Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
27.04.2016

Verkehrskontrolle an B255 / "Zollbuche"

Autofahrer statt Biker im Visier

Eigentlich waren am Samstag, 23. April, an der Zollbuche reine Zweiradkontrollen geplant.

Die Witterung mit Regen und maximal 5 Grad lockte aber erwartungsgemäß nicht viele Zweiradfahrer auf die Straße, sodass die Beamten der beiden Regionalen Verkehrsdienste  Lahn-Dill und Marburg-Biedenkopf die Kontrolle auf der B 255 zwischen Niederweidbach und der "Zollbuche" kurzerhand ausweiteten.

Spitzenreiter war mit 145 km/h unterwegs.

Im Ergebnis standen dann 25 Bußgeldverfahren wegen zu schnellen Fahrens gegen die Fahrer von 23 Pkw und zwei Pkw mit Anhänger. Unrühmlicher Spitzenreiter war ein Autofahrer, der mit gemessenen 145 km/h nur ganz knapp an einem Fahrverbot vorbeischrammte.

Holztransporter um 18 Tonnen überladen

Bei den Kontrollen fiel zudem ein ewig langer Holztranpsorter mit extrem großem Achsabstand zwischen Zugmaschine und dem sogenanntem Nachläufer auf. (siehe Bild).

Holztransporter zu lang und zu schwer

Die Beamten vermuteten nicht nur eine Überschreitung der zulässigen Gesamtlänge, sondern auch eine Überladung - und sie lagen mit beiden Vermutungen richtig. Auf der Brückenwaage in Dillenburg  gelang das Wiegen erst nach Ab- und erneutem Beladen bei gleichzeitiger Verkürzung der Achsabstände zwischen Zugmaschine und Nachläufer. Dann brachte das Gefährt satte 58 Tonnen und damit 18 Tonnen oder 45 % mehr als erlaubt auf die Waage.  Das Gespann war mit 25,50 Meter tatsächlich zu lang. Ohne Ausnahmegenehmigung darf ein solches Gespann nur 20,75 Meter, mit Ausnahmegenehmigung maximal 25 Meter lang sein. Die Weiterfahrt erforderte also neben der Reduzierung auch eine Kürzung der Ladung. Der gesamte Zeitaufwand dieser Kontrolle betrug drei Stunden.  Auf den Unternehmer kommt eine vermutlich vierstellige Geldbuße zu.

Zum Thema Überladung passt ein weiterer Fall. Bereits am Freitag zog der Verkehrsdienst Lahn-Dill einen mit Erdaushub überladenen Laster aus dem Verkehr. Das zulässige Gesamtgewicht von 7490 Kilogramm war mit gewogenen 11100 Kilogramm um 47,70 % überschritten. Auch hier galt: Erst abladen und reduzieren, dann weiterfahren. Gegen den Fahrer und den  Fahrzeughalter laufen jetzt Ordnungswidrigkeitenverfahren, die  zu vermutlich dreistelligen Bußgeldern führen.

Daumen hochBiker ohne Beanstandung

Übrigens ließen sich am Samstag fünf Kradfahrer nicht vom Wetter abhalten. Erfreulich war, dass sich alle an die Geschwindigkeitsbeschränkung hielten und es auch bei den technischen Kontrollen nichts zu beanstanden gab.

Plakat zu verkehrssicher-in-mittelhessen

 

Solche Aktionen gehören auch zum mittelhessischen Verkehrspräventionsprogramm verkehrssicher-in-mittelhessen 2 rote Pfeile Mehr dazu hier