Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
11.04.2016

80 Schwertransporte rollen zum Windpark

Polizei begleitet die Transporte und sorgt für Sicherheit

Eindrucksvolle Ansichten ergeben sich dem Betrachter bei dem Transport der Windräder
Wetteraukreis: Schwere Platten zum Schutz von Gehwegen, zum Teil abgetragene Kreisverkehrs-Inseln, aufgestellte Halteverbotsschilder oder abmontierte Schilder waren die äußeren Anzeichen für die Bewohner zwischen der Autobahn 45 und Gedern, dass etwas Großes bevorsteht.
   

Rund 80 Schwertransporte werden es am Ende sein, die sich seit dem 31. März auf dem Weg von der Anschlussstelle Florstadt der Autobahn 45  bis nach Gedern vorarbeiten. Zwischen Gedern und Kefenrod entsteht dort ein neuer Windpark mit vier Windrädern. Aus Bremerhaven kommt ein Großteil der Bauteile quer durch Deutschland bis in die östliche Wetterau.

Bis Mitte Mai sind die Transporte geplant, die stets in Begleitung der Polizei durchgeführt werden.

Etwa zwei bis drei Streifenwagen sind erforderlich, um die vor allem nachts stattfindenden Transporte zu begleiten. Aufgrund der Größe der Bauteile - und dementsprechend der Transportfahrzeuge - müssen immer wieder einzelne Streckenabschnitte durch die Beamten komplett gesperrt werden, um ein sicheres Vorankommen gewährleisten zu können. Mit Behinderungen im Straßenverkehr muss dabei vor allem bei einigen tagsüber stattfindenden Transporten gerechnet werden.

16 der 80 Transporte sind bei Tageslicht geplant. Die besonders großen Ladungsteile werden nachts nur bis zu einem Umladeplatz in Hirzenhain gebracht und erst bei Helligkeit bis zum Windpark bei Gedern transportiert. Dauerte der erste dieser Transporte am 31. März noch über fünf Stunden, sind alle an der Durchführung beteiligten Personen inzwischen so eingespielt, dass diese 12 Kilometer lange Transportstrecke am 06. April bereits in etwas mehr als zwei Stunden zurückgelegt werden konnten. Etwa 67 Meter lang, 4,20 Meter hoch und 4 Meter breit ist das Gespann, wenn einer der zwölf Windradflügel auf dem Spezialfahrzeug, einem Bladelifter, geladen ist. Von der Bundesstraße 275, über die Landstraße 3184 und die Kreisstraße 212 muss es auf seinem Weg immer wieder über enge Straßenabschnitte und durch Ortschaften bugsiert werden.

Auf dem Umladeplatz bei Hirzenhain werden die einzelnen Flügel der Windräder für den Weitertransport auf einem Spezialfahrzeug befestigt
Foto: Auf dem Umladeplatz bei Hirzenhain werden die einzelnen Flügel der Windräder
für den Weitertransport auf einem Spezialfahrzeug befestigt

Eindrucksvolle Ansichten ergeben sich dabei dem Betrachter, siehe Bildergalerie. Das Spezialfahrzeug kommt beim Transport der Windräder zum Einsatz, da es die Möglichkeit bietet, den Flügel abzusenken und anzuheben, je nachdem wie es die örtlichen Gegebenheiten gerade erforderlich machen. So muss der Flügel etwa wegen mehrerer Überlandleitungen und Telefonleitungen auf der Strecke abgesenkt werden und kann in engen Ortschaftsbereichen angehoben werden. Maximal 15 km/h kann der Bladelilfter auf seiner Fahrt erreichen, bei der er neben der Polizei (zur Verkehrsregelung) auch von drei eigenen speziellen Begleitfahrzeugen unterstützt wird.

Die Kosten für die Polizeibegleitung werden dem Transportunternehmen über das Präsidium für Technik und Logistik in Rechnung gestellt. Die Kosten richten sich dabei nach dem Zeitaufwand und der zurückgelegten Strecke mit den Dienstkraftfahrzeugen. Pro angefangene Viertelstunde wird pro Beamtin / Beamter ein Betrag von 16 Euro in Rechnung gestellt. Jeder mit dem Polizeifahrzeug zurückgelegter Kilometer kostet aktuell 0, 65 Euro.

Text: Sylvia Frech, Pressesprecherin, Bilder: Thomas Jenner, RVD Wetterau

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