Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
07.12.2012

Polizei Mittelhessen warnt vor Langfingern

Weihnachtsmarkt und Einkaufstrubel bieten Gelegenheiten für Taschendiebe

Logo des Polizeipräsidiums MittelhessenAuf vielen Weihnachtsmärkten in der Region wird jetzt gebummelt, in geselliger Runde ein wintertypisches Heißgetränk verkostet oder nur die schöne Atmosphäre genossen. Dunkelheit und Gedränge auf den Märkten bieten jedoch günstige Gelegenheiten für Taschendiebe.

Die Erfahrungen der Ermittler zeigen, dass die Straftäter ihre Opfer genau dort suchen, wo ihnen viele Menschen möglichst hohe Anonymität und ein geringes Entdeckungsrisiko bieten. In öffentlichen Verkehrsmitteln, an Haltestellen, in Kaufhäusern und Supermärkten oder eben auf Weihnachtsmärkten haben Langfinger zahlreiche Varianten parat, ihren Opfern völlig unbemerkt und blitzschnell das Geld aus der Tasche zu ziehen.

In Gruppen und arbeitsteilig treten sie an ihre Opfer heran und verwickeln sie mit fadenscheinigen Fragen in ein Gespräch:

  • „Oh Verzeihung!" heißt es nach einem „versehentlichen Rempler“, der nur dazu dient, ganz dicht an das Opfer heranzukommen, es abzulenken und genau in diesem Moment die Geldbörse aus der Tasche zu angeln. So geschehen am letzten Dienstag, als eine 68-jährige Wettenbergerin gegen 14.30 Uhr im Seltersweg in Gießen von einer etwa 25 bis 30 Jahre alten Frau angerempelt wurde und eine zweite Frau diesen Moment nutzte, um das Portemonnaie der Seniorin mit etwa 100 Euro aus der Handtasche herauszuziehen. Die Täterinnen entkamen im Einkaufstrubel unerkannt.

  • „Wo geht’s denn hier zum Bahnhof?" fragt der anscheinend ortsunkundige Tourist und verwickelt das „Opfer“ in ein Gespräch. Währenddessen schlägt der Komplize von der Seite oder von hinten zu: Handy oder Geldbeutel sind weg.

  • „Ganz schön voll hier". Am Glühweinstand rückt jemand auffallend dicht heran. Man dreht ihm den Rücken zu - damit ist der Griff zur Handtasche ein leichtes Spiel.

  • „Das ist mir aber peinlich". Vor der Bank wird die Jacke „versehentlich" mit Ketchup oder einer Flüssigkeit bekleckert. Beim wortreichen „Reinigungsversuch“ des Langfingers verschwindet das gerade am EC-Automaten gezogene Geld aus der Tasche.

Die Polizei in Mittelhessen wird auch in diesem Jahr mit Fußstreifen in Uniform oder in Zivil auf den Weihnachtsmärkten Präsenz zeigen.

Bild: Polizeistreife mit Diensthund auf dem Gießener Weihnachtsmarkt

Auch die „Schutzmänner/-frauen vor Ort“ und der Freiwillige Polizeidienst laufen verstärkt Streife und leisten ihren Beitrag, dass die Menschen die Vorweihnachtszeit sicher genießen können.

Polizist im Gespräch So ist zum Beispiel der  „Schutzmann vor Ort“ für Fernwald, Pohlheim, Heuchelheim, Linden und Langgöns, Polizeioberkommissar Mario Rühl von der Polizeistation Gießen Süd, jetzt viel unterwegs. Er bestreift Einkaufscenter, Fußgängerzonen und auch Parkplätze, denn der im Wageninneren verstaute Weihnachtseinkauf ist eine attraktive Beute für Autoaufbrecher. Sein Ratschlag: „Keine teuren Gegenstände – erst recht nicht über Nacht – im Auto deponieren. Ein Pkw ist kein Geldschrank! Wer keine Wertgegenstände darin lässt, reizt auch keine Langfinger!“

Foto rechts: Polizeioberkommissar Mario Rühl im Gespräch

Um den Taschendieben das Leben möglichst schwer machen, haben die Experten einige Tipps parat:

  • Handtaschen immer geschlossen und eng am Körper halten, darauf achten, dass die Verschlussseite zum Körper zeigt. Nie unbeaufsichtigt ablegen.
     
  • Beim Einkaufen oder Bummeln nur so viel Geld mitnehmen, wie tatsächlich gebraucht wird. EC- und Kreditkarten lediglich einstecken, wenn es nicht anders geht.

      
  • Im Menschengedränge und anderen unübersichtlichen Situationen verstärkt auf Wertsachen achten.

Taschendiebstahl (Quelle: www.polizei-beratung.de)

 

Foto links: Beispielbild Taschendiebstahl

 

2 rote Pfeile Eine Aktion dazu in Marburg

 

 

Sollte es zu einem Diebstahl gekommen sein, ist die Polizei schon bei der Fahndung nach dem Täter auf eine schnelle Unterstützung der Bevölkerung angewiesen:

  • Wer Straftaten beobachtet, macht darauf aufmerksam, fordert andere Personen zur Mithilfe auf und kümmert sich um das Opfer. Versuchen Sie, sich Tätermerkmale einzuprägen und stellen sich später als Zeuge zur Verfügung.
     
  • Opfer eines Taschendiebstahls melden den Vorfall zügig über Notruf 110 der Polizei und lassen sofort sämtliche Karten unter der zentralen Rufnummer 116 116 sperren.

Logo Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle mit Schriftzug -Mit Sicherheit gut beraten-Darüber hinaus liegen bei den örtlichen kriminalpolizeilichen Beratungsstellen Faltblätter mit weiteren Tipps gegen Taschen- und Karten-Diebstahl aus, die auf den Seiten unten auch als PDF heruntergeladen werden können. Hier die Erreichbarkeiten der

2 rote Pfeile kriminalpolizeilichen Beratungsstellen im Polizeipräsidium Mittelhessen
  

Weitere Informationen zum Thema Taschendiebstahl finden Sie über den folgenden Link:

Schriftzug der Internetadresse von polizeiberatung.de