Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
04.07.2016

Zurrgurte - Nur die Richtigen ...

richtig angelegt, können Ladung ausreichend sichern!

Haben sie schon einmal von Ladungssicherung mittels Schwerkraft gehört? Tatsächlich gibt es diese Sicherungsmethode natürlich nicht. Doch die Polizei stellt bei den Kontrollen immer wieder fest, dass sich Verkehrsteilnehmer rein auf die Schwerkraft verlassen und nach dem Motto: „Das hält schon!“ keine oder nur eine ungenügende Sicherung ihrer Ladung durchführen.

    
§ 22 der Straßenverkehrsordnung (StVO)
regelt zur Ladungssicherung:

„Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.“

Ladungssicherung ist für den Laien sicher nicht ganz einfach und doch ist jeder davon betroffen und muss sich an die Regelungen halten. Schon der Hund im Auto stellt eine Ladung im Sinne des Gesetzes dar und ist – zur Sicherheit von Herrchen / Frauchen und der Sicherheit des Tieres – im Fahrzeug zu sichern / anzuschnallen, siehe Artikel: Gesicherte Tiere - sichere Fahrt!

Auch ein Diensthund braucht eine Sicherung ... dies ist aber nur eine symbolische! Tiere können durch Gurtgeschirre, Transportboxen und Trenngitter gesichert werden. Hier erhalten Sie Tipps zur richtigen Ladungssicherung durch Zurrgurte!
Foto: symbolische Sicherung des Diensthundes mittels Zurrgurt - Tiere können durch Gurtgeschirre, Transportboxen und Trenngitter gesichert werden.

Auch jeder Gegenstand, der frei im Kofferraum oder auf den Sitzbänken liegt, kann - bei einem Unfall stark beschleunigt - zum gefährlichen oder gar tödlichen Geschoss werden und muss entsprechend gesichert werden.

Doch egal ob Privatmann, Mitarbeiter eines Handwerksbetriebes, Berufskraftfahrer oder in anderer Art und Weise mit Transport betraut – häufig kommen Zurrgurte (auch Spanngurte genannt) bei der Ladungssicherung zum Einsatz.

Die Polizei stellt bei den Kontrollen im Moment vermehrt die Verwendung von Zurrgurten fest, die nicht zugelassen sind und damit nicht verwendet werden dürfen, siehe Artikel vom 17.06.2016 Polizisten kontrollieren Lkw bei Herborn wo u. a. gefälschte Spanngurte sichergestellt wurden.

Warum es so wichtig ist, nur zugelassene Gurte zu verwenden, lässt sich kurz und knapp so darstellen:
        

„Nicht zugelassener Gurt = wie kein Gurt = keine Ladungssicherung = Gefahr
 = Verstoß = Verwarnungsgeld/Bußgeld und ggf. Punkt in Flensburg“
   

Damit weder Gefahr noch Strafe drohen, möchten wir folgende Tipps geben, worauf zu achten ist:

  • Die DIN EN 12195-2 stellt in Bezug auf Zurrgurte eine der „anerkannten Regeln“ des §22 StVO dar und regelt wie Gurte beschaffen sein müssen, damit sie im Straßenverkehr zur Ladungssicherung eingesetzt werden dürfen.
        
  • Die VDI 2700 hilft bei der Handhabung der Zurrgurte / Ladungssicherung weiter.
       
  • Gurte haben kein Ablaufdatum, dürfen aber dann nicht mehr benutzt werden, wenn etwa Risse, Einkerbungen, Faserbrüche, Verformungen oder andere Verschleiß- oder Korrosionsspuren erkennbar sind.
       
  • Auch ein fehlendes oder nicht mehr lesbares Etikett führt dazu, dass ein Gurt „ablegereif“ ist, also nicht mehr genutzt werden darf.
       
  • Vor allem auf dem Etikett lassen sich häufig Fehler feststellen, die auch der Laie leicht erkennen kann.


Auf den Etiketten müssen neben den Angaben zu Zurrkraft, Handkraft und Spannkraft auch folgende Angaben abgedruckt sein:

  • Rückverfolgbarkeitscode des Herstellers (meist eingenäht und damit nicht erkennbar)
  • Werkstoffkurzzeichen
  • Hersteller
  • Herstellungsdatum (mindestens das Jahr)
  • Zurrgurtlänge in Meter
  • Dehnung bei zulässiger Höchstzugkraft im Spannmittel (in %)
  • Hinweis: „Nicht heben, nur zurren!“

In der Regel befindet sich ein „GS“-Zeichen für "Geprüfte Sicherheit" auf dem Etikett eines Zurrgurtes. Wer stattdessen ein CE-Zeichen vorfindet, der hält vermutlich einen Gurt in den Händen, der nicht zugelassen ist. Manchmal ist der LC-Wert (zulässige Zugkraft) auf Gurten in „kg“ angegeben, müsste aber in „daN“ ausgewiesen sein. Ein Hinweis darauf, dass auch mit diesem Gurt etwas nicht stimmt und er nicht zur Ladungssicherung im Straßenverkehr eingesetzt werden darf.

Prüfen Sie die Zurrgurte also am besten vor jeder Fahrt gut!
Verlassen Sie sich nicht auf andere! 

  • Auch wenn der Fahrzeugführer die Ladung nicht selbst gesichert hat, trägt er immer die Verantwortung mit für das, was er transportiert.

Plakat zu verkehrssicher-in-mittelhessen

 

Weitere nützliches Tipps erhalten Sie unter verkehrssicher-in-mittelhessen

 

Mehr zu dem Verkehrspräventionsprogramm  2 rote Pfeile hier

 

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