Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
12.08.2015

Verkehrskontrollen im Lahn-Dill-Kreis geben Anlass zur Sorge

Verschiedenste Kontrollen im Lahn-Dill-Kreis deckten in den letzten Tagen zahlreiche Verstöße von Verkehrsteilnehmern auf. Alleine am Donnerstag, 30.Juli, stellten die Beamten 50 Zuwiderhandlungen bei 30 kontrollierten Fahrzeuggespannen und ihren Insassen fest.

Kontrollstelle an der B 49 mit Radlastwaage: Die Beamten beraten sich über das weitere Vorgehen.

"Das Gesamtergebnis gibt Anlass zur Sorge", folgerte Polizeihauptkommissar Michael Kehm vom Regionalen Verkehrsdienst Lahn-Dill so auch am Ende des Kontrolltages. Auf der Bundesstraße 255 auf einem Parkplatz bei Hörbach kontrollierten er und seine Kollegen am Donnerstag, 30.Juli, zwischen 05 und 11 Uhr, den gewerblichen Güterverkehr.

Neben Gurtverstößen, Zuwiderhandlungen gegen Sozialvorschriften und technischen Mängeln, stellten die Beamten vier Fahrer fest, die nicht die notwendige Fahrerlaubnis vorweisen konnten. Für sie endete die Fahrt an der Kontrollstelle. Im Visier der Experten stand aber vor allem das Thema Ladung. Unter Zuhilfenahme einer Achslastwaage konnten die angehaltenen Fahrzeuggespanne verwogen werden. Dabei fielen gleich neun der 30 angehaltenen Transportfahrzeuge durch eine Überladung auf. Schon an den Reifen konnten die erfahrenen Beamten des Verkehrsdienstes bei dem ein oder anderen eine erste Vermutung aufstellen, dass möglicherweise eine Überladung vorliegt. Der traurige Spitzenreiter unter den überprüften Fahrzeugen war der LKW einer Estrich-Firma, der neben diversen Maschinen noch drei Paletten mit 150 Säcken Zement geladen hatte. Nicht genug, dass er damit um über 30 Prozent überladen war, die Paletten waren zudem völlig ungesichert.

Nicht besser bestellt war es um die Ladung eines Kleintransporter-Anhänger-Gespanns. 80 Stahlsprießen waren darauf verladen, die durch ihr hohes Gewicht zu einer Überladung von 25 Prozent führten. Neben Punkten im Fahreignungsregister in Flensburg müssen die Fahrzeugführer der überladenen LKW nun mit einem erheblichen Bußgeld rechnen.

In der Hauptsache um die Feststellung von Geschwindigkeitsverstößen ging es auch am Dienstagmorgen, 4. August, auf dem Parkplatz bei Hörbach. Tempo 60 gilt auf dem Teilstück für LKW, von denen die Beamten gleich 15 stoppten, nachdem sie dieses Limit überschritten hatten. Weitere 14 Fahrzeuge über 3,5 Tonnen unterzogen die Beamten einer ganzheitlichen Kontrolle, bei der neben festgestellten technischen Mängeln und Verstößen gegen Sozialvorschriften vor allem auch eine mangelhafte Ladungssicherung zu beklagen war.

Insgesamt mehrere hundert Euro Verwarngeld mussten 20 Verkehrsteilnehmer am Nachmittag zahlen, nachdem sie in Solms-Obernburg am Kreisel Braunfelser Straße / Burgsolmser Straße unangeschnallt auffielen. Möglicherweise hatten sie zwischen 13 und 15 Uhr, bei teils starkem Regen, nicht mit den Kontrollen der Polizei gerechnet.

Diesem Schwertransport fehlte das vorgeschriebene Begleitfahrzeug.


Viele Mängel im Schwerverkehr - Polizei kontrollierte auf der B 49

Einen Parkplatz bei Leun an der Bundesstraße 49 (Fahrtrichtung Wetzlar) hatten sich die Spezialisten des Regionalen Verkehrsdienstes Lahn-Dill am Mittwoch, 11. August 2015, für ihre Schwerverkehrkontrollen ausgesucht. Wie bereits bei den letzten Kontrollen war das Fazit am Ende des Vormittages kein Gutes: Nur zwei von 16 Fahrzeuggespannen konnten ohne jede Bemängelung die Kontrollstelle wieder verlassen.

Ganze 57.5 Tonnen wog das schwerste Gespann des Tages. Einen Schwertransport, beladen mit einem Bagger, zogen die Beamten auf den Parkplatz, um ihn genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei entdeckten sie schnell, dass etwas Entscheidendes fehlte: Das vorgeschriebene Begleitfahrzeug. So ergab sich zunächst eine Zwangspause für den Fahrer, der auf das Eintreffen eines solchen warten musste, dass seine Firma umgehend zur Kontrollstelle entsandte.

Die Weiterfahrt bekam auch ein mit Basaltmehl beladener Lastzug auf dem Lahn-Dill-Kreis vorübergehend untersagt. Seine Reifen waren derart abgefahren, dass bereits die Karkasse durchschaute. Eine zu große Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer folgerten die Beamten und stoppten den Transport. Erst nachdem ein vom Fahrer verständigtes Servicefahrzeug vor Ort die Reifen gewechselt hatte, konnte er seine Fahrt fortsetzen.

Doch diese beiden "schweren Jungs" waren nur die Spitze des Eisberges. Diverse Bußgeldbescheide werden sich in den nächsten Wochen auch in den Briefkästen anderer Fahrer und Fahrzeughalter landen.

  • Vier Verstöße gegen die Sozialvorschriften,
  • zwei gegen die Ladungssicherung,
  • zwei wegen technischer Mängel,
  • zwei wegen Überladung und
  • zwei wegen fehlender Genehmigungen

wurden und werden von den Beamten unter anderem gefertigt und an die zuständigen Behörden zur Ahndung weitergeleitet. Manche Fahrer konnten direkt vor Ort bezahlen, etwa weil sie zu allen Mängeln auch noch vergessen hatten sich anzuschnallen, als sie sich hinters Steuer setzten.

Der Regionale Verkehrsdienst setzt auf gesamtheitliche Kontrollen, die durchaus bei einem einzigen Fahrzeug schon mal ein bis zwei Stunden dauern können. Neben den notwendigen Papieren, wird die Einhaltung der Geschwindigkeit, der vorgegebenen Lenk- und Ruhezeiten und der Zustand der Ladung überprüft. So kam auch wieder die mobile Radlastwage wieder zum Einsatz, um festzustellen, ob das Fahrzeug überladen ist oder die zulässige Anhängelast von Fahrzeugen überschritten wurde. Dabei geht es auch um die Feststellung, ob der Fahrzeugführer die notwendige Fahrerlaubnis für sein Gespann nachweisen kann.

Dass die Kontrollen der Polizei kein reiner Selbstzweck sind, geben die Beamten den Verkehrsteilnehmern immer wieder mit auf den Weg. Sie dienen der Verkehrssicherheit jedes Einzelnen. Nicht nur der Fahrzeuginsasse bringt sich durch Überschreitungen der Ruhezeiten oder einen fehlenden Sicherheitsgurt in Gefahr, insbesondere ungesicherte Ladung und technische Mängel können auch zu Unfällen führen, bei denen andere Verkehrsteilnehmer geschädigt werden. Die hohen Beanstandungsquoten bei den aktuellen Kontrollen verdeutlichen die Notwendigkeit stetiger weiterer Kontrollen und Präventionsmaßnahmen in allen der Verkehrssicherheit dienenden Bereichen.Plakat zu verkehrssicher-in-mittelhessen

 

Solche Kontrollen gehören auch zum mittelhessischen Verkehrspräventionsprogramm
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Einige Fotos der beanstandeten Fahrzeuge befinden sich in der Bildergalerie:

Weitere Bilder: