Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
27.02.2012

Kriminalstatistik 2011 für das Polizeipräsidium Mittelhessen mit Landkreisen

Positiver Sicherheitstrend setzte sich auch 2011 fort - Erstmals unter 50.000 Straftaten in Mittelhessen

Logo des Polizeipräsidiums Mittelhessen

Erstmals seit Bestehen des Polizeipräsidiums Mittelhessen liegt die Anzahl der

registrierten Straftaten unter 50.000.

Damit setzte sich im Jahr 2011 der positive Trend in Sachen Sicherheit in der mittelhessischen Region zwischen Bad Vilbel und Biedenkopf sowie zwischen Büdingen und Dillenburg fort. Die Aufklärungsquote liegt weiterhin auf sehr hohem Niveau. Zum zweiten Mal konnten

über 60% der Straftaten aufgeklärt werden.

Polizeipräsident Manfred Schweizer „Mit 49.407 Straftaten im Jahr 2011 registrieren wir nochmals 1.608 Delikte weniger als bei dem bisherigen Tiefststand im Jahr zuvor. Im Fünf-Jahresvergleich sind es 6.830 Straftaten weniger als 2007 und seit dem höchsten Wert im Jahr 2004 mit 63.759 sogar 14.352“, unterstrich Polizeipräsident Manfred Schweizer (Foto rechts) den positiven Verlauf, der sich gerade im vergangenen Jahr in nahezu allen Kriminalitätsbereichen zeigt.

„Diese rückläufige Straftatenentwicklung ist ein Sicherheitsgewinn für unsere Bürgerinnen und Bürger in Mittelhessen mit seinen Landkreisen Gießen, Lahn-Dill, Marburg-Biedenkopf und Wetterau“, erklärte Schweizer.

Als ein weiteres ausgezeichnetes Ergebnis und als Beleg für die engagierte und besonders erfolgreiche Arbeit der mittelhessischen Polizei bezeichnete er die Aufklärungsquote von 61%. Im Landesdurchschnitt liegt die Aufklärungsquote bei 58,5 %.

Das Sicherheitsniveau dokumentiert sich auch durch die sogenannte Häufigkeitszahl. Mit 4.665 Straftaten pro 100.000 Einwohner liegt die Kriminalitätsbelastung in Mittelhessen erneut niedriger als im Vorjahr und damit zum dritten Mal unter 5.000. Sie unterschreitet wieder deutlich den aktuellen Landesdurchschnitt von 6.541. „Damit zählt Mittelhessen zu den beiden sichersten Regionen im Land“, so Schweizer.

Grafik Aufklärungsquote und Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Mittelhessen 2011
Foto oben: Grafik Entwicklung der Straftaten und Aufklärungsquote von 2007 bis 2011 und
Grafik zur polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) des Polizeipräsidiums Mittelhessen 2011


Weniger Diebstähle

Diebstahlsdelikte bilden seit jeher den zahlenmäßig größten Anteil in der polizeilichen Kriminalstatistik. Auch hier ist ein Rückgang zu verzeichnen. Mit 17.602 Straftaten waren dies 893 weniger als im Vorjahr und im Fünf-Jahres-Vergleich bei kontinuierlichem Rückgang 3.589 weniger als im Jahr 2007.

In diesem Deliktsbereich sind 10.765 dem einfachen Diebstahl zuzurechnen, der um 522 Fälle abnahm. Dies resultiert insbesondere aus der Entwicklung beim Ladendiebstahl. Seine Fallzahl ging auf 3.106 Straftaten (-541) zurück. Die Aufklärungsquote blieb bei über 92 % etwa gleich. Bei den weiteren Delikten des einfachen Diebstahls gab es keine wesentlichen Abweichungen im Vergleich zum Vorjahr.

6.837 Straftaten fallen unter den Begriff des „Diebstahls unter erschwerten Umständen“. Dies sind 371 weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote bei diesem schweren Diebstahl konnte von 16,9 auf 23 Prozent gesteigert werden, dem bisher höchsten Wert des Polizeipräsidiums Mittelhessen. Ein Großteil entfällt hierbei auf den Diebstahl in und aus Kraftfahrzeugen. Mit 1.554 Taten waren es knapp 200 weniger als im Vorjahr. Jeder vierte Autoaufbruch konnte geklärt werden, was einem Anstieg der Aufklärungsquote sogar um 6,6 Prozentpunkte entspricht.

Einbrecher steigt mit Diebesgut aus einem FensterMit 922 Fällen des schweren Diebstahls aus Büroräumen wurden genau 100 Delikte weniger registriert als im Jahr zuvor. Knapp ein Drittel dieser Taten wurde aufgeklärt. Bei den 347 (+57) schweren Diebstählen aus Verkaufsräumen wurden sogar in fast der Hälfte der Fälle die Täter ermittelt.

Im Hinblick auf das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger kommt dem Wohnungseinbruch eine besondere Bedeutung zu. Hier war es 2010 wieder zu einem Anstieg gekommen. Zahlreiche Maßnahmen der Polizei, die auch oftmals durch die Medien Begleitung fanden, haben dazu beigetragen, die Anzahl der Wohnungseinbrüche im Jahr 2011 entgegen dem Landestrend um 85 Fälle leicht zu verringern.

Dabei machten sich nicht zuletzt eine höhere Präsenz und die Unterstützung durch Beamtinnen und Beamte der Bereitschaftspolizei sicher bemerkbar, die im Programm „Regionale Sicherheit“ eingesetzt wurden. „Offensive Kontrollen, sichtbare Polizeipräsenz, intensive Tatortarbeit und kriminalpolizeiliche Ermittlungen sowie Präventionsaktivitäten sind die Säulen unseres polizeilichen Konzeptes zur Bekämpfung der Wohnungseinbrüche“, erläuterte Schweizer und versichert: „Die rückläufige aber immer noch zu hohe Zahl der 1.307 Wohnungseinbrüche ist für uns Anlass, unsere Bemühungen auf hohem Niveau fortzusetzen“. Damit steht die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche auch weiterhin im Fokus der Polizei. Die Aufklärungsquote konnte zwar auch hier leicht gesteigert werden, liegt aber dennoch in dem schwierigen Ermittlungsfeld bei nur 15,8 %. Aufgrund der polizeilichen Auswertungen und Erkenntnisse wissen die Ermittler, dass diese Taten, darunter die sogenannten „Tageswohnungseinbrüche“ von ortsansässigen Einzeltätern, Mehrfach- und Intensivtätern, aber auch überörtlich agierenden Tätergruppen verübt werden.

Tafel -VORSICHT, Wachsamer Nachbar- 
Um dem Wohnungseinbruch dauerhaft wirksam zu begegnen, bedarf es neben den intensiven polizeilichen Maßnahmen auch der aufmerksamen Mithilfe der Bevölkerung. Zunehmend melden Anwohner verdächtige Beobachtungen. Dabei sind zeitnahe Meldungen und Beschreibungen von verdächtigen Personen und Fahrzeugen für die Polizei wichtig.

„Mit einem Versuchsanteil von 41,2 % sind wir mit der Vorbeugung beim Wohnungseinbruch auch auf einem guten Weg. So gelang es den Einbrechern in 539 Fällen nicht, etwas zu stehlen. Dies spricht auch für die zunehmend bessere Absicherung der Gebäude. Viele Hausbesitzer haben bereits unsere 2 rote Pfeile Kriminalpolizeilichen Fachberater in Anspruch genommen. Auch den anderen können wir diesen kostenlosen Service empfehlen“, betont Polizeipräsident Schweizer.

Weniger Gewaltdelikte

Die Zahl der Straftaten, die der Gewaltkriminalität zuzurechnen sind, wie beispielsweise Mord und Totschlag, Vergewaltigung, Raub und gefährliche bzw. schwere Körperverletzung sank um 162 auf 1.917 Delikte. Nach einem Anstieg im Vorjahr, bedeutet dies einen Rückgang auf den niedrigsten Stand seit 2002. In 83,6 % der Fälle wurden Tatverdächtige ermittelt.

Bei Mord und Totschlag wurden mit 50 Straftaten drei mehr registriert als im Vorjahr; bei der Vergewaltigung und den besonders schweren Fällen der sexuellen Nötigung stieg die Zahl der Delikte um 15 auf 102. Dagegen gingen die gefährlichen Körperverletzungen deutlich um 167 auf 1.362 Fälle zurück. Besonders erfreulich ist, dass der Großteil dieser Abnahme auf die gefährlichen Körperverletzungsdelikte auf Straßen, Wegen und Plätzen entfällt, deren Zahl sich erheblich um 135 auf 675 Fälle verringerte.

Auch bei den Raubdelikten ist ein Rückgang um 15 auf 400 Fälle zu verzeichnen. Allerdings verläuft die Entwicklung in diesem Deliktsbereich nicht gleichmäßig. So stiegen die Raubüberfälle auf Tankstellen um 15 auf 22 Delikte. Demgegenüber fiel die Zahl beim Straßenraub um 22 auf 173 Delikte.

Rückläufige Straßenkriminalität

In Mittelhessen ist die Straßenkriminalität weiter rückläufig. Die Delikte, die sich auf Straßen, Wegen und Plätzen ereignet haben, sind um 202 auf 9.390 Fälle zurückgegangen. Dazu haben insbesondere die geringere Zahl der Autoaufbrüche und Straßenraubdelikte sowie die um 130 auf 973 Fälle rückläufige Zahl der Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum beigetragen. Gegenläufig entwickelten sich dagegen die Sachbeschädigungen an Kfz, die leicht um 27 auf 2.521 Fälle anstiegen. „Insgesamt zeigt sich jedoch auch bei der Straßenkriminalität eine erfreuliche Entwicklung. Dies ist uns wichtig, zumal im öffentlichen Raum begangene Straftaten das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig beeinflussen“, erklärte Schweizer.

 

Weniger Vermögens- und Fälschungsdelikte - weiterhin rückläufige Internetkriminalität

EurogeldscheineKnapp 700 Fälle weniger, nämlich 10.094 Vermögens- und Fälschungsdelikte verzeichnete die mittelhessische Kriminalstatistik gegenüber 2010. Im Fünf-Jahresvergleich sind dies 1.206 weniger als 2007. Unter dieses Deliktsfeld fallen unter anderem der Waren- und Warenkreditbetrug, Leistungserschleichung, Betrugsarten mit unbaren Zahlungsmitteln, Kreditbetrügereien, Veruntreuung, Unterschlagung bis hin zur Urkundenfälschung und Insolvenzstraftaten. Bei gleichbleibend 80,9 % der Fälle wurden Tatverdächtige ermittelt.

Die Fallzahlen der sogenannten Internetkriminalität gingen um 95 zurück. Hier wurden 2.013 Fälle registriert, davon 1.513 im Zusammenhang mit Vermögens- und Fälschungsdelikten. Die Aufklärungsquote in dieser speziellen Deliktsgruppe liegt bei 80,9%. Gerade in diesem modernen Kriminalitätsbereich mit häufig neuen Erscheinungsformen leistet die Polizei eine breite Präventionsarbeit. Für die Ermittlungen bei besonderen Computerstraftaten und zur Unterstützung der polizeilichen Dienststellen besteht im Polizeipräsidium seit längerem ein spezielles Zentralkommissariat.

 

Weniger Rauschgiftfälle

Bei der Rauschgiftkriminalität wurden gegenüber dem Vorjahr über 100 Fälle weniger registriert. Diese 1.897 Delikte beinhalten 1.332 allgemeine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, bei denen in mehr als der Hälfte der Fälle der illegale Umgang mit Cannabis im Vordergrund steht. Qualifizierte Verstöße wegen illegalen Drogenhandels und –schmuggels blieben mit 300 Fällen nahezu konstant.

Bei 20 Menschen wurde ihr Tod mit dem Konsum von Rauschgift in Verbindung gebracht. Das sind fünf weniger als im Jahr zuvor.

 

Tatverdächtige – Rückgang bei Unter-21-Jährigen

Zu den 30.143 aufgeklärten Straftaten wurden 22.603 Tatverdächtige ermittelt. Davon waren 17.242 männlich und 5.361 weiblich. Darunter befanden sich 692 Kinder, 2.390 Jugendliche und 2.170 Heranwachsende. Mit diesen insgesamt 5.252 Tatverdächtigen zählt die Polizei in diesen drei Altersgruppen im Vergleich zum Vorjahr 716 Tatverdächtige weniger. „Diese rückläufige Delinquenz junger Menschen ist erfreulich und ein Ergebnis der Bemühungen der Beteiligten aus den unterschiedlichen Bereichen“, betonte Manfred Schweizer.

Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger liegt im Jahr 2011 bei 24,2%. Das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Dieser erhöhte Anteil ist vor allem auf ein geändertes Informations- und Anzeigeverhalten der hessenweit zuständigen und in Gießen ansässigen „Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge“ zurückzuführen. Dadurch wurden deutlich mehr Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz festgestellt, die nur von Nichtdeutschen begangen werden können.

Polizeipräsident Manfred Schweizer lobte abschließend die Polizeibediensteten seiner Behörde, ohne deren engagierte und professionelle Arbeit solche Ergebnisse für die weiter verbesserte Sicherheit der Menschen in Mittelhessen nicht zu erreichen seien.


Polizeiliche Kriminalstatistiken (PKS) 2011 für die folgenden Bereiche.

PKS Polizeipräsidium Mittelhessen

PKS Stadt und Landkreis Gießen   2 rote Pfeile Grafik mit Kurzinfo  
           

PKS Landkreis Marburg-Biedenkopf 2 rote Pfeile Tabellen und Grafiken  


PKS für den Lahn-Dill-Kreis   2 rote Pfeile Tabellen und Grafiken


PKS aus dem Wetteraukreis