Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
19.03.2010

Tipps der Polizei zum Start der Motorradsaison

Mittelhessen, am 19. März 2010

Der Schnee ist geschmolzen, die ersten Blumen und Blüten sprießen, frühlingshafte Temperaturen vertrieben die eisige Kälte und  die Sonne scheint. Und plötzlich sind sie wieder da!

Anfahrt der teilnehmenden MotorräderDie Motorradfahrer zieht es mit ihren blitzenden, herausgeputzten und flott gemachten Bikes auf die Straße. 

Nach der winterbedingten Ruhephase birgt gerade diese Zeit nicht nur für die Motorradfahrer selbst sondern auch für die anderen Verkehrsteilnehmer erhebliche Gefahren.

Leider gab es am Mittwoch, dem 10. März 2010 in Sontra schon den ersten schwerwiegenden Verkehrsunfall, bei dem ein Motorradfahrer sein Leben verlor. Ein Autofahrer hatte beim Abbiegen den vorfahrtberechtigten Motorradfahrer übersehen. Der 55-jährige Kradfahrer erlag den durch die Wucht des ungebremsten Aufpralls erlittenen schweren Verletzungen noch an der Unfallstelle.

Die Polizei rät zu erhöhter Vorsicht.

Um eine selbst verschuldete Unfallwahrscheinlichkeit auf ein Minimum zu reduzieren, empfiehlt die Polizei, sich zunächst wieder an das:

    Fahrverhalten der Maschine zu gewöhnen und sich

        langsam dem Fahrvermögen der vergangenen Saison anzunähern.

Die Polizei empfiehlt kleinere Übungseinheiten, um sich wieder an den Spaß bringenden Fahrstil des letzten Jahres heranzutasten. Ideal ist die Teilnahme an einem Sicherheitstraining, das unter anderem auch von Automobilclubs angeboten wird.

Ein einwandfreier technischer Zustand des Zweirades ist dabei natürlich vorausgesetzt und zwingend nötig. Das Motorrad hat im Gegensatz zum Auto eben keine Knautschzone. Gesundheit und Leben hängen unmittelbar von der einwandfreien Funktion von Reifen, Bremsen, Fahrwerk und Motor ab.

Motorradfahrer sollten sich immer wieder der sicheren "4 B" erinnern:

                Bereifung,

                Bremsen,

                Beleuchtung und

                Bekleidung.

Eine gute Schutzausstattung mit einem den Richtlinien entsprechenden Helm, geeigneten Stiefeln und Handschuhen sowie einem Anzug mit Protektoren ist unverzichtbar. Reflexstreifen an der Sicherheitsbekleidung erhöhen die Erkennbarkeit.

Der gezogenen Person ohne Schutzkleidung wird durch zwei Personen der Helm abgenommen - NahaufnahmeGerade die Schutzhelme sollen dem ECE-Standard entsprechen. Tun sie dies nicht, kann es im Versicherungsfall zu Schwierigkeiten kommen. Dies gilt auch bei der Verwendung sogenannter Braincaps als Motorradhelme.

 


Foto rechts: Helmabnahmetest nach Unfall

 

Auf Sicherheit bedachte Motorradfahrer warten nicht erst die Mindestprofiltiefe von 1,6 mm ab, bevor sie ihre Reifen wechseln. Sie prüfen regelmäßig die Stärke der Bremsbeläge und lassen die Bremsflüssigkeit testen. Bremsflüssigkeit ist hydroskopisch, das heißt, sie nimmt Wasser auf. Das Wasser verdampft im Extremfall bei hoher Bremsleistung und beeinträchtigte dadurch die Bremswirkung erheblich.

Was für den einen wie Musik in den Ohren klingt, empfindet ein anderer als störenden Lärm. So ist das eben auch beim Sound eines Motorrades.

Ortschild EndeMotorradfahrer, die insbesondere beim Durchfahren der Ortschaften nicht hochtourig fahren und den Geräuschpegel niedrig halten, tragen erheblich zu einem guten Verhältnis zwischen Biker und Anwohner bei und steigern das Ansehen der Biker.

So wie sich der Motorradfahrer auf die neue Saison vorbereiten sollte, muss sich natürlich auch der Autofahrer wieder  auf die Motorräder einstellen.

Die schmale Silhouette und die enormen Beschleunigungswerte eines Motorrades sind erhebliche Risikofaktoren. Autofahrer müssen damit rechnen, von Zweirädern an Stellen überholt zu werden, an denen man aufgrund der geringeren Beschleunigung mit einem Auto nicht überholen kann. Gerade beim Abbiegen oder beim Einbiegen auf eine Vorfahrtsstraße ist für Pkw-Fahrer besondere Vorsicht geboten. Wie aus dem "Nichts" tauchen plötzlich Kradfahrer auf. Fehler beim Abbiegen und Missachtung der Vorfahrt zählen immer wieder zu den Hauptursachen bei Zusammenstößen zwischen Autos und Motorrädern.

Geübte Motorradfahrer wissen von diesen Risikofaktoren und passen sich durch besonders vorausschauendes Fahren an.

Logo des Polizeipräsidiums MittelhessenDie Zahl der Unfälle unter Beteiligung eines Motorradfahrers stieg im Jahr 2009 an.

Im 2 rote Pfeile Polizeipräsidiums Mittelhesse waren 430 Kradfahrer (2008: 401) an Unfällen beteiligt.

406 dieser Unfälle führten zu Personenschäden. Dabei kamen sieben Menschen ums Leben, 132 erlitten schwere- und 259 leichte Verletzungen (2008: 2/119/240). Im Jahr 2006 waren noch insgesamt neun, 2007 noch sieben und im Jahr 2008 zwei Tote zu beklagen.

 

Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, betreibt das Polizeipräsidium Mittelhessen in der kommenden Saison neben der Prävention weiterhin die Repression durch verstärkte Kontrollen auf den Straßen in Mittelhessen.

 

Hier einige statistische Zahlen zu Unfällen mit Krädern aus Mittelhessen:

Logo Landkreis GießenPolizeidirektion Gießen:

2009 kam es in der Polizeidirektion Gießen zu insgesamt 91 Unfällen (2008: 95), an denen Kräder beteiligt waren.

     

                    Davon 90 mit Personenschaden:  (2008: 71).

                    Eine Kradfahrer kam ums Leben (2008: 2),

                    Schwerverletzte Personen  31 (2008: 27),

                    Leichtverletzte Personen: 58 (2008: 51)

 

Logo Landkreis Marburg-BiedenkopfPolizeidirektion Marburg:

2009 kam es in der Polizeidirektion Marburg zu insgesamt 86 Unfällen (2008: 77), an denen Kräder beteiligt waren.

 

                    Davon mit Personenschaden: 84 (2008: 61).

                    Ein Kradfahrer kam ums Leben (2008: 0) 

                    Schwerverletzte Personen: 19 (2008: 21),

                    Leichtverletzte Personen: 64 (2008: 48)

 

Logo Landkreis Lahn-DillPolizeidirektion Lahn-Dill:

2009 kam es in der Polizeidirektion Lahn-Dill zu insgesamt 120 Unfällen (2008: 97), an denen Kräder beteiligt waren.

 

                       Davon  mit Personenschaden:  105 (2008: 74).

                       Ein Kradfahrer kam ums Leben (2007: 0),

                       Schwerverletzte Personen:45  (2008: 32),

                       Leichtverletzte Personen: 59 (2008: 58)

 

Logo Landkreis WetterauPolizeidirektion Wetterau:

2009 kam es in der Polizeidirektion Wetterau zu insgesamt 119  Unfällen (2008: 110), an denen Kräder beteiligt waren.

 

                        Davon mit Personenschaden:   119 (2008: 88).

                        Vier Kradfahrer kamen ums Leben (2008: 0),

                        Schwerverletzte Personen:37 (2008: 27),

                        Leichtverletzte Personen: 78 (2008: 74 )

 

Autobahn VerkehrszeichenDie restlichen Unfälle verteilen sich auf den Bereich der Polizeiautobahnstation Mittelhessen. Hier wurden im Jahr 2009 14 (2008:  22) Verkehrsunfälle registriert, an denen Kräder beteiligt waren. Dabei kam es bei 7 (2008:18) Unfällen zu vier Schwer- und vier Leichtverletzten (2008: 12 /9).

Diese Zahlen geben Anlass, die intensiven Bemühungen um die Belange der Verkehrssicherheit fortzusetzen.

"Wir werden auch weiterhin mit präventiven Projekten - wie zum Beispiel "verkehrssicher-in-mittelhessen" - aber auch durch qualifizierte Zweiradkontrollen unseren Beitrag dazu leisten, mittelhessische Straßen sicherer zu machen".

Mehr zum Präventivprojekt unter:

Internetadresse: "www.verkehrssicher-in-mittelhessen.de"