Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Nordhessen
 
Polizeipräsidium Nordhessen

Verkehrsunfalllagebild 2017

Polizeipräsident Konrad StelzenbachSehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

bei der Auswertung des diesjährigen Unfalllagebildes für das Jahr 2017 fällt besonders auf, dass sich die Zahl der tödlichen Unfälle weiter reduziert hat, obwohl die Gesamtzahl der polizeilich aufgenommenen Unfälle nochmals angestiegen ist.

So ereigneten sich 34 Unfälle mit tödlich verletzten Personen; die geringste Anzahl seit den statistischen Erhebungen in den siebziger Jahren. Dabei verloren 38 Menschen ihr Leben. Jedes Unfallopfer ist eines zu viel und hinter jeder verletzten oder getöteten Person stehen auch menschliche Schicksale. Es ist daher unser Ansporn, die strategische Zusammenarbeit mit den Kommunen, den Landesbehörden und den Trägern der Verkehrssicherheitsarbeit intensiv fortzusetzen. Die Reduzierung der schweren Unfallfolgen ist ein Kernauftrag der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit.

Insgesamt sind im Jahr 2017 in Nordhessen 21.767 Verkehrsunfälle und damit 1.219 mehr als im Vorjahr polizeilich registriert worden. Schwere Verletzungen erlitten 889 Verkehrsteilnehmer, 2.973 Menschen wurden leicht verletzt. Beide Zahlen sind etwas angestiegen, sind aber der zweitniedrigste Stand seit 2001.

Auch die seit Jahren steigende Anzahl der Verkehrsunfallfluchten steht im Fokus der Polizei. Dieses Delikt nahm nochmals um 348 auf 5.588 Fälle zu und macht rund ein Viertel aller Verkehrsstraftaten aus. Diese stetige Zunahme beschäftigte in diesem Jahr auch den Verkehrsgerichtstag in Goslar. Die Aufklärungsquote liegt seit Jahren um die 40%, von den Verkehrsunfallfluchten mit Personenschaden konnten 53 Prozent geklärt werden.

Einen ähnlich großen Anteil am Gesamtunfallaufkommen nehmen die Wildunfälle mit rund 24 Prozent ein. Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Einfluss von Alkohol und/oder Drogen ist leicht rückläufig. Sie sank von 536 auf 441 Unfälle.

Die Polizei in Nordhessen reduziert sich in ihren Tätigkeiten jedoch nicht nur auf die allgemein bekannten Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen, sondern setzt in ihrer Arbeit zunehmend auch auf die polizeiliche Verkehrsprävention. In Jugendverkehrsschulen, in der Seniorenarbeit, auf Messen oder Veranstaltungen sind wir mit dem Thema stets präsent und erreichen inzwischen auch in den sozialen Medien einen zunehmend größeren Anteil der Bevölkerung.

Wie in den vorausgegangenen Jahren werden, neben dem Ziel der Reduzierung von Verkehrsunfallfluchten auch die Bekämpfung der Hauptunfallursache Geschwindigkeit, die Reduzierung der Unfälle unter Beteiligung der jungen Fahrzeugführer von 17 bis 25 Jahren, das Fahren unter Alkohol und/oder Drogen, die Sicherheit in Schulbussen sowie die Senkung der Wildunfälle weitere Schwerpunkte bilden.

Abschließend darf ich mich auf diesem Weg ausdrücklich auch bei all denjenigen bedanken, die uns auf den verschiedenen Ebenen bei der Verkehrssicherheitsarbeit unterstützt haben.


Konrad Stelzenbach
Polizeipräsident

 

Das Polizeipräsidium Nordhessen umfasst einen Zuständigkeitsbereich von 5.585 Quadratkilometern und reicht von Bad Karlshafen im Norden bis Ottrau im Süden und Willingen im Westen bis Eschwege im Osten des Dienstbezirks. Ein zusätzlicher Schwerpunkt im Zuständigkeitsbereich sind die rund 150 Autobahnkilometer auf den Bundesautobahnen A7, A44 und A49 in Nordhessen.
Für Rückfragen steht Polizeihauptkommissar Sascha Gröling, Tel.: 0561 - 910 3013, zur Verfügung.     

 

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