Luftbildaufnahme der Polizeiakademie Hessen
 
21.06.2016

Auslandspraktikum bei der Dubai Police

Ein Streifenwagen der Dubai Police
"Warum gilt Dubai als eine der sichersten Städte der Welt? Wie sehr nimmt der Islam Einfluss auf die Polizeiarbeit?" Solche und andere Fragen stellte ich mir, als ich im Rahmen meines Studiums an der Hessischen Polizei mein dreiwöchiges Praktikum bei der Dubai Police antrat.

„Warum willst du denn dahin? Flieg doch lieber nach New York! Da erlebst du was.“ Solche Aussagen bekam ich zu hören, als ich Freunden und Kollegen erzählte, wohin ich mich für mein Auslandspraktikum bewerbe. In Dubai stellten sich die Kollegen ganz andere Fragen: „Ein deutscher Polizist? Was kann der denn von uns lernen? Die Deutschen sind doch die Besten“. Die arabische Welt hält ziemlich viel von uns. Deutsche Autos, deutsche Pünktlichkeit, deutsche Perfektion. Kurzum, deutsch steht für Qualität.

Mein Betreuer Policeofficer Mr. Saood zeigte mir alle Abteilungen der Dubai Police. Gleich zu Beginn besuchten wir den Command- und Controlroom, der mit unserer Einsatzzentrale zu vergleichen ist. Der Bereich erinnert ein wenig an die NASA – neueste Technik, riesige Bildschirme und zügiges professionelles Arbeiten.

Notrufsachbearbeiter beantworten hier sämtliche Notrufe aus Dubai. Beim Sachbearbeiter öffnet sich ein deliktspezifischer Fragenkatalog, anhand dessen er alle benötigten Informationen erhebt. Die vielen Kameras in Dubai unterstützen den Kollegen hierbei.

Die Ausbildung eines Policeofficers dauert in Dubai vier Jahre. Alle Beamten durchlaufen dieselbe Ausbildung. Es gibt keine Unterteilung in Schutz- und Kriminalpolizei. Das Anfangsgehalt nach der Ausbildung beträgt 60.000 € pro Jahr. Anzumerken ist, dass das Studium jedoch nur Arabern vorbehalten ist.

Drei Tage hospitierte ich bei der Police Station Al Muraqqabat. Ein herzlicher Empfang war mir als Gast garantiert.

Weitere Bilder:

Ich staunte nicht schlecht, als ich mich in den Streifenwagen setzte. Kennzeichenlesegeräte mit automatischem Abgleich des Fahndungsbestandes der Polizei und Liveübertragungen in die Einsatzzentrale waren nur zwei der erwähnenswerten technischen Features.

Bei der Verkehrswacht unterhielten wir uns über Verkehrsprävention, Verkehrserziehung und Steigerung der Verkehrssicherheit durch bauliche Projekte. Hier konnte ich das erlernte Wissen aus den Bereichen Verkehrsrecht und Verkehrslehre vorweisen.

Wichtig war mir die Frage, inwiefern das Rechtssystem vom Islam und der Sharia geprägt ist. Ich bekam die Möglichkeit mich mit einem Staatsanwalt zu unterhalten, Mr. Khalid A. Todesstrafe und Null-Toleranz gegenüber Drogen sind zu nennen. Drogen sind im Islam strikt verboten. Selbst geringste Mengen ziehen eine Haftstrafe nach sich. Alkohol ist nur im Bereich des Nachtlebens gestattet. 2011 wurde die Todesstrafe einmal verhängt. Der Angeklagte hatte ein Kind vergewaltigt und anschließend ermordet.

Bei dem Crime Investigation Department (Kriminalpolizei) bekam ich die Möglichkeit mich mit einem Festgenommenen zu unterhalten. Dem Beschuldigten wurde das „Inverkehrbringen von Falschgeld“ vorgeworfen. Im Rahmen des Gespräches erzählte er mir von den strafprozessualen Maßnahmen. Auch hier kann ich ein professionelles und rechtstaatliches Arbeiten bestätigen.

Bei der Reiterstaffel durfte ich zum ersten Mal in meinem Leben auf einem Pferd sitzen und Reiten. Ich weiß um den polizeilichen Nutzen eines Pferdes, jedoch ist mir persönlich dieses Tier einfach zu groß;-)

In meiner Freizeit habe ich die Stadt Dubai kennengelernt. Neben der fantastischen arabischen Küche habe ich mich natürlich auch von der Qualität des Strandes überzeugen können.

Ich kann nur jeder Kollegin und jedem Kollegen empfehlen, die Möglichkeit des Auslandspraktikums zu nutzen. Es ist immer interessant in fremde Kulturen einzutauchen und zu sehen, wie Kollegen aus anderen Ländern arbeiten.

Dubai gehört aufgrund seiner gut ausgestatteten und professionell agierenden Polizei zu den sichersten Städten der Welt."