Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
30.07.2012

Neues automatisches Abstands- und Geschwindigkeitskontrollsystem in Betrieb

Hessenwappen mit Hessenlöwe auf weiss/rot gestreiftem HintergrundWegweisende neue Technik steht europaweit zuerst in Hessen zur Verfügung und soll die Zahl der Verkehrsunfallopfer auf Hessens Autobahnen nachhaltig senken

Staatssekretär Werner Koch stellte heute das automatische Abstands- und Geschwindigkeitskontrollsystem

  

„VKS 3D select“

 

der Hessischen Polizei vor. Derzeit verfügt Hessen über drei der neuen Systeme, die es ermöglichen, mittels einer photogrammetrischen Auswertung von Videodaten, automatisiert die Geschwindigkeit eines Fahrzeuges zu erfassen und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu berechnen.

„Der wesentliche Vorteil der 3D-Technik besteht darin, dass nunmehr an fast jeder Stelle eine Messung möglich ist, sei es z.B. in Kurven mit engen Radien, bei Steigungen und Gefällen oder auch unterschiedlichen Querneigungen von Fahrbahnen“, erklärt Staatssekretär Werner Koch.

Staatsekretär Werner Koch stellt das neue Verkehrskontrollsystem VKS 3.2 3D vor
Bild: Staatssekretär Werner Koch stellt das neue Verkehrskontrollsystem vor

Hessen nimmt mit der Einführung dieser wegweisenden neuen Technik eine Vorreiterrolle ein, da das System europaweit zuerst hier zur Verfügung steht. Ungenügender Sicherheitsabstand ist neben nicht angepasster Geschwindigkeit eine der Hauptunfallursachen auf hessischen Straßen.

„Die Unfallfolgen sind auf Autobahnen besonders gravierend. Hier haben hohe Geschwindigkeiten und zu geringer Sicherheitsabstand oft fatale Folgen für Leib und Leben. Deshalb sind die Anschaffungskosten von rund 600.000  Euro für alle drei Geräte gut investiert, denn wir hoffen mit intensiveren Kontrollen die Unfälle auf unseren Autobahnen spürbar zu senken“, erläutert Werner Koch.

Staatssekretär Werner Koch nimmt die Anlage im Echtbetrieb in Augenschein
Bild: Staatssekretär Werner Koch besichtigt die Anlage im Echtbetrieb

Auf hessischen Autobahnen gab es im vergangenen Jahr insgesamt 2.623 Verkehrsunfällen, bei denen die Unfallfahrer die Abstände nicht eingehalten haben. Acht Menschen verloren dabei ihr Leben. Die Polizei zählte darüber hinaus 119 Schwer- und 1.076 Leichtverletzte. Die Gesamtzahl der  durch mangelnden Sicherheitsabstand verursachten Verkehrsunfälle stieg von 2009 (2.372 Verkehrsunfälle) auf 2010 (2.666 Verkehrsunfälle) um mehr als zwölf Prozent und blieb im Jahr 2011 (2.623 Verkehrsunfälle) auf diesem Niveau.

Inennraum des Messfahrzeugs
Bild: Innenraum des Messfahrzeugs

          Die ersten drei Messstellen für den Einsatz der neuen Abstandsmessgeräte sind an folgenden Stellen eingerichtet:

  • BAB 7, in Höhe km 317,8 (zwischen den Anschlussstellen Kassel und Melsungen), dort wurden im Bereich zehn Kilometer nördlich bzw. südlich der Messstelle durch zu geringen Sicherheitsabstand in 2011 bei 37 Verkehrsunfällen fünf Personen schwer- und elf leichtverletzt.
  • BAB 5, in Höhe km 438,8 (Reiskirchener Dreieck und dem Gambacher Kreuz), im Bereich zehn Kilometer nördlich bzw. südlich dieser Messstelle gab es  2011 insgesamt 51 Verkehrsunfälle, die auf ungenügenden Sicherheitsabstand zurückzuführen sind. Dabei wurden fünf Menschen schwer- und 43 leichtverletzt.
  • BAB 5, in Höhe km 505,3 (zwischen dem Frankfurter Kreuz und der Anschlussstelle Langen/Mörfelden) zehn Kilometer vor bzw. hinter dieser Messstelle ereigneten sich im Jahr 2011 insgesamt 57 abstandsbedingte Verkehrsunfälle, bei denen vier Menschen schwer- und 26 leichtverletzt wurden.

Identkamera des VKS 3.2 3D
Bild: Identkamera des VKS 3.2 3D

„Ich bin mir sicher, dass es uns gelingt, bei den Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern auf hessischen Straßen das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass ein angemessener Sicherheitsabstand entscheidend zu mehr Verkehrssicherheit beiträgt. Damit tragen wir zu einer Verringerung der Verkehrsunfälle mit schweren Folgen bei“, so Staatssekretär Werner Koch abschließend.

Reges Medieninteresse - Martin Rehm von der Hessischen Polizeiakademie wird interviewt
Bild: Reges Medieninteresse - Martin Rehm, Fachbereichsleiter Verkehrssicherheit an der Hessischen Polizeiakademie, im Interview

Pressesprecher: Mark Kohlbecher, 
Hessisches Ministerium des Innern und für Sport, Wiesbaden


PP MH | 27.07.2012 | Ac.