Polizeifahrzeuge vor dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main
 
01.06.2018 | Polizeipräsidium Frankfurt am Main

„Schwächere Verkehrsteilnehmer haben keinen Schutzschirm“ – von Kindern lernen!

Teil 4: Verkehrsteilnehmer mit Handicap

Aktionszeitraum: Schwächere Verkehrsteilnehmer

 

Die 10jährige Mona und der gleichaltrige Tim (Anm.: Namen geändert) besuchen die vierte Klasse einer Frankfurter Grundschule. Beide Kinder leben schon seit Jahren mit einem Handicap: der Beeinträchtigung des Hörorgans. Im Unterricht nutzen sie deshalb ein drahtloses Hörgerät, um die vielfältigen Geräusche im Klassenraum besser filtern und dem Unterricht besser folgen zu können. Für unsere Verkehrserzieher in der Radfahrbeschulung ein besonderer, allerdings kein ungewöhnlicher Sachverhalt. Mit fortschreitender Inklusion an den Frankfurter Schulen, werden auch die Beamtinnen und Beamten der Verkehrserziehung regelmäßig mit den besonderen Lern- und Lebensumständen von Kindern konfrontiert, die mit einem Handicap aufwachsen. Dabei sind die Formen der Beeinträchtigungen ebenso vielfältig, wie die Kinder selbst. Die Bandbreite der Einschränkungen umfasst sowohl Wahrnehmungsstörungen, Motorische Störungen, als auch Verhaltensauffälligkeiten und genetisch-bedingte Erkrankungsformen.

Im vorliegenden Beispiel wurden unsere Verkehrserzieher im Zuge der Abstimmungsgespräche mit der verantwortlichen Klassenlehrerin zu Beginn des vierten Schuljahrs auf die Höreinschränkungen aufmerksam. Handicap hin oder her - das Ziel der polizeilichen Verkehrserziehung und Mobilitätsförderung bleibt dasselbe: Kinder in ihrem Bewegungsdrang zu unterstützen und gemeinsam mit Eltern und Schule zur selbstbewussten und sicheren Teilnahme am Straßenverkehr befähigen.

Verkehrsteilnehmer mit Handicap

Da insbesondere Höreinschränkungen zunehmend häufiger festgestellt werden, haben wir begonnen, unsere Verkehrserzieherinnen und -erzieher mit besonderen Fortbildungsangeboten auszustatten, um im Rahmen der Radfahrbeschulung auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen zu können und die gesteckten Ziele zu erreichen.

Bei Mona und Tim ist das gelungen. Nachdem die Kinder unsere Verkehrserzieher mit der Nutzung der Höreinrichtung vertraut gemacht hatten, waren Verantwortung und Risiko kalkulierbar. Beide konnten sogar an der Radfahrbeschulung im Realverkehr teilnehmen und bekamen zwischenzeitlich den "Fahrradpass" als Zeichen für eine sichere Teilnahme im Straßenverkehr ausgehändigt. Herzlichen Glückwunsch! Wir freuen uns mit euch.

Das geschilderte Beispiel ist exemplarisch.

Je nach Einschränkungsgrad müssen unsere VerkehrserzieherInnen abwägen, inwieweit die Teilnahme am „Realverkehr“ möglich ist bzw. eine besondere Beschulung auf dem Schulhof erforderlich wird. In besonderen Fällen  haben sich „Spaziergänge im Realverkehr“ und das Erklären des Verkehrsgeschehens als sinnvoll erwiesen. Die Kinder profitieren in jedem Fall.

VideoTeil 4/I: Anlegen der drahtlosen Höranlage 

VideoTeil 4/II: Letzte Infos vor der Ausfahrt

VideoTeil 4/III: Ab in den Realverkehr

VideoTeil 4/IV: Nachbereitung der Ausfahrt im Realverkehr

Anm.: Aufnahme und Veröffentlichung der gezeigten Lichtbilder erfolgt mit ausdrücklichem Einverständnis der betroffenen Kinder und ihren Erziehungsberechtigten. Datenerhebung und –speicherung erfolgen im Einklang mit den gültigen Datenschutzrichtlinien. Bei der Auswahl der Bilder haben wir ausdrücklich darauf geachtet, dass Informationen zur Identität und Herkunft der abgebildeten Kinder nicht nachvollziehbar sind.

TIPPS FÜR DIE ALLTÄGLICHE PRAXIS:

 

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