Diskussion über Rauschmittel im Straßenverkehr mit 100 Schülern in Marburg

Marburg, dem 17. April 2008
"So betrunken, wie mit der Brille habe ich mich noch nie gefühlt"
Unruhe, betretene Stille, lebhafte Gespräche, Spaß und Erstaunen waren die Zutaten eines Besuchs von Polizeioberkommissar Thorsten Frey (Polizeistation Marburg) an der Marburger Adolf- Reichwein- Schule.
Frey informierte am Donnerstag, dem 17. April gut 100 Schüler über verkehrssicher-in-mittelhessen und BOB!
Foto rechts: Polizeioberkommissar Thorsten Frey währende des Workshops an der Adolf- Reichwein- Schule
Betretene Stille breitete sich während des gezeigten Einstiegsfilms "Du fehlst" über das zunächst unruhige Publikum aus. Im Film, der mit tragischen Unfallbildern endet, erinnern Jugendliche an ihren verstorbenen Freund und fragen ständig nach dem "Warum". Die jungen Erwachsenen der Adolf- Reichwein- Schule erfuhren darüber hinaus etwas zu den weiteren Kosten eines Unfalls, die durch Versicherungs-, Reparatur-, Anwalts- und Gerichtskosten schnell bei 30.000 Euro liegen.
Foto links: Einige der teilnehmenden Schüler des Workshops an der Marburger Adolf- Reichwein- Schule
"18- 24-jährige junge Autofahrer verursachen gut 30% der besonders schweren Verkehrsunfälle, obwohl sie eigentlich nur einen Anteil von etwa 8,5% an der Gesamtbevölkerung ausmachen. Die Ursachen hier sind hauptsächlich Geschwindigkeit und das Fahren unter dem Einfluss von Rauschmitteln", so Frey.
"verkehrssicher-in-mittelhessen mit BOB verfolgen das Ziel, diese Unfälle, die nicht irgendwo, sondern direkt auch in Mittelhessen passieren, wie der
schwere Unfall in Breidenbach vor wenigen Tagen belegt, zu reduzieren. Die Polizei setzt hierzu auf den Dialog mit den jungen Autofahrern, um das Verständnis und die Bereitschaft zur Verhaltensänderung zu fördern", führte der Mitarbeiter des Projekts weiter aus.
Foto rechts: Die beiden Aktionsplakate zu BOB und verkehrssicher-in-mittelhessen
Nach dem lebhaften Dialog setzte der Polizeibeamte aus Marburg die Rauschbrillen in dem sich anschließenden Workshop ein.
Foto rechts: Einen Ball zu fangen, wenn man eine Rauschbrille auf hat, kann enorme Probleme bereiten
Kaum einer konnte einen Gegenstand mit dem ersten Versuch direkt aus der offenen Hand ergreifen oder einen Ball problemlos fangen. Geradeausgehen ging ebenfalls nicht.Richtig Spaß kam auf, als die Teilnehmer mit Brille auf dem Polizeibobbycar einen Slalom durch Flaschen fuhren. Die Fahrer stießen reihenweise Flaschen um.
Bei dem ganzen Spaß verfehlte die Rauschbrille ihre Wirkung nicht. Erstaunen über die tatsächliche Wahrnehmung und das wirkliche Sehfeld unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln machte sich breit.
Ein 23-jähriger meinte: "So betrunken wie mit der Brille habe ich mich noch nie gefühlt." Er trug bei seiner Fahrt eine Brille, die etwa 1,1 Promille simuliert.
Foto links: Rauschbrille beim Fahren mit dem Bobby-Car
Ein weiterer gelungener in einer ganzen Reihe bisheriger Workshops, der 100 junge Menschen erreichte und - wenn man ihre Reaktionen und Ausrufe berücksichtigt - deren Verständnis weckte und deren Bereitschaft zu verkehrssichererem Verhalten hoffentlich nachhaltig beeinflusste.
Mehr zu den Aktionen finden Sie durch anklicken des Schriftzuges unten:
Martin Ahlich
22.04.2008 - PP MH - De.
