Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
09.06.2015 | Polizei und Landkreis Gießen

Vier Jahre Pilotprojekt "Gelbe Karte“ für junge Straftäter

Wenige Wiederholungstäter

Die "Gelbe Karte" im Straßenverkehr ist ein Gemeinschaftsprojekt von Polizei und Landkreis Gießen und zeigt Wirkung, wie Polizeipräsident Manfred Schweizer anlässlich einer Zwischenbilanz vom 18. Mai 2015 nach vier Jahren gemeinsam mit Landrätin Anita Schneider und dem ersten Kreisbeigeordneten Dirk Oßwald verkündete.

  Gruppenbild: Landrätin Anita Schneider, erster Kreisbeigeordnete Dirk Oßwald und Polizeipräsident Manfred Schweizer
Landrätin Anita Schneider, erster Kreisbeigeordnete Dirk Oßwald und Polizeipräsident Manfred Schweizer
zeigen die "Gelbe Karte für junge Straftäter"

Die Idee, im Landkreis Gießen junge Menschen, die in bestimmten Deliktsbereichen auffällig geworden sind, mit einer "Gelben Karte" zu verwarnen und ihnen aufzuzeigen, dass sie mit Straftaten möglicherweise ihren Führerschein gefährden, ist im Präventionsrat vor vier Jahren entstanden.

"Die Gelbe Karte bietet für die Jugendlichen und Heranwachsenden die Möglichkeit, ihr Verhalten noch einmal kritisch zu überdenken. Denn gerade in dieser Zielgruppe hat der Führerschein vor allem im Freizeitverhalten eine sehr hohe Bedeutung",  betonte Schweizer. "Der Führerscheinentzug ist ein schwerer Schlag und schlimmer als eine geringe Geldstrafe oder Sozialstunden“, wie Dirk Oswald sagte. "Denn,  wer Autofahren will, sollte charakterlich auch dazu geeignet sein."

sinnbildliches Zeigen einer gelben Karte als Warnung vor drohendem FührerscheinverlustIm zurückliegenden vierjährigen Projektzeitraum wurde folgende  Bilanz gezogen:

  • 475 Mitteilungen der Polizei an die Fahrerlaubnisbehörde des Landkreises Gießen
  • 264 junge Menschen aus dem Landkreis Gießen haben seit Pilotbeginn die Ermahnung "Gelbe Karte" erhalten.
  • 15 der verwarnten jungen Menschen wurden erneut auffällig
  • Am häufigsten wurden in 125 Fällen im Zusammenhang mit der "Gelben Karte" junge Menschen beim Fahren ohne Fahrerlaubnis erwischt.
  • An zweiter Stelle befinden sich Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (seit April 2011: 120 Fälle).
  • 10 Gewaltdelikte und 9 Alkoholverstöße teilen sich die restlichen Gelben Karten.

"Die Quote des  Wiederholungszeitraums liegt unter sechs Prozent. Das ist ein messbarer Erfolg dafür, dass das Projekt tatsächlich eine erzieherische Wirkung hat", hob Landrätin Anita Schneider hervor.

Das Projekt "Gelbe Karte" ist somit ein weiterer Baustein der Präventionsoffensive der Hessischen Landesregierung gegen Gewalt und Alkohol- oder Drogenmissbrauch und richtet sich an die 14- bis 30-Jährigen.

So wie einem Sportler mit der "Gelben Karte" durch den Schiedsrichter eine Verwarnung wegen grober Verstöße gegen die Spielregeln oder wegen unsportlichen Verhaltens angezeigt wird, so ist diese Art der Verwarnung gängige Praxis und verdeutlicht nachhaltig, dass gewaltgeneigtes Handeln nicht toleriert wird.