begrenzt mit aufwändig herzustellenden Relaisketten überbrückbar sind, sind im Digitalfunk sämtliche Standorte bundesweit über ein eigenständiges Netzwerk miteinander verbunden. Hierfür stehen dem Land Hessen mehrere Vermittlungsstellen für die Anbindung der errichteten Standorte im Digitalfunk zur Verfügung.

Die Festnetzplanung kümmert sich parallel während der Auswahl und Errichtung der Standorte um die Herstellung dieser Anbindung. Kupfer-, Glasfaser- oder Richtfunkverbindungen werden je nach Entfernung und Wirtschaftlichkeit zur Übertragung genutzt. Für einen störungsfreien Betrieb der Standorte untereinander werden enge Parametergrenzen durch die Festnetzplanung eingehalten. Im Ergebnis stehen im Digitalfunk bundesweit Gespräche bei Bedarf zur Verfügung. Für Hessen ermöglicht das erstmalig, dass Einsatzkräfte unabhängig von ihrem Standort zuverlässig erreicht werden können.

Da die Anbindungsleitungen immer über zwei Vermittlungsstellen geführt werden, kann prinzipiell sogar der Ausfall einer Vermittlungsstelle kompensiert werden. In Hessen werden aktuell für die derzeit 401 Basisstationen 491 Festnetzverbindungen benötigt.

 

Standortmanagement

Mast mit TETRA-Antenne.jpgDas Standortmanagement befasst sich mit der Ertüchtigung und Inbetriebnahme der Digitalfunkstandorte, der Eigentümerbetreuung und Mitnutzungskoordination, der Mängelbeseitigung und Instandhaltung sowie der Standortvermarktung und Standortdokumentation für die hessischen Basisstationen.

Bei der Standortakquisition werden umfangreiche Liegenschaftsrecherchen durchgeführt, um die seitens der Funk- und Festnetzplanung definierten Standorte für das Land Hessen nutzbar zu machen. Darunter fällt auch die Recherche von Standorteigentürmern oder von Netzbetreibern. Mit dem Ziel, potentielle Standorte für hessische Basisstationen vertraglich zu sichern, werden im Zuge von teilweise sehr umfangreichen, juristisch anspruchsvollen und langwierigen Vertragsverhandlungen Nutzungsvereinbarungen zwischen dem Land Hessen und z. B. Privatpersonen, Unternehmen oder auch Kommunen, Städten, Kreisen oder auch anderen Behörden des Landes Hessen geschlossen.

Darüber hinaus sind in diesem Organisationsbereich mehrere Bauingenieure beschäftigt, die sich u. a. um die Abstimmung der beteiligten Behörden und Organisationen zur Koordination der Baumaßnahmen und zur Überwachung des Baufortschritts im Zuge der baulichen Errichtung von Basisstationen kümmern. Neben der Planung und Prüfung der dazu notwendigen Investitionskosten gehören auch die Identifizierung und Dokumentation von Baumängeln, die Koordination der Mängelbeseitigung sowie die Instandhaltung von in Betrieb befindlichen Basisstationsstandorten zu diesem Aufgabenbereich.

Bei der Eigentümerbetreuung und der Mitnutzungskoordination erfolgt die Bearbeitung und Koordination von Anfragen von Vermietern fremder Masten oder Liegenschaften sowie von Mietern der landeseigenen Standorte. Hier ist der sogenannte „Single-Point-of-Contact“ zu unseren Vermietern und Mietern. Alle Kontakte zu Eigentümern und Netzbetreibern im Zuge der  Abstimmung und Koordination von Maßnahmen des Trouble-Managements, aber auch bei Prüfungen und Bearbeitungen von Bauplanungs- und/oder Vertragsunterlagen, bei der Erstellung von Zusatzvereinbarungen, Nachträgen oder von Verfügungen wegen Standortsperrungen werden von diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach außen und innen gesteuert.

Ferner erfolgt hier die Dokumentation der Standorte in der bundesweiten Datenbank NETsite, die Erstellung und Archivierung von Fotodokumentationen sowie der Vertrags- und Planungsunterlagen.