BOB ruft Interesse des Ministerpräsidenten hervor
Informationsbesuch im Polizeipräsidium Mittelhessen

Gießen, 15.04.2008
Wenn ein Polizeipräsident und leitende Polizeibeamte wiederholt in der abendlichen Gaststättenszene in Mittelhessen gesehen werden, und die heimische Presse dann noch intensiv darüber berichtet, ruft das auch in Wiesbaden Interesse hervor.
Ministerpräsident Roland Koch ließ sich am Dienstag, dem 15.04.2008, im Präsidium in der Ferniestraße umfassend über die Aktion BOB informieren.
Foto rechts: Das Markenzeichen der Aktion BOB, der knallgelbe Schlüsselanhänger
Foto links: v. l.: Polizeivizepräsident Langecker, Polizeipräsident Schweizer, Ministerpräsident Koch und der Leitende Polizeidirektor von Biebertstein
Bob war der Grund für Polizeipräsident Manfred Schweizer und die Leiter mehrerer Polizeidirektionen Gaststätten aufzusuchen und um Partner für die Aktion zu werben. Bob ist die erfolgreiche Kampagne des Polizeipräsidiums gegen Alkohol am Steuer. Sie richtet sich insbesondere an Autofahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren, der Gruppe von Verkehrsteilnehmern, die überproportional am Unfallgeschehen beteiligt sind.
Partner aus Wirtschaft und öffentlichem Leben machen mit. Wichtige Unterstützung kommt von Wirten und Zeitungen.
Namhafte Sportlerinnen und Sportler helfen die Aktion bekannt zu machen.
Polizeipräsident Manfred Schweizer begrüßte den Ministerpräsidenten und die weiteren Teilnehmer und zeigte die Ausgangslage sowie den Handlungsbedarf anhand der Unfallentwicklung auf.
Polizeioberrat Manfred Kaletsch, Leiter Direktion Verkehrssicherheit/Sonderdienste und Projektleiter von verkehrssicher-in-mitttelhesen stellte in Anwesenheit der Abteilungsleiter und weiterer Beamten aus dem Führungskreis des Präsidiums Inhalte und Ziel der Aktion umfassend dar (Foto rechts).
Florian Seifert und Philipp Stieler zwei 18-jährige Schüler aus Reiskirchen und Marburg sind selbst schon BOB gewesen.
Hans-Joachim Nöll (60), Wirt des Tabasko in Marburg und sein Kellner, Jan Birkenstock (32) aus Marburg, beteiligen sich an der Aktion und berichteten über ihre Erfahrungen mit BOB im täglichen Gaststättenbetrieb.
Foto links: Kellner Jan Birkenstock (32, stehend) aus Marburg, berichtete eindrucksvoll über die bisherigen positiven Erfahrungen mit der Aktion BOB
Es sind fast durchweg positive Erfahrungen.
Der gelbe Schlüsselanhänger hat einen Signalwert und das kostenlose nichtalkoholische Getränk wird gern angenommen. Es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe BOB zu sein und die Gastronomen haben keinen wirtschaftlichen Nachteil daraus, da die Getränkeindustrie teilnehmende Gaststätten unterstützt.
Ministerpräsident Koch zeigte sich beeindruckt von der Kampagne und versprach Unterstützung. Als Vater von zwei 20 und 21-jährigen Söhnen zeigte er sich als sachverständiger Zuhörer. Er will sich dafür einsetzen, dass der Bekanntheitsgrad von BOB erhöht wird.
Foto rechts: v. l.: Ministerpräsident Koch, Polizeipräsident Schweizer und Polizeioberrat Kaletsch mit dem überdimensionalen BOB
Foto links: Thorsten Schulte (zweiter von links, Staatskanzlei) zusammen mit interessierten Zuhörern aus dem Polizeipräsidium Mittelhessen, vor den Aktionsplakaten von verkehrssicher-in-mittelhessen.
Foto rechts: In lockerer Runde, bei Kaffee und Kuchen konnte das ein oder andere interessante Gespräch mit Ministerpräsident Roland Koch geführt werden
BOB im Zusammenhang
Am 28.März 2007 startete das Polizeipräsidium Mittelhessen das Projekt verkehrssicher-in-mitttelhesen. Ziel ist die Reduzierung von Verkehrsunfällen mit schweren Folgen.
Bericht zur Auftaktveranstaltung
Durch
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Vorträge und Workshops,
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Arbeit in runden Tischen und
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Aufklärung über Unfallgefahren- und Folgen, durch Vernetzung und Kooperation mit der Wirtschaft, mit der Presse, mit Behörden und Verbänden
soll die Zahl der Unfälle mit Toten und Verletzten reduziert werden.
Foto oben: Ein mit 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
vollbesetzter Saal im Unternehmen der Friedhelm Loh Group
in Herborn während eines Workshops
Zum Projekt gehört auch die flächendeckende Einführung von BOB.
Die wichtigste Zielgruppe sind die 18 bis 24-Jährigen. Sowohl im regionalen als auch im bundesweiten Vergleich wird dieser Altersgruppe in der Verkehrsunfallstatistik erhöhtes Risikoverhalten bescheinigt. Sie ist bei einem Anteil von 8,5 % an der mittelhessischen Gesamtbevölkerung mit bis zu 30 % bei den getöteten oder schwer verletzten Unfallbeteiligten vertreten.
Hauptunfallursachen sind insbesondere:
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überhöhte Geschwindigkeit,
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Alkohol und Drogeneinfluss.
Das zweite Standbein von verkehrssicher-in-mitttelhesen sind repressive Maßnahmen mit verstärkten Kontrollen in Bezug auf Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss, sowie die zielgerichtete Verkehrsüberwachung gegen zu schnelles Fahren.
Was ist BOB
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BOB ist eine Kampagne gegen Alkohol am Steuer.
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BOB ist in Mittelhessen ein wichtiger Teil des Projektes verkehrssicher-in-mitttelhesen. (Foto rechts: eines der Plakate - Hauptmotiv)
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BOB ist aber auch die Person mit der Verantwortung fürs Fahren; die Person, die keinen Alkohol trinkt und die Freunde sicher nach Hause bringt.
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Der BOB gibt sich mit dem knallgelben Schlüsselanhänger zu erkennen und wird mit einem kostenlosen alkoholfreien Getränk belohnt.
Wie funktioniert BOB Menschen, die BOB sein wollen, besorgen sich einen der knallgelben Schlüsselanhänger (wo es sie gibt erfahren sie auf der Homepage www.aktion-bob.de). Wenn sie mit Freunden und Bekannten feiern und mit dem Auto unterwegs sind, vereinbaren sie, wer nüchtern bleibt. Das ist der BOB. Gehen sie in eine der teilnehmenden Gaststätten, Restaurants oder Diskotheken (zu erkennen an dem Aufkleber rechts), legt der BOB den Schlüsselanhänger auf den Tisch und bekommt kostenlos ein alkoholfreies Getränk. Er bringt seine Freunde und Bekannten sicher nach Hause.
Wo entstand BOB
Die Idee für BOB entstand in den neunziger Jahren in Belgien. Dort ist er einer Umfrage nach zu 97% der Bevölkerung bekannt.
Foto rechts: Aktuelles BOB-Plakat in Belgien
Wie hat sich BOB in Mittelhessen entwickelt
BOB wurde mit einer Auftaktveranstaltung in Gießen, Anfang Oktober 2007, als Baustein des Projektes verkehrssicher-in-mittelhessen öffentlich vorgestellt.
Foto rechts: Auch die Hanballer des TV Hüttenberg waren dabei Bericht dazu
Seitdem hat sich BOB rasant entwickelt. Seine Homepagewww.aktion-bob.de verzeichnet inzwischen hohe Zugriffszahlen. Durch die hohe mediale Präsenz und die zahlreichen Aktionen der Polizei und ihren Partnern ist BOB ein fester Begriff geworden.
Wer beteiligt sich an BOB
Von Anfang an sind die regionalen Medien Partner der Polizei. In den Mittelhessischen Zeitungen (siehe Foto rechts) wird immer wieder über BOB berichtet und seine Vorteile herausgestellt. Es gibt Sonderseiten.
Weitere wichtige Partner sind die Gastronomen, die mit kostenlosen Getränken die Verantwortung des BOB honorieren.
Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister unterstützen BOB.
Die heimische Wirtschaft unterstützt BOB auch finanziell. Verbände und Vereine machen sich für BOB stark und helfen bei der Verbreitung von BOB.
Was macht BOB heute aus
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mit Plakaten, Flyern (beispielhaft Foto rechts), Broschüren,
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der Internetseite,
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der regionalen Berichterstattung sowie
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der knallgelbe Schlüsselanhänger
bringen BOB immer stärker ins öffentliche Bewusstsein. Bis heute sind mehr als 30.000 BOB-Schlüsselanhänger verteilt worden. Weitere 20.000 Schlüsselanhänger liegen zur Verteilung bereit.
Mehr als 80 Presseartikel sind über BOB in Mittelhessen veröffentlicht worden (Foto rechts: Pinnwand mit einigen Presseartikeln zur Aktion BOB, durch Mausklick zu vergrössern).
Die Kneipen- und Restaurantkampagne ist erfolgreich. Über den Hotel- und Gaststättenverband Mittelhessen e.V. sowie zahlreiche Einzelkontakte zu gastronomischen Betrieben wurden bis heute rund 160 Kooperationspartner gewonnen. Die Gastwirte unterstützen den BOB, indem sie ihm, nach Vorlage des knallgelben Schlüsselanhängers, ein alkoholfreies Getränk auf Kosten des Hauses spendieren.
BOB hat auch bei anderen Dienststellen Interesse hervorgerufen. Es liegen Anfragen aus Bayern, Brandenburg und Rheinland-Pfalz vor.
Erste Auswirkungen?
Mit Statistiken, insbesondere bei kurzen Betrachtungszeiten muss man vorsichtig sein.
Dennoch soll eine erste Auswertung erwähnt werden. Also eine mögliche Auswirkung von verkehrssicher-in-mittelhessen kann man die Entwicklung des Unfallgeschehens 2007 im Vergleich zum Vorjahr werten.
Hier sind die Zahlen der 18 bis 24-Jährigen als Unfallverursacher
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sowohl bei allen Unfällen,
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bei Unfällen mit Personenschaden,
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als auch bei Unfällen mit Alkoholbeteiligung leicht rückläufig.
Es bleibt abzuwarten, ob sich der positive Trend stabilisiert.
Foto oben v.l.n.r.: Gruppenbild mit den externen Gästen, Polizeidirektor Ulrich von Bieberstein, Philipp Stieler, Polizeioberrat Heinz Müller, Florian Eifert, Hans-Joachim Nöll, Jan Birkenstock, Ministerpräsident Roland Koch, Polizeioberrat Manfred Kaletsch und Polizeipräsident Manfred Schweizer
Das Aktionsplakat:
Mehr zum Thema verkehrssicher-in-mittelhessen und Aktion BOB finden Sie im Internet unter:
und zum Thema BOB hier sowie auf der gemeinsamen Aktionsseite unter:
Text und Bilder: Werner Tuchbreiter / Eberhard Dersch
16.04.2008 - PP MH - De.
