Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
14.02.2012

Sicher durch die tollen Tage

Prinzenpaar des VCKK Stadtallendorf samt Gefolge mit POK Frank (re.)

Polizeipräsident Manfred Schweizer kündigt Kontrollen zur Faschingszeit an und weist auf Aktion BOB hin

   

Konfetti, Maskerade, Bier, Luftschlange und rote Nase. Ausgelassen, heiter und beschwingt geht es vom Faschingsumzug zur Karnevalsparty, von der Fremdensitzung zum Kappenabend.Karnevals-Mütze

Die Höhepunkte der fünften Jahreszeit stehen in Mittelhessen unmittelbar vor der Tür.

Dabei kann der eine oder andere Schoppen für Närrin und Narr eine entscheidende Rolle spielen. Zu tief ins Glas geschaut, hat der vermeintliche Spaß oftmals unerwünschte Folgen. Der morgendliche Kater ist mit Abstand noch die harmloseste. Alkohol und Drogen sind bei schweren Unfällen nach wie vor eine der häufigsten Unfallursachen. Gerade in den „tollen Tagen“ begeben sich Autofahrer von der guten Stimmung beflügelt in die Gefahr, sich betrunken oder anders berauscht hinters Steuer zu setzen. Sind die Narren verstärkt unterwegs, hat die Polizei „Hochsaison“.

Polizeipräsident Schweizer mit dem BOB-SchlüsselanhängerPolizeipräsident Manfred Schweizer (Foto rechts) sagt: "Wir wollen den Karnevalisten nicht den Spaß verderben. Ganz im Gegenteil! Wir wollen, dass Sie die Faschingszeit sicher und ohne Schaden überstehen. So gibt es im Hinblick auf die Verkehrssicherheit in den nächsten Tagen selbstverständlich auch in den mittelhessischen Landkreisen gezielte Verkehrskontrollen, um unverbesserliche Alkohol- und Drogensünder zu erkennen und aus dem Verkehr zu ziehen.“

Die Fastnachtskontrollen des Jahres 2011 hatten in Mittelhessen 17 Strafverfahren wegen Alkoholfahrten zur Folge - in acht Fällen folgten Strafanzeigen wegen Verdachts auf Drogeneinfluss. Neun Führerscheine stellten die Ordnungshüter gleich sicher.

Infos zu BOB's vierte närrische Zeit 2011 finden Sie auch über den folgenden 2 rote Pfeile Link:

„Wer an einer karnevalistischen Veranstaltung teilnehmen und ausgiebig feiern will, sollte sich schon im Vorfeld seiner Verantwortung für eine sichere Heimfahrt bewusst sein. Jeder, der sich ans Steuer setzt, trägt diese Verantwortung nicht nur für sich, sondern auch für seine Mitmenschen", gibt Schweizer zu bedenken.

Alcotestgerät mit BOB-Schlüsselanhänger vor PolizeifahrzeugEr verweist auf das mittelhessische Verkehrspräventionsprojekt BOB und appelliert insbesondere an die jungen Fahrerinnen und Fahrer: "Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, klären Sie noch vor dem ersten Schluck Alkohol, wer den Wagen nach der Feier heimwärts steuert. Wer auf einen BOB als nüchternen Fahrer zurückgreifen kann, braucht sich bei einer Polizeikontrolle keine Gedanken zu machen!“

Foto links: Alcotestgerät mit BOB-Schlüsselanhänger vor Polizeifahrzeug

Wer richtig feiert, kann schnell einen Alkoholwert von mehr als einem Promille Alkohol im Blut erreichen. Wenn dabei bis in die Nacht getrunken wird, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit am folgenden Morgen noch soviel Restalkohol vorhanden, dass es gefährlich wird, sich hinter das Steuer zu setzen. "Viele bedenken nicht, dass der Abbau vom Alkohol im Blut deutlich länger dauert, als sein Aufbau“, betont der Polizeipräsident. Der Körper baut im Schnitt etwa 0,1 bis 0,15 Promille Alkohol pro Stunde ab. Wer mit Restalkohol auf dem Weg zur Arbeit erwischt wird, riskiert seinen Führerschein. Fahrverbot, Punkte und eine Geldbuße sind die Konsequenz. Wer mit nur 0,3 Promille Alkohol im Blut an einem Unfall beteiligt ist oder sonst eine auffällige Fahrweise wie „Schlangenlinien“ zeigt, muss mit Führerscheinentzug, Geldstrafe sowie Punkten rechnen. Schweizer rät den Närrinnen und Narren: „Auf jeglichen Alkoholkonsum zu verzichten, wenn man später noch fahren will“.

Prinzenpaar des VCKK Stadtallendorf samt Gefolge mit POK Frank (re.)
Prinzenpaar des VCKK Stadtallendorf samt Gefolge mit POK Frank (re.)

Für die Fahranfänger gilt seit dem Jahr 2007 - in der Probezeit und bis zum 21. Lebensjahr - die 0,0-Promillegrenze. Das Alkoholverbot hat einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit geleistet. Seit Einführung der 0,0- Promillegrenze sind bei Fahranfängern bundesweit die Alkohol-Ordnungswidrigkeiten und -Straftaten zurückgegangen.

„Auch wer betrunken mit dem Rad fährt, kann seinen Führerschein verlieren“, warnt Manfred Schweizer. Als fahrunfähig gilt ein Radler ab 1,6 Promille. Eine Medizinisch-Psychologische-Untersuchung (MPU) und Geldbuße sind möglich. Alle Verkehrsteilnehmer sollten bedenken, dass die Fahrzeug-Versicherer im Leistungsfall beim vorherigen Genuss von Alkohol oder Drogen im Straßenverkehr keinen Spaß verstehen und alles genauestens überprüfen. Der Verlust des Versicherungsschutzes droht.

 „BOB“ ist eine Aktion des Polizeipräsidiums Mittelhessen im Rahmen des Projekts verkehrssicher-in-mittelhessen, das mit einer Vielzahl von Maßnahmen die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen will. BOB geht in seine fünfte Karnevalssaison. Faschingsdiscos, Prunksitzungen und Festumzüge gehören nicht nur für die eingefleischten Närrinnen und Narren zum Programm - BOB mischt munter mit – wie in den letzten vier Kampagnen.

 

BOB-SchriftzugViele Veranstalter, Vereine und mittelhessische Totalitäten unterstützen BOB. Ein BOB kann jeder sein, egal ob Mann oder Frau, ob jung oder alt. Die Hauptzielgruppe sind die jungen Fahrerinnen und Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren. Der „BOB“ ist die Person einer Gruppe, die nach Absprache keinen Alkohol trinkt und sich und seine Mitfahrer sicher nach Hause bringt. BOB trägt die Verantwortung fürs Fahren und ist sich dieser auch bewusst. Er dokumentiert diese Verantwortungsübernahme  nach außen, indem er sich mit dem knallgelben BOB-Schlüsselanhänger zu erkennen gibt. In den etwa 380 teilnehmenden Gaststätten, Kneipen, und Diskotheken in Mittelhessen erhält er dafür ein alkoholfreies Getränk gratis. Die Aktion Bob hat bisher etwa 1.200 Workshops in Schulen und Ausbildungsbetrieben abgehalten und rund 27.000 Teilnehmer beschult. Circa 150.000 BOB-Anhänger sind in der Region verteilt worden.

2 rote Pfeile Diese Gaststätten beteiligen sich bisher an der Aktion BOB PDF-Symbol (160 KB)

Damit es kein böses Erwachen gibt, einige Polizeitipps:

  • Lassen Sie nach Genuss von Alkohol oder Drogen Ihr Fahrzeug stehen.
  • Versuchen Sie auf keinen Fall, sich an Promillegrenzen „heran zu trinken“. Solche Rechenspielchen funktionieren nicht. Wer fahren will, sollte keinen Alkohol  trinken.
  • Bedenken Sie die andauernde Wirkung von Restalkohol am nächsten Tag. Er kann die Fahrtüchtigkeit noch beeinträchtigen. Nach einigen  Stunden Schlaf sind die Promille nicht einfach „verflogen“, selbst wenn man sich fit fühlt.
  • Vertrauen Sie nicht auf Wundermittel zum „schnelleren Alkoholabbau“ aus dem Internet. Diese abenteuerlichen Mixturen helfen nur dem Geldbeutel des Verkäufers!
  • Am besten vereinbaren Sie beim Besuch von Fastnachtsveranstaltungen im Vorfeld einen nüchternen Fahrer oder bilden Fahrgemeinschaften.
  • Haben Sie Alkoholisches getrunken, nehmen Sie öffentliche Verkehrsmittel oder ein Taxi in Anspruch.

BOB-Schriftzug mit Karnevalsmütze und Polizeikelle

 

“Liebe Fassenachter!

Alkohol und Brandewein, beim Autofahren lasst es sein.
Auch um irgendwelche Drogen, macht bitte einen weiten Bogen.
Nur ein echter Narr, bringt sich und and`re in Gefahr.
An Fassenacht richtig feiern gehen,
das Auto lasst mal besser steh`n.
Befolgt den Rat und fahrt nicht blau,
auf den Karneval und die Sicherheit
ein
dreifach donnerndes Helau!“

 

 

Weitergehende Informationen  zum Thema verkehrssicher-in-mittelhessen“ finden Sie im Internet unter:

Internetadresse: "www.verkehrssicher-in-mittelhessen.de"

und zum Thema BOB 2 rote Pfeile hier sowie auf der gemeinsamen Aktionsseite unter:

Schriftzug - www.aktion-bob.de