Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
12.04.2011

Polizei startet Schwerpunktprogramm für Zielgruppe Fußgänger und Radfahrer

Logo des Polizeipräsidiums Mittelhessen„Zu Fuß und auf Reifen – Verkehr sicher begreifen“,

unter diesem Motto beteiligt sich auch die Polizei in Mittelhessen in den nächsten Monaten an dem landesweiten Projekt, das sich schwerpunktmäßig den Zielgruppen Fußgängern und Radfahrern widmet. Auch wenn die Anzahl der Unfälle mit schwer- und leichtverletzten Radfahrern und Fußgängern in den letzten Jahren rückläufig war, so wurden in Mittelhessen in den vergangen vier Jahren etwa die Hälfte aller Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt waren, von ihnen auch verursacht. In Zahlen waren dies 1.261 von 2.653. Im Jahr 2010 wurden 472 Unfälle mit beteiligten Radfahrern registriert. Davon gelten 253 Radfahrer als Verursacher. Bei diesen Unfällen mit Radfahrern als Verursacher liegt der Schwerpunkt im Jahr 2010 im Landkreis Gießen und hier in der Stadt Gießen.

Waren Fußgänger an Verkehrsunfällen beteiligt, so kam es nach der Analyse der letzten fünf Jahre bei den meisten Unfällen auch zu einem Personenschaden. Auch hier bildet der Landkreis Gießen einen örtlichen Schwerpunkt. In rund einem Drittel dieser insgesamt knapp 2.300 Unfälle gelten die Fußgänger als Verursacher.

Polizeipräsident Manfred Schweizer   

„Diese Analysen sind für uns wichtige Grundlagen in der Verkehrssicherheitsarbeit, um unsere Straßen in Mittelhessen noch sicherer zu machen. Gerade Radfahrer und Fußgänger sind ohne „Schutzhülle“ und deshalb besonders gefährdet. Darum ist es wichtig, neben der Kontrolle des Fehlverhaltens von Fußgängern und Radfahrern auch ein Augenmerk auf Maßnahmen zu deren Schutz zu legen“, erklärt der Polizeipräsident des 2 rote Pfeile Polizeipräsidiums Mittelhessen Manfred Schweizer (Foto links).


Seine Beamten werden deshalb in den nächsten Monaten im

    Landkreis und der Stadt Gießen, aber auch in der

    Wetterau, im

    Lahn-Dill-Kreis und im

    Kreis Marburg-Biedenkopf

auf sicheres Verhalten von Radfahrern und Fußgängern achten.

Nicht zuletzt werden dabei auch die Fahrräder auf ihre vorschriftsmäßige Ausstattung und Verkehrssicherheit überprüft werden. „Uns ist bei dieser Aktion daran gelegen, das Bewusstsein für die eigene Sicherheit bei den Fußgängern und Radfahrern zu stärken. Das schließt nicht aus, dass dies auch in einigen Fällen mit Verwarnungs- oder Bußgeldern verbunden sein kann“, betont Schweizer weiter.

Dabei werden die Beamten auch auf besonders gefährliche und zu Verkehrsunfällen führende Verkehrsverstöße von Radfahrern und Fußgängern achten, wie z.B.

  • verbotswidriges Befahren von Gehwegen und Fußgängerzonen sowie Radwegen in Gegenrichtung

  • fehlerhaftes Verhalten in Kreuzungs- und Einmündungsbereichen, insbesondere Rotlichtmissachtungen an Lichtzeichenanlagen

  • Fahren ohne Beleuchtung in der Dämmerung und bei Dunkelheit

  • Teilnahme am Straßenverkehr unter Einfluss von Alkohol, Drogen und sonstigen berauschenden Mitteln.

Für den technischer Zustand der Fahrräder gelten die Ausrüstungsvorschriften, die in der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) vorgeschrieben sind ( §§ 64 a, 65 und 67 StVZO).

So benötigen Fahrräder:

  • eine hell tönende Klingel, keine Radlaufglocke oder ähnliches (§ 64a)

  • eine Vorderrad- und Hinterradbremse (§ 65 Abs. 1 )

  • eine fest installierte elektrische Beleuchtung, die mit einem Dynamo verbunden ist und nach vorne weißes und nach hinten rotes Licht abstrahlt – in die Beleuchtungskörper können die zusätzlich erforderlichen Reflektoren integriert werden (§ 67 Abs. 1-3)

  • ein nach vorn gerichteter weißer und ein nach hinten gerichteter roter Reflektor, die mit der elektrischen Beleuchtung kombiniert werden können (§ 67 Abs. 3+4)

  • ein großflächiger roter Z-Rückstrahler (§ 67 Abs. 4)

  • Pedale, die nach vorn und hinten mit gelben Reflektoren versehen sind (§ 67 Abs. 6)

Regionaler Verkehrsdienst Gießen

Das verkehrssichere Fahrrad - siehe auch

2 rote Pfeile Anlage 3 zur Rahmenkonzeption der Verkehrsinspektion "Fahrradkontrolle 2011"

Für Rennräder bis elf Kilogramm gelten Ausnahmen. Zum Beispiel genügt anstelle der Lichtmaschine eine Batterie. Scheinwerfer und Schlussleuchte brauchen nicht fest montiert sein, sind aber mitzuführen (§ 67 Abs. 11).

Lichttechnische Einrichtungen müssen auch tagsüber vorschriftsmäßig, fest angebracht und betriebsbereit sein (§ 67 Abs. 2).

Die „Auftaktveranstaltung“ zu den landesweiten Aktionswochen mit präventivem Schwerpunkt für das Polizeipräsidium Mittelhessen fand am 2. April 2011 in Gießen im Rahmen der Veranstaltung „Frühlingserwachen“, bei der auch die Polizei mit entsprechenden Informationsständen vertreten war, bereits reges Interesse.