Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
21.11.2012

Sicher durch Herbst und Winter

blauer Pfeil re. (Foto: Ac.)Polizei in Mittelhessen gibt Tipps für Verkehrsteilnehmer

Nachdem es Ende Oktober zum ersten Mal seit Jahrzehnten bis in die Niederungen geschneit hat und der Winter kurz an die Tür klopfte, ist im heimischen Straßenverkehr die Wintersaison eröffnet.

Winterbild: Auto im Schnee (Foto: E. Dersch)

Beispielhaft soll der folgende Verkehrsunfall alle Verkehrsteilnehmer auf die veränderten Witterungs- und Straßenverhältnisse sowie die möglichen Gefahren der kalten Jahreszeit hinweisen:

Bei Nebel und auf winterglatter Fahrbahn waren am Mittwochmorgen, 14.11.2012, ein Roller und ein VW Kleinbus auf einer Landstraße in der Nähe von Gießen unterwegs. Kurz vor einem Ortseingang wollte der Fahrer des Kleinbusses den Roller überholen und verlor aufgrund der Straßenverhältnisse sowie wegen nicht angepasster Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug. Es kam zum Zusammenstoß. Dabei stürzte der Rollerfahrer und erlitt leichte Verletzungen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Der Gesamtschaden betrug rund 3.000 Euro.

Winter-Unfall (Foto: Archiv PP MH)
Im zurückliegenden Winter 2011/12 ereigneten sich in Mittelhessen 347 sogenannte „Winterunfälle“ bei Eis oder Schnee. Drei Personen kamen dabei ums Leben, 28 Verkehrsteilnehmer wurden schwer verletzt und 126 Verkehrsteilnehmer erlitten leichtere Verletzungen. Die Unfallursachen sind neben der Witterung und nicht angepasster Geschwindigkeit auf ungenügenden Sicherheitsabstand, Nichtbeachten der allgemeinen Verkehrsregeln und in neun Fällen auf den Konsum berauschender Mittel zurückzuführen.

blauer Pfeil re. (Foto: Ac.)Runter vom Gas – Deutlich mehr Abstand zum Vordermann!

Laub auf der Straße, eine geschlossene Schneedecke oder Glatteis: Die sonst griffigen Straßenoberflächen können schnell zu Rutschbahnen werden. Daraus resultiert ein deutlich längerer Bremsweg. Alle Verkehrsteilnehmer sollten in der kalten Jahreszeit einen größeren Abstand zum Vordermann einhalten. Passen Sie die Geschwindigkeit rechtzeitig den sich schnell ändernden und unvorhersehbaren Straßenverhältnissen an. Vermeiden Sie ruckartigen Lenk- und abrupte Bremsmanöver! Es gilt: „Fuß vom Gas!“

Besondere Aufmerksamkeit ist auf Brücken, in Senken und schattigen Bereichen, z.B. Waldgebieten, geboten. Dort können sich Eis und Raureif länger halten oder früher entstehen. Bereits zum Fahrtbeginn bei winterlichen Verhältnissen mehr Zeit einplanen - Nicht auf den „letzten Drücker“ losfahren. „Ohne Zeitdruck sicher am Ziel ankommen lautet die Devise!“

blauer Pfeil re. (Foto: Ac.)Sehen und gesehen werden!

Eine klare Rundumsicht ist lebenswichtig. Scheibenwischerblätter müssen schlierenfrei arbeiten und sollten regelmäßig ausgetauscht werden. Schmutzige Scheiben führen bei Lichteinfall zur Blendwirkung. In der Scheibenwaschanlage ist genug Wasser mit ausreichendem Frostschutzzusatz vorhanden. „Laternenparker“ nehmen sich Zeit zum Freikratzen aller Scheiben und beseitigen den Schnee vom Fahrzeugdach. Nicht nur weil der Gesetzgeber eine gute Rundumsicht fordert, sondern weil andere Verkehrsteilnehmer und Hindernisse bei eingeschränkter Sicht nicht oder zu spät bemerkt und „Gucklochfahren“ höchst gefährlich ist. Wer im „Blindflug“ einen Schaden verursacht, verliert auf jeden Fall Zeit und Geld. Die Kfz.-Versicherer prüfen Leistungskürzungen. Ein vernünftiger Eiskratzer und ein kleiner Besen gehören in jedes Auto! Bei schlechter Sicht das Abblendlicht frühzeitig anschalten oder Tagfahrlicht nutzen.

  Schlechte Sicht - Scheinwerferlicht (Foto: E. Dersch)    Auto fährt in Kurve bei Nebel und Schnee mit Abblendlicht(Foto: E. Dersch)

Fußgänger und Radfahrer achten nicht nur in der dunklen Jahreszeit auf helle, auffällige Kleidung mit reflektierenden Materialien. Diese Bekleidung wird bei Dämmerung und Dunkelheit von Autofahrern um ein Vielfaches besser gesehen! Kleine Reflektoren, Anhänger und Leuchtbänder sind nützliche Accessoires, die zusätzlich an Jacken, Hosen oder Taschen angebracht die Erkennbarkeit deutlich erhöhen.

blauer Pfeil re. (Foto: Ac.)Fahrzeugcheck macht Sinn!

Wer es bis jetzt nicht geschafft hat, gönnt seinem Fahrzeug vor dem nächsten Kälteeinbruch einen kleinen Sicherheitscheck: Die Beleuchtungseinrichtungen müssen rundherum einwandfrei funktionieren. Besitzer älterer Fahrzeuge prüfen, ob die Batterie ausreichend Saft hat und dem erhöhten Energiebedarf im Winter gerecht wird. Der kritische Blick auf Wischerblätter und richtige Füllung der Scheibenwischanlage gehört dazu.

blauer Pfeil re. (Foto: Ac.)Winterbild: Auto mit Winterreifen im Schnee (Foto: E. Dersch)Vorschriftsmäßige Bereifung nicht vernachlässigen!

Winterreifen sollten für gute Wirkung zumindest 4 mm Profil, statt der vorgeschriebenen Mindestprofiltiefe von 1,6 mm haben, mit dem richtigen Luftdruck gefüllt und nicht überaltert sein. Bei Temperaturen unter 7 Grad Celsius bieten Winterreifen wegen spezieller Gummimischungen deutlich bessere Haftung als Sommerreifen. Nutzen Sie Angebote vieler Werkstätten für einen fachmännischen Auto-Wintercheck!

Jeder Verkehrsteilnehmer kann durch verantwortungsvolles Handeln einen sinnvollen Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr leisten und folgenschwere Unfälle vermeiden, wenn er sein Fahrzeug und sich selbst für die Herbst- und Winterzeit fit macht! Darüber hinaus richtet die mittelhessische Polizei in den kommenden Wochen ihr Augenmerk verstärkt auf vorschriftsmäßigen Zustand und richtige „Winter-Ausrüstung“ von Fahrzeugen.