Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
23.08.2016

Forschungsprojekt "Wildunfallprävention"

Die Bachelor-Thesis als Forschungsprojekt: innovativ und vielversprechend

Forschungsprojekt Wildunfallprävention: die drei Polizeikommissaranwärter vor dem Hinweisschild mit den aktuellen Wildunfallzahlen
Drei Polizeikommissaranwärter (PK-A) haben als Thema für ihre Thesis im Bachelor-Studium das Forschungsprojekt „Wildunfallprävention“ gegründet.

       
Im Gegensatz zu den wenigen anderen Projekten in diesem Bereich wollen sie nicht nur versuchen, auf das Wild Einfluss zu nehmen, sondern auf den Verkehrsteilnehmer: Bisher wurden Zäune, Geruchsstoffe und Reflektoren genutzt, um das Wild von den Straßen fern zu halten. Nun soll dem Verkehrsteilnehmer, ob Auto-, Motorrad- oder LKW-Fahrer, bewusst gemacht werden, dass er eine Strecke nutzt, auf welcher es vermehrt zu Wildunfällen gekommen ist.

Drei Polizeikommissaranwärter haben daher gemeinsam mit dem Dozenten von der hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung (HfPV) , Herrn Stefan Jacob, ein neues Hinweisschild konzeptioniert.

Forschungsprojekt Wildunfallprävention: drei Studenten der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung in Wiesbaden mit ihrem Dozenten von der HfPV, Herrn Stefan Jacob
Foto: drei Studenten der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung in Wiesbaden mit ihrem Dozenten von der HfPV, Herrn Stefan Jacob

Sven Munk beklebt das neue Hinweisschild mit den aktuellen Wildunfsllzahlen - seit Januar 2016 sind es 17Auf den Maßen 1,25m x 1,60m weist es nun drei Strecken in der Wetterau aus, welche durch eine hohe Anzahl von Wildunfällen auffallen.  Wöchentlich wird die tatsächliche Anzahl der Wildunfälle auf der jeweiligen Strecke auf dem Schild erkennbar aktualisiert.

Dadurch wird dem Verkehrsteilnehmer eine Aktualität der Gefahr vermittelt.

Foto rechts: Der Polizeikommissaranwärter beklebt das neue Hinweisschild mit den aktuellen Wildunfallzahlen - seit Januar 2016 sind es 17

Durch dieses Schild erhoffen sich die Anwärter eine aufmerksamere Fahrweise und dadurch einen messbaren Rückgang der Wildunfälle. Der persönliche Wunsch von Stefan Jacob wäre „eine Reduzierung der Wildunfälle um 30 Prozent“.

Doch nicht nur die Auswirkungen des Schildes werden bei dem Forschungsprojekt betrachtet: diverse Faktoren wie beispielsweise

  • Witterung,
  • Entwicklung der Wildpopulationen,
  • Verkehrsaufkommen und der
  • Bewuchs am Straßenrand

sollen ein Abschlussergebnis begründen.

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt, die Thesis werden die Polizeikommissaranwärter jedoch aus den Ergebnissen der ersten sechs Monate bilden.

Hierfür legen die Studenten ein besonders hohes Maß an Engagement an den Tag - auch über den Dienst hinaus. Dies war bereits im Vorfeld von Nöten, um Genehmigungen und Finanzierungen für das Projekt zu erlangen. Zukünftig werden sich zwei der Studenten jeden Wildunfall auf den ausgewählten Strecken persönlich ansehen. Sie sind jeweils Jagdausübungsberechtigte und wollen ihr Wissen aus diesem Bereich in die Thesis miteinfließen lassen. Die Auswertung und Bewertung aller gesammelten Informationen bedarf einen weiteren hohen zeitlichen Aufwand.

Begründet wird das Forschungsprojekt unter anderem durch den Anstieg der Anzahl von Wildunfällen, welcher aus dem Verkehrsbericht für das Land Hessen 2015 hervor geht. Demzufolge ist die Zahl der Wildunfälle 2015 um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Insgesamt machen die Wildunfälle etwa 14 Prozent aller Verkehrsunfälle aus.

Bei dem offiziellen Start des Projekts am 08.08.2016 in Florstadt waren auch die Leiterin der Direktion Verkehrssicherheit aus Mittelhessen,  Polizeioberrätin Gaby Häuser und der Leiter der Verkehrsinspektion Mittelhessen, Erster Polizeihauptkommissar Klaus-Uwe Becker anwesend. Ebenfalls war der Dienststellenleiter der Polizeistation Friedberg, Polizeirat Ulrich Römer, vor Ort und sicherte seine Unterstützung zu. Außerdem kam der Bürgermeister von Florstadt, Herr Herbert Unger, hinzu und wünschte den Anwärtern einen erfolgreichen Start.  

Gruppenfoto v.l.n.r.:
Gruppenfoto v.l.n.r.: drei Studenten mit ihrem Dozenten von der HfPV, Stefan Jacob, Polizeioberrätin Gaby Häuser, Bürgermeister Herbert Unger, Polizeirat Ulrich Römer, Polizeioberkommissar Bernd Junker und Erster Polizeihauptkommissar Klaus-Uwe Becker

Weiterhin erlangte das Forschungsprojekt bereits einige Aufmerksamkeit durch die Berichterstattung lokaler Medien.