Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
24.03.2009

Motorradsaison beginnt - Polizei gibt Tipps zum Saisonstart

Es ist wieder so weit. Mit dem beginnenden Frühjahr und den ersten Sonnenstrahlen zieht es viele Motorradfahrer wieder auf die Straße. Sie machen ihre Maschinen wieder flott und die Biker-Saison beginnt.
Nach einem nahezu motorradlosen Winterhalbjahr birgt gerade diese Zeit erhebliche Gefahren - nicht nur für die Motorradfahrer selbst sondern auch für die anderen Verkehrsteilnehmer.

Anfahrt der teilnehmenden MotorräderDeshalb rät die Polizei zu erhöhter Vorsicht.

Gerade der Saisonanfang birgt erhebliche Gefahren und es gilt, sich zunächst wieder an das Fahrverhalten der Maschine zu gewöhnen und sich langsam dem Fahrvermögen der vergangenen Saison anzunähern. Je weniger Zeit dieser Trainingsphase gewidmet wird, umso höher ist die Unfallwahrscheinlichkeit. So rät die Polizei jedem Motorradfahrer dringend zu einer sorgfältigen Vorbereitung auf die anstehende Saison. Das betrifft auch den technischen Zustand des Zweirades. Mehr noch als bei Autos, hängen Gesundheit und Leben unmittelbar von der einwandfreien Funktion von Reifen, Bremsen, Fahrwerk und Motor ab.

Die Polizei empfiehlt allen Motorradfahrern, die über Winter nicht gefahren sind, kleinere Übungseinheiten, um sich wieder an den Spaß bringenden Fahrstil des letzten Jahres heranzutasten. Ideal ist die Teilnahme an einem Sicherheitstraining, das unter anderem auch von Automobilclubs angeboten wird.

Motorradfahrer sollten sich immer wieder der sicheren "4 B" erinnern:

        Bereifung,

        Bremsen,

        Beleuchtung und

        Bekleidung.

Der gezogenen Person ohne Schutzkleidung wird durch zwei Personen der Helm abgenommen - NahaufnahmeDenn natürlich ist eine gute Schutzausstattung mit einem den Richtlinien entsprechenden Helm, geeigneten Stiefeln und Handschuhen sowie einem Anzug mit Protektoren unverzichtbar. Reflexstreifen an der Sicherheitsbekleidung erhöhen die Erkennbarkeit. Gerade die Schutzhelme sollen dem ECE-Standard entsprechen. Tun sie dies nicht, kann es auch im Versicherungsfall zu Schwierigkeiten kommen. Dies gilt auch bei der Verwendung sogenannter Braincaps als Motorradhelme.

Foto rechts: Helmabnahmetest nach Unfall

Zudem warten sichere Motorradfahrer nicht erst die Mindestprofiltiefe von 1,6 mm ab, bevor sie ihre Reifen wechseln. Auch prüfen sie die Stärke der Bremsbeläge und lassen die Bremsflüssigkeit testen. Denn sie ist hydroskopisch, das heißt, sie nimmt Wasser auf, das dann bei hoher Bremsleistung im Extremfall zu Dampf werden kann und dadurch die Bremswirkung mindert.

Polizist mit Laserpistole in der HandHäufig übt der Klang eines Motorrades seinen besonderen Reiz aus auf den Motorradfahrer. Andere wiederum reizt er eher störend. Deshalb sollten Motorradfahrer, insbesondere beim Durchfahren der Ortschaften, nicht hochtourig fahren, um den Geräuschpegel niedrig zu halten.


Ortschild EndeZudem gelten die Geschwindigkeitsbeschränkungen innerhalb geschlossener Ortschaften bis zum Ortsende und enden nicht schon einige Meter davor. So gibt es keinen Grund, die Maschinen bereits schon hier höher drehen zu lassen und zu beschleunigen (also langsam schneller werden, wie auf der Fotomontage des Ortsschild dargestellt).

Foto links: Polizist mit Radarpistole

Aber auch die Autofahrer müssen sich erst wieder auf die Motorräder einstellen. Gerade die schmale Silhouette und die enormen Beschleunigungswerte eines Motorrades sind erhebliche Risikofaktoren. Deshalb müssen Autofahrer damit rechnen, von Zweirädern an Stellen überholt zu werden, an denen man aufgrund der geringeren Beschleunigung mit einem Auto nicht überholen kann.

Gerade auch beim Abbiegen oder beim Einbiegen auf eine Vorfahrtsstraße ist für Pkw-Fahrer besondere Vorsicht geboten. Wie aus dem "Nichts" tauchen plötzlich Kradfahrer auf. Daher verwundert es kaum, dass gerade Fehler beim Abbiegen und Missachtung der Vorfahrt immer wieder zu den Ursachen bei Zusammenstößen zwischen Autos und Motorrädern zählen. Geübte Motorradfahrer wissen, dass auch sie diese Risikofaktoren und Einschätzungen anderer Verkehrsteilnehmer mit berücksichtigen müssen.

Bei der Bekanntgabe der

2 rote Pfeile Verkehrsunfallstatistik

für den Bereich des 2 rote Pfeile Polizeipräsidiums Mittelhessen vor wenigen Tagen wurde schon deutlich, dass sich die Aktionen der Polizei zur Verkehrssicherheit in der mittelhessischen Region auszahlen, wie beispielsweise das Projekt verkehrssicher-in-mittelhessen".

Die Unfallzahlen gingen 2008 merklich zurück. So verzeichnete das Polizeipräsidium Mittelhessen im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 55 Verkehrsunfällen, an denen Kradfahrer beteiligt waren.

 

Slalom fahren mit dem MotorradBei 312 dieser insgesamt immer noch rund 400 Verkehrsunfälle kam es zu Personenschäden. Dabei kamen zwei Personen ums Leben, 119 wurden schwer- und 240 leichtverletzt.
Im Jahr 2006 waren noch insgesamt neun und 2007 noch sieben Tote zu beklagen. Um diesen positiven Trend weiter zu festigen und die Verkehrssicherheit noch mehr zu erhöhen, wird das Polizeipräsidium Mittelhessen auch in der kommenden Saison sowohl präventiv tätig werden, als auch durch verstärkte Kontrollen auf den Straßen in Mittelhessen.

Foto links: Slalom fahren mit dem Motorrad üben

 

Für die regionalen Redaktionen in Mittelhessen statistische Zahlen zu Unfällen mit Krädern:

Gesamter Bereich Polizeipräsidium Mittelhessen 2008 waren im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen insgesamt: 401 Unfälle (2007: 456) zu verzeichnen, an denen Kräder beteiligt waren. Davon mit Personenschaden: 312  (2007: 343). Zwei Personen kamen ums Leben (2007: 7), Schwerverletzte Personen 119 (2007: 139), Leichtverletzte Personen: 240 (2007: 300)

Logo Landkreis Marburg-BiedenkopfBereich Polizeidirektion Marburg 2008 waren im Bereich der Polizeidirektion Marburg insgesamt: 77 Unfälle (2007: 95) zu verzeichnen, an denen Kräder beteiligt waren. Davon mit Personenschaden: 61 (2007: 79). Keine Person kam ums Leben (2007: 3), Schwerverletzte Personen 21 (2007: 26), Leichtverletzte Personen: 48 (2007: 74)

Logo Landkreis GießenBereich Polizeidirektion Gießen 2008 waren im gesamten Bereich der Polizeidirektion Gießen insgesamt: 95 Unfälle (2007: 124) zu verzeichnen, an denen Kräder beteiligt waren. Davon mit Personenschaden: 71  (2007: 96). Eine Personen kam ums Leben (2007: 2), Schwerverletzte Personen 27 (2007: 39), Leichtverletzte Personen: 51 (2007: 69)

Logo Landkreis Lahn-DillBereich Polizeidirektion Lahn-Dill 2008 waren im gesamten Bereich der Polizeidirektion Lahn-Dill insgesamt: 97 Unfälle (2007: 94) zu verzeichnen, an denen Kräder beteiligt waren. Davon mit Personenschaden: 74  (2007: 76). Eine Personen kam ums Leben (2007: 0), Schwerverletzte Personen 32 (2007: 36), Leichtverletzte Personen: 58 (2007: 62)

Logo Landkreis WetterauBereich Polizeidirektion Wetterau 2008 waren im gesamten Bereich der Polizeidirektion Wetterau insgesamt: 110 Unfälle (2007: 128) zu verzeichnen, an denen Kräder beteiligt waren. Davon mit Personenschaden: 88  (2007: 82). Keine Personen kam ums Leben (2007: 2), Schwerverletzte Personen 27 (2007: 32), Leichtverletzte Personen: 74 (2007: 87)

Autobahn VerkehrszeichenDie restlichen Unfälle verteilen sich auf den Bereich der Polizeiautobahnstation Mittelhessen. Hier wurden im Jahr 2008  22 Verkehrsunfälle registriert, an denen Kräder beteiligt waren. Dabei kam es bei 18 Unfällen zu 12 Schwer- und neun Leichtverletzten.

 

Diese Zahlen geben den Beamten Anlass, ihre intensiven Bemühungen um die Belange der Verkehrssicherheit fortzusetzen. "Wir werden auch weiterhin mit präventiven Projekten - wie zum Beispiel "verkehrssicher-in-mittelhessen" - aber auch durch qualifizierte Zweiradkontrollen unseren Beitrag dazu leisten, mittelhessische Straßen sicherer zu machen", hieß es aus dem Polizeipräsidium.

Mehr zum Präventivprojekt unter:

Internetadresse: "www.verkehrssicher-in-mittelhessen.de"