Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
22.02.2016

Größere Verkehrskontrolle bei Linden in Sachen Kleinlaster und PKW

Gefahrguttransporter mit erheblichen Mängeln

Logo des Polizeipräsidiums MittelhessenAm Dienstag, 16. Februar 2016, führten Beamtinnen und Beamte der Regionalen Verkehrsdienstes Gießen und der Bereitschaftspolizei Kontrollen in Linden durch. Dabei stellte sich heraus, dass einige Autofahrer es mit dem Telefonieren und dem Sicherheitsgurt nicht so genau nehmen. Unter die Lupe wurden neben Autos auch einige Kleinlaster genommen.

Insgesamt wurden 20 Autos kontrolliert, von welchen 15 beanstandet wurden. Neun Fahrer telefonierten während der Fahrt und sechs Personen waren nicht angeschnallt. Acht Fahrzeuge wiesen technische Mängel, wie abgelaufene Hauptuntersuchungen, abgefahren Reifen oder fehlendem Verbandskasten auf.

Auch bei den 18 kontrollierten größeren Fahrzeugen wurden acht, unter anderem wegen mangelnder Ladungssicherung, beanstandet. Ein Pritschen- LKW, welcher mit Schrott beladen war, fiel den erfahrenen Verkehrspolizisten besonders ins Auge. Nicht nur die Ladung bestand aus Schrott, auch das Fahrzeug wies so offensichtliche technische Mängel auf, dass die Weiterfahrt untersagt werden und eine genauere technische Überprüfung bei einer Prüforganisation durchgeführt werden musste. Das Ergebnis dieser Untersuchung brachte schnell Ernüchterung für den Fahrer. Die Mängel waren so erheblich, dass es als verkehrsunsicher eingestuft wurde und nicht mehr am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen durfte. Unter anderem waren der Hauptbremszylinder defekt, die Bremsvorratsbehälter undicht (es war überhaupt keine Bremsflüssigkeit mehr vorhanden), die Halterung des Motorblockes gebrochen und große Teile des Rahmes und des Aufbaus durchgerostet und ein Reifen war ebenfalls komplett abgefahren. Auch hier wird der Fahrer und Halter mit einer hohen Geldbuße rechnen müssen.

Bei einer Lkw-Kontrolle festgestellter Mangel

Noch während der Kontrolle informierte man die Überwacher, dass in Fernwald ein Fahrer eines Tanktransporters mit Gefahrgut festgehalten würde, welcher erheblich beschädigt sei und trotzdem weiterfahren wolle. Unverzüglich verlegten die Einsatzkräfte zur Örtlichkeit, wo sich ein Sattelzug mit tschechischer Zugmaschine und deutschem Auflieger befand. Es stellte sich herausgestellt, dass das Fahrzeug mit ca. 20 Tonnen Kohlendioxid beladen war. Es handelte sich um einen Gefahrguttranport, da die Ladung unter extremen Druck, flüssig und tiefkalt (ca. minus 78 Grad Celcius) transportiert wird. Am Fahrzeug wurde in den Morgenstunden durch einen Pannenservice ein Reifenschaden behoben. Dabei ist aufgefallen, dass der defekte Reifen lediglich ein Folgeschaden einer gebrochenen Achsaufhängung ist. Der Fahrer versuchte das Problem selbst zu lösen, indem er das Ganze mittels Spanngurt hochband und so die Weiterfahrt fortsetzen wollte.

Gefahrguttransport mit 20 Tonnen Kohlendioxid verkehrsunsicher

Die Mitarbeiter des Pannendienstes erkannten zum Glück sofort die erhebliche Gefahr, die von einer Weiterfahrt ausgehen würde und baten um polizeiliche Unterstützung. Durch geschulte Gefahrgutüberwacher des Regionalen Verkehrsdienstes Gießen wurden das Fahrzeug und der Fahrer komplett überprüft. Eine Weiterfahrt in eine Werkstatt konnte im beladenen Zustand nicht gestattet werden. Erst nach einer intensiven Informationsgewinnung unter anderem mit dem Gefahrgutbeauftragten des Unternehmens und kompetenten Ansprechpartnern bei einem Hilfeleistungssystem konnte eine Umfüllung in ein zweites Tankfahrzeug unter Überwachung und Absperrung gefahrlos durchgeführt werden. Im Anschluss daran war eine Instandsetzung des Fahrzeuges problemlos möglich.

Plakat zu verkehrssicher-in-mittelhessen

 

Solche Kontrollen gehören auch zu dem Verkehrspräventionsprogramm verkehrssicher-in-mittelhessen

Die hohen Beanstandungsquoten bei den aktuellen Kontrollen verdeutlichen die Notwendigkeit stetiger weiterer Kontrollen und Präventionsmaßnahmen in allen Beriechen der Verkehrssicherheit.

Mehr zum Verkehrspräventionsprogramm 

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