Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
29.09.2011

Länderübergreifende Fachtagung „Großraum- und Schwertransporte” in Dillenburg

Behörden aus Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz treffen Absprachen für sichere Transporte im Dreiländereck

Auf Einladung der 2 rote Pfeile Polizeiakademie Hessen (HPA) und des 2 rote Pfeile Regionalen Verkehrsdienstes Lahn-Dill (RVD-LD) tauschten sich am 14. und 15.09.2011 Polizei, Genehmigungsbehörden und Privatunternehmen zum Thema „Großraum- und Schwertransporte“ aus.

Durch aktuelle und zukünftige Baustellen entwickelt sich die BAB 45 an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen immer mehr zu einem Nadelöhr für Großraum- und Schwertransporte (GST). Geringe Fahrbahnbreiten sowie Begrenzungen der zulässigen Maximalmasse in Brückenbaustellen verbieten ihnen die Durchfahrt. Insbesondere die Einschränkungen während der geplanten Erneuerung der Talbrücke „Sechshelden“ (zwischen den Anschlussstellen Dillenburg und Haiger-Burbach) werden zur Umleitung der Transporte über die Bundesstraßen B 255, B414 und B54 führen. In diesen Fällen sind für die Genehmigung und die Begleitung Behörden der Länder Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen zuständig.

PHK Hornof begrüßt die Teilnehmer - v.l.n.r.: POR Linker (LPP-13); PD Kaletsch (DirV/S PPMH); PHK Hornof und Polizeihauptkommissr Georg (RVD LD PPMH)
Foto: Polizeihauptkommissar Hornof begrüßt die Teilnehmerv.l.n.r.: Polizeioberrat Linker (LPP-13); Polizeidirektor Kaletsch (DirV/S PPMH); Polizeihauptkommissar Hornof (DirV/S PPMH) und Polizeihauptkommissr Georg (RVD LD PPMH)

Polizeidirektor Kaletsch und Polizeihauptkommissar Hornof von der 2 rote Pfeile Direktion Verkehrs- und Sonderdienste des Polizeipräsidiums Mittelhessen begrüßten Vertreter

rote Nadel des Landespolizeipräsidiums (LPP) Hessen
rote Nadel der Polizeiakademie Hessen (HPA)
rote Nadel des Regierungspräsidiums Gießen (HE)
rote Nadelder Landeszentrale Polizeiliche Dienste (NRW)
rote Nadel der Bezirksregierungen Arnsberg (NRW)
rote Nadel des Polizeipräsidiums Dortmund (NRW)
rote Nadel der Polizeiautobahnstation Freudenberg (NRW)
rote Nadel der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises (RPf)
rote Nadel der Verkehrsdirektion Koblenz (RPf)
rote Nadel der Polizeiinspektion Westerburg (RPf)
rote Nadel der Polizeiautobahnstation Mittelhessen
rote Nadel des Regionalen Verkehrsdienstes Lahn-Dill (HE)
rote Nadel der Polizeistation Herborn und Dillenburg (HE)
rote Nadel der Bundesfachgruppe Schwertransporte und Kranarbeiten e.V. (BSK)
rote Nadel der Firma „STL“

Fachvorträge von Vertretern der Behörden, eines Transportunternehmens sowie der BSK und dem anschließenden Austausch in Diskussionen eröffneten allen Beteiligten neue Sichtweisen. Sich diesem Thema aus einem anderen Betrachtungswinkel zu nähern, schaffte ein hohes Maß an gegenseitigem Verständnis für die jeweiligen Probleme.

Herr Lehr (RP Gießen) bei seinem Vortrag: Genehmigungsbehörden und -verfahren für GST in Hessen.

Bei der Darstellung der Genehmigungsverfahren aus Hessischer Sicht, durch Herrn Lehr vom Regierungspräsidium Gießen, wurden im Vergleich zu den Behörden in NRW und RPf kleinere Abweichungen in der praktischen Abwicklung der Verfahren deutlich. Die Vertreter einigten sich, diese zukünftig in eigener Zuständigkeit zu beachten.

Foto rechts: Herr Lehr (RP Gießen) bei seinem Vortrag: Genehmigungsbehörden und -verfahren für GST in Hessen

Von einer landesweiten Qualitätsoffensive für die Sicherheit bei Großraum- und Schwertransporten berichtete Herr Heller von der „Landeszentrale Polizeilicher Dienste“ in NRW. Er erläuterte, dass es in seinem Bundesland durch gezielte Fortbildungsmaßnahmen gelungen sei, Polizeibeamte/-innen für die GST zu sensibilisieren und für entsprechende Kontrollen zu qualifizieren.


Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Sicherheit bei der Durchführung der Transporte im Vordergrund stehen muss – sei es bei der Begleitung durch die Polizei oder durch eine Privatfirma. Die Vertreter der Polizei aus RPf berichteten von einer Beanstandungsquote von 60 bis 90% derjenigen GST, die nicht von der Polizei begleitet wurden.

Die Kontrollen erfordern ein hohes Maß an Fachkenntnissen der einschlägigen Verkehrsvorschriften und des Verwaltungsrechts. Die Beteiligten empfehlen die Durchführung qualifizierter GST-Kontrollen. Zum einen bereits am Abgangsort des Transportes durch Fachkräfte der Verkehrsdirektionen und Verkehrsdienste, zum anderen durch „Sichtkontrollen“ bei der Übernahme von Transporten durch den polizeilichen Einzeldienst. Für den hessischen Bereich sollen gezielte Schulungen durch Fortbildungsangebote der Polizeiakademie sowie interne Schulungen durch Dienststellenleiter und Verkehrsdienste die Kontrollqualität erhöhen.

Die Polizisten im „Dreiländereck“ sehen sich für die bestehenden und zukünftigen Aufgaben gut gerüstet. Sollte durch den Teilabriss der Talbrücke „Sechshelden“ das GST-Aufkommen deutlich ansteigen, regen die Verantwortlichen die Einrichtung einer länderübergreifenden Koordinierungsstelle an.

Teilnehmer der Fachtagung
Teilnehmer der Fachtagung